Marokko – faszinierendes Urlaubsziel zwischen Meer und Wüste

Das Königreich Marokko am nordwestlichen Rand Afrikas stellt mit einer Fläche von 447.000 km² ein für afrikanische Verhältnisse relativ kleines Staatsgebiet dar, als Reiseziel für einen Städtetrip oder einen Urlaub am westlichen Ende der Sahara hat das Land dennoch eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die zweigeteilte marokkanische Küstenlinie verläuft von der Nordwestspitze Afrikas an der Straße von Gibraltar bogenförmig nach Osten zum Mittelmeer bzw. in gerader Linie entlang des Atlantiks nach Süden.

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Geschichte und Geografische Lage

Die Mittelmeerküste Marokkos ist überwiegend felsig und buchtenreich, während an der atlantischen Seite kilometerlange Sandstrände besonders in der Region um Agadir vorherrschen. Von den flachen Küstenstreifen steigt die Landoberfläche allmählich an und geht in eine Hochfläche mit einzelnen Inselbergen über; diese Region wird als Marokkanische Meseta oder als Hochebene von Marrakesch bezeichnet. Die Umrandung der Tafellandschaft bilden der Hohe und Mittlere Atlas, der Antiatlas und das Rif, deren beeindruckende Gebirgszüge Marokko von Süden nach Norden als kulturelle und klimatische Barriere durchziehen; den höchsten Punkt des Landes bildet der Jabal Toubkal (4.167 m . NN) im Hohen Atlas.

Den südlichen Teil Marokkos prägen interessante und bizarre Wüstenformationen wie Wadis, Dünen oder Sandsteinplateaus; sie gehören zur Sahara, die sich von Ägypten bis zum Atlantik erstreckt und deren Ausmaße erst auf einem Flug richtig zu erkennen sind. Die Bezeichnung Sahara wird überwiegend im arabischen Raum und in Ägypten verwendet, während die Stämme der Tuareg den Namen Ténéré bevorzugen. Die marokkanische Urbevölkerung stammt von Berbern ab, die seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. hier siedelten und Städte errichteten; weitere kulturelle Sehenswürdigkeiten für einen Urlaub hinterließen Karthager, Phönizier, Römer und Mauren.

Impfungen und Geldtauschen

Marokko ist ein Reiseziel für alle Urlaubsarten vom Städtetrip über den Badeurlaub am Meer bis zu Berg- und Wüstentouren. Das Klima des Landes wird durch die Atlas-Gebirge in eine typisch mediterrane Klimazone im Nordosten und ein ausgesprochenes Wüstenklima im Süden getrennt; die besten Reisezeiten sind daher April-November in den Küstengebieten und Oktober-Mai im Landesinneren. Für die Einreise benötigen Urlauber aus Europa einen Reisepass mit mindestens sechsmonatiger Gültigkeit, dies berechtigt zu einem touristischen Aufenthalt von maximal drei Monaten. Als vorbeugende Impfungen werden Tetanus, Polio und Hepatitis A empfohlen, für Wüstentouren sollte der Impfschutz um Hepatitis B, Tollwut und Typhus erweitert werden. Der Geldtausch auf öffentlichen Märkten ist riskant, bessere Möglichkeiten stellen Hotels oder Bankfilialen dar; in Großstädten und Touristenzentren werden Kreditkarten in Restaurants, Hotels oder Geschäften problemlos akzeptiert.

Sehenswerte Ziele

Ein Flug von Südspanien über die 15 km breite Meerenge von Gibraltar dauert nur wenige Minuten. Erste Station auf marokkanischem Boden ist meist die Hafenstadt Tanger; im Markt Grand Socco können Urlauber für die Weiterreise einkaufen und später noch die Mendoubia-Gärten, den maurischen Sultanspalast und die Große Moschee besichtigen. Als größte Stadt Marokkos bildet Casablanca ein Wirtschafts- und Touristikzentrum an der Atlantikküste, sehenswerte Bauwerke stellen die Hassan-II.-Moschee mit einem 210 m hohen Minarett, das Rathaus und der Mohammed-V.-Platz sowie die Alte und Neue Medina dar.

Lohnende Reiseziele bei einem Städtetrip entlang der Küste sind die Medina in Essaouira (UNESCO-Welterbe), die 7,5 km lange Stadtmauer von Taroudant und der bekannte Badeort Agadir mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten (Naturpark Sous-Massa, Medina Polizzi, Souk El Had, Kasbah). Die marokkanische Hauptstadt Rabat gehört zu den vier Königsstädten, sie zeigt mit ihren reizvollen Anlagen und Gebäuden einen Querschnitt durch die Geschichte des Landes. Einen Besuch wert sind die Andalusischen Gärten, der Königspalast, der Hassanturm, das Mausoleum Mohammeds V., das Tor der Winde und die Festung Kasbah Oudaias (12. Jahrhundert).

Im Gegensatz zu Rabat liegen die anderen Königsstädte Marrakesch, Fès und Meknès im westlichen Hügelland der Atlas-Gebirge. Besonders typisch für Städte in Marokko ist das im Jahr 1062 gegründete Marrakesch, dessen Stadtparks wie die Menara-Gärten seit dem 11. Jahrhundert durch ein unterirdisches Bewässerungssystem versorgt werden. Aus der Ansammlung von engen, verwinkelten Gassen und Plätzen ragen die Koutoubia-Moschee, der Bahia-Palast und der Platz Djeema El Fna heraus, sehenswert ist ebenfalls der Kamelmarkt. Als älteste Königsstadt gilt Fès aus dem 8. Jahrhundert; der riesige Markt besteht aus einem Labyrinth von Gassen, bekannteste Sehenswürdigkeiten sind die Karaouine-Moschee, der Place Nejjarine und der Königliche Palast. Eine 16 km lange Stadtmauer umgibt die Königsstadt Meknès, weshalb nahezu alle alten Prunkbauten noch erhalten sind; dazu gehören auch die Stallungen des Sultans und das Stadttor Bab el Mansour.

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Gute Ausgangspunkte für Wüstensafaris mit Kamelen oder Geländewagen stellen die Stadt Erfoud und der kleine Ort Mhamid dar, der auch Tor zur Sahara genannt wird. Die beliebtesten Touren führen nach Merzouga zu den höchsten Sanddünen Marokkos und zu den Überresten der antiken Handelsstädte Sijilmassa und Rissani, die allmählich vom Wüstensand verschlungen werden. Einen schönen Panoramablick über das Wadi Draa bietet der Djebel Zagora bei der gleichnamigen Festung aus dem 11. Jahrhundert. Für eine Stärkung unterwegs sorgen die idyllischen Oasen Tafilalet und Tamegroute, sodass der Urlaub in den vielfältigen Regionen Marokkos viel zu schnell vorbei ist; ein kurzer Abstecher jedoch zu den spanischen Exklaven Melilla oder Ceuta und die Wiedereinreise bringen erneute drei Monate Aufenthalt – für noch mehr Marokko.

Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

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