Darum sind Milchprodukte nicht so gesund, wie wir glauben!

Wer hat schon eine Giraffe gesehen, die Milch vom Nashorn trinkt? Oder ein Zebra, das Elefantenmilch zu sich nimmt? Wohl niemand. Der Mensch ist hier die große Ausnahme: Er trinkt Milch von anderen Säugern. Wir lassen uns Kuh-, Ziegen- und Schafmilch schmecken. Unseren Kindern erzählen wir, dass Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Quark, Speiseeis und sogar Schokolade gesund sind. Doch stimmt das wirklich?

Kuhmilch: das perfekte Lebensmittel?

Milch gilt als gesundes, natürliches Lebensmittel, das unser Wohlbefinden verbessert und uns Energie für den ganzen Tag liefert. Sie wird bei Magenbeschwerden und zum Einschlafen empfohlen. Milchprodukte enthalten hochwertiges Eiweiß, welches unsere Muskeln aufbaut. Der Mineralstoff Kalzium sorgt für die Stabilität der Knochen und Zähne und wirkt einer Osteoporose entgegen. Phosphor macht unsere Knochen stabil. Die vielen A- und B-Vitamine beugen Müdigkeit, Schmerzen, Verstimmungen, Unruhe und Gedächtnisstörungen vor. Das Zink in der Milch ist am Aufbau vieler wichtiger Enzyme beteiligt. Milch stärkt unser Immunsystem und sie macht schön, jedenfalls, wenn wir in ihr baden, oder?

Schafmilch und Ziegenmilch: besser als Kuhmilch?

Und wer Kuhmilch nicht verträgt, obwohl er Milchprodukte liebt, stellt auf Ziegen- oder Schafmilch um. Schafmilch enthält deutlich mehr Vitamine. Sie soll bekömmlicher und leichter zu verdauen sein als Kuhmilch. Und auch für Ziegenmilch gilt, dass sie besonders gut verdaulich ist. Für Kuhmilchallergiker sollen Schaf- und Ziegenmilch echte Alternativen sein. Sie können problemlos zu weiteren Milchprodukten wie Käse und Joghurt verarbeitet werden. Die ideale Lösung. Aber ist dem tatsächlich so?

Milch wird uns als das perfekte Lebensmittel angepriesen. Leider grenzen viele der beschriebenen Erkenntnisse an ein Märchen und die Wahrheit sieht etwas anders aus.

Milchprodukte tun uns nicht besonders gut

Der Mensch ist evolutionsbedingt kein Milchtrinker

Vor Tausenden von Jahren lebten die Menschen als Jäger und Sammler. Sie erlegten Tiere und sammelten Beeren, Nüsse, Gräser, Knollen, Wurzeln und Eier. Milchprodukte nahmen sie keine zu sich. Sie hätten sie ohnehin nicht vertragen, denn ihnen fehlte das Enzym Laktase. Ohne Laktase konnten sie den in der Milch enthaltenen Milchzucker, die sogenannte Laktose, nicht spalten. Der Darm war nicht in der Lage, das Milcheiweiß aufzunehmen und die Milch zu verdauen. Die Folge eines Milchkonsums wären Blähungen, Durchfall und fürchterliche Bauchschmerzen gewesen.

Milch ist etwas für Babys

Ursprünglich konnten nur Säuglinge Milch verdauen, denn Babys sind auf Muttermilch angewiesen und brauchen diese für eine gesunde Entwicklung. Doch etwa ab dem fünften Lebensjahr produzierte ihr Darm das Enzym Laktase nicht mehr. Danach nahmen sie andere Lebensmittel zu sich. Auch bei den Säugetieren trinken nur die Jungen Muttermilch. Keine erwachsene Kuh käme auf die Idee, Kuhmilch zu trinken, nein, Kühe trinken Wasser. Milch ist von Natur aus für Kleinkinder und nicht für Erwachsene gedacht.

Der Mensch ist nicht für Milchprodukte geschaffen

Vor etwa 8000 Jahren begannen die Menschen, die Milch ihrer Nutztiere zu trinken. Eine zufällige Veränderung der Gene führte dazu, dass das fehlende Enzym ihnen bis ins Erwachsenenalter erhalten blieb. Nun konnte der Erwachsene erstmals Milchprodukte verdauen. Doch auch heute vertragen nur etwa 25 % der gesamten Weltbevölkerung Milchprodukte. Die meisten Asiaten und Afrikaner können Laktose nicht abbauen, weil ihnen das entsprechende Enzym fehlt. Und auch bei uns gibt es Menschen mit einer sogenannten Laktoseintoleranz. Diese können genau wie die Steinzeitmenschen Laktase nicht oder nur unvollständig herstellen. Eine Unverträglichkeit von Milchprodukten ist die Folge. Der ungespaltene Milchzucker wird im Dickdarm vergoren, was zu Blähungen und Bauchkrämpfen führt. Je mehr Milchprodukte eine Person mit Laktoseintoleranz konsumiert, desto schlimmer sind die Symptome. Doch ist Laktoseintoleranz wirklich eine Krankheit oder sind Milchprodukte einfach nichts für uns Menschen? Schließlich war Laktoseintoleranz vor 8000 Jahren ganz normal.

Der Mensch braucht keine Milchprodukte

Wer wenig oder keine Milch zu sich nimmt, lebt länger

Menschen, die auf Milchprodukte verzichten, weisen keine Mängel auf. Sonst hätten schon unsere Urahnen aussterben müssen und es gäbe uns gar nicht. Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir zu viel Milch trinken. Milch soll ausschließlich das Wachstum von Babys anregen. Und wie wirkt sie bei Erwachsenen: Vor allem Kuhmilch lässt uns vorzeitig altern. Ein Forscherteam um Karl Michaelsson stellte in einer Langzeitstudie fest, dass Versuchspersonen, die viel Milch tranken, ein erhöhtes Risiko für einen frühzeitigen Tod aufwiesen. Frauen waren besonders stark betroffen.

Kuhmilch ist nichts für Babys

Milch ist gut für Babys. Allerdings nur die Muttermilch und keine andere Milch. Kuh-, Ziegen- und Schafmilch enthält eine ganz andere Zusammensetzung und ist für unsere Kinder ungeeignet. Ein Kalb zum Beispiel wächst viermal schneller als der Mensch. Da ist es selbstverständlich, dass in der Kuhmilch mehr Eiweiß enthalten ist. Ein Menschenbaby, das Kuhmilch erhält, nimmt schneller zu, als ein von der Mutter gestilltes Kind. Dieses beschleunigte Wachstum tut ihm nicht gut und kann später zu chronischen Krankheiten führen. Und wer in seiner Kindheit viel Milch trinkt, hat später oft mehr Knochenbrüche.

Kuhmilch ist auch nichts für Erwachsene

Die Milch unserer Kühe enthält viele gesättigte Fette. Diese bringen mit der Zeit das Gleichgewicht unseres Verdauungssystems durcheinander, denn der Mensch sollte hauptsächlich ungesättigte Fettsäuren zu sich nehmen. Zu viele gesättigte Fette führen zu einer Gewichtszunahme und auf Dauer möglicherweise zu einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Vollmilch enthält 3.5 Gramm Fett und 64 Kalorien pro 100 Milliliter. Ein Liter Milch entspricht einer kleineren Mahlzeit. Auch fettarme Milch enthält noch zu viel Fett. Ähnliches gilt für Ziegen- und Schafmilch. Milch ist oft mit Hormonen und Pestiziden belastet, was unserem Körper zusätzlich schadet. Und wie erwähnt, vertragen die meisten Erwachsenen Milchprodukte sowieso nicht.

Milchprodukte machen uns krank

Milchprodukte schaden unseren Knochen

Wer viel Milch trinkt, müsste dank des Kalziums starke Knochen haben. Doch gerade Asiaten und Afrikaner, die kaum Milchprodukte konsumieren, bekommen viel seltener Osteoporose als wir Europäer. Wer Milchprodukte zu sich nimmt, erhöht sogar das Risiko für Knochenbrüche. Durch das Trinken von Milch steigt die Kalziummenge im Blut. Der Körper gleicht dies aus, indem er viel Kalzium ausscheidet. Dies führt dazu, dass die Kalzium-Konzentration im Blut am Schluss niedriger ist als ohne Verzehr von Milchprodukten.

Kuhmilch fördert Krebs

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Kalzium das Wachstum von Tumoren fördert. Bei Männern ist die Gefahr für Prostatakrebs größer. Bei Frauen mit hohem Milchkonsum ist ein erhöhtes Risiko für Brust- und Eierstockkrebs festgestellt worden. Zusätzlich enthält vor allem die pasteurisierte Milch Hormone, die weitere Krebsarten auslösen können.

Kuhmilchallergie durch fremdes Eiweiß

Durch Milch kommen die meisten Babys zum ersten Mal mit fremden Eiweißen in Kontakt. Meist geschieht dies in Form von Säuglingsmilchnahrung. Wenn das Immunsystem das Eiweiß als eine Drohung ansieht, löst es eine Abwehrreaktion aus. Der Körper reagiert mit einer Allergie auf bestimmte Fremdstoffe in der Milch. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein. Von Magen-Darm-Beschwerden über Ekzeme und Juckreiz bis zu Herz-Kreislauf- und Atemproblemen ist alles möglich. Da in der Ziegen- und Schafmilch zum Teil ähnliche Eiweiße wie in der Kuhmilch enthalten sind, ist das Allergiepotenzial genauso hoch.

Milch trinken fördert Entzündungen, Darmprobleme, Hautprobleme, Allergien

Milch enthält die Zuckerarten Laktose und Galaktose. Diese können chronische Entzündungen auslösen. Milch schädigt die Darmflora und es werden giftige Stoffe freigesetzt. Neurodermitis und Allergien wie zum Beispiel Heuschnupfen sind mögliche Folgen.

Milchprodukte sorgen für Akne

Bei einer US-Studie mit über 6000 Probandinnen kam heraus, dass Mädchen, die viel Milch trinken, häufiger an Akne leiden, als solche, die wenig oder keine Milch trinken. Bei den Jungen ergaben sich ähnliche Ergebnisse. Wissenschaftler nehmen an, dass Stoffe wie Hormone in der Milch das menschliche Hormonsystem durcheinanderbringen. Die Talgdrüsen produzieren zu viel Fett und es bilden sich Pickel.

Rheuma und Migräne

Wer Milcherzeugnisse weglässt, kann Rheuma- und Migräneschmerzen verringern. Schon kleine Mengen von Milch können Schmerzattacken auslösen.

Diabetes durch Milchprodukten

Der Blutzuckerspiegel steigt durch den Verzehr von vielen Milchprodukten überdurchschnittlich an. Vor allem Milch, Molke und Käse steigern dadurch die Insulinausschüttung im Körper. Dem Insulin gelingt es nicht, all den Zucker aus dem Blut in unsere Zellen zu schaffen. Es entsteht ein Zuckerüberschuss. Der Körper braucht diesen Zucker nicht und reagiert irgendwann nicht mehr auf das Insulin. Ein Typ-2-Diabetes entsteht. Ein hoher Kuhmilchkonsum in der Kindheit erhöht das Risiko für Typ-1-Diabetes.

Demenz und Parkinson

Bei einer Studie an einer New Yorker Universität kam heraus, dass Milcherzeugnisse das Risiko für Alzheimer erhöhen. Vor allem Butter und Käse sollen Alzheimer fördern. Die Gefahr, an Parkinson zu erkranken, ist vor allem für Männer mit einem hohen Milchkonsum erhöht.

Müssen es unbedingt Milchprodukte sein?

Lebensmittel, die Milchprodukte ersetzen

Milchprodukte lassen sich problemlos durch andere Lebensmittel ersetzen. Alternativen für tierische Milch sind zum Beispiel Mandelmilch, Kokosmilch, Haferdrink, Sojadrink oder Reisdrink. In Reformhäusern gibt es Soja-, Kokos- oder Lupinenjoghurt. Statt Käse können Lebensmittel auf Soja- oder Mandelbasis gewählt werden, die ähnlich schmecken. Butter kann durch pflanzliche Margarine ersetzt werden. Und Eis lässt sich prima aus Sojabohnen, Kokosmilch oder Mandeln herstellen.

Fazit

Wir Menschen vertragen Milchprodukte schlecht. Viele von uns haben eine Laktoseintoleranz. Und wer viel Milch konsumiert riskiert, ernsthaft zu erkranken. Natürlich dürfen wie einmal einen Joghurt essen oder etwas Käse zu uns nehmen, aber wir sollten es nicht übertreiben. Wer gezielt in Supermärkten und Reformhäusern sucht, wird viele alternative Lebensmittel entdecken und merken, dass er prima ohne Milchprodukte auskommt und sich dabei erst noch besser fühlt.