Alles wichtige zur aktuellen Schließung vieler Burger King Filialen

Fast alle Burger King Filialen des umstrittenen Betreibers Yi-Ko sind mittlerweile geschlossen. Vorausgegangen war dem ein Belieferungs-Stopp von Burger King. Das Unternehmen sah sich aufgrund zunehmender öffentlicher Kritik an der Hygiene und arbeitsrechtlichen Verstößen gezwungen, diesen ungewöhnlichen Schritt zu tun.

Franchisegeschäfte im Fokus

Franchisenehmer haben üblicherweise die Vorgaben des Hauptunternehmens zu erfüllen. Im Falle von Yi-Ko hatte der Franchisenehmer mehr als 80 Burger-Restaurants betrieben. In diesen maximierte er seine Gewinne systematisch über das Zulassen von Hygienemängeln, Unterbezahlung und anderen Schikanen. Nachdem die Öffentlichkeit durch verdeckte Recherchen und einen Fernsehbeitrag davon erfahren hatte, musste der Franchisegeber reagieren. Sein Ruf in Deutschland hing davon ab. Die ersten Burger King Filialen in Nordrhein Westfalen und Hessen schlossen, obwohl der Franchisenehmer Yi-Ko vollmundig verkündete, er werde sich nicht in die Knie zwingen lassen. Eine einstweilige Verfügung des franchisegebenden Stamm-Unternehmens half nach. Die Fast Food-Kette lieferte außerdem keinen Nachschub mehr an Yi-Ko. Den geschlossenen Filialen in München, Fulda oder Köln folgten weitere. Für die Wirtschaft in Bayern, Hessen oder Nordrhein Westfalen bedeutete das einen Dämpfer. Wenn eine florierende Fastfood Kette als Steuerzahler ausfällt, bleibt das nicht ohne Folgen für die Städte. Auch die Arbeitslosenzahlen steigen. Man hofft nun, die geschlossenen Filialen unter einem anderen Betreiber schnellstmöglich wieder zu eröffnen, um weitere Verluste zu minimieren.

Wie geht es weiter mit Burger King?

Insgesamt sind 89 Burger-Restaurants mit fast 3000 Mitarbeitern betroffen. Die Verträge mit Yi-Ko wurden fristlos gekündigt. Der größte Franchisenehmer in Deutschland hatte sich mit Hygienemängeln und katastrophalen Arbeitsbedingungen selbst ein Bein gestellt. Zunächst hatte Yi-Ko nach der einstweiligen Verfügung und unter anderem Namen noch weitergemacht. Man hoffte, die Restaurants der Kette offen halten zu können, wenn man Besserung gelobt. Bei der amerikanischen Burger-Kette geht man davon aus, dass die meisten betroffenen Fast Food Restaurants bald unter einem anderen Betreiber wieder öffnen können. Damit wären die betroffenen Mitarbeiter wieder in Lohn und Brot. Was mit dem bisherigen Franchisenehmer Yi-Ko geschieht, ist aber noch offen. Obwohl der geschasste Franchisenehmer die einstweilige Verfügung angefochten hatte, steht der Betreiber wohl vor dem endgültigen Aus. Man munkelt bereits von einer Insolvenz.

Was bedeutet das für die Wirtschaft?

Der wirtschaftliche Schaden durch diesen Skandal lässt sich bisher nicht absehen. Kurzfristig sind die Mitarbeiter und Steuerkassen der Orte betroffen, in denen es geschlossene Restaurants zu beklagen gibt. Es sind aber auch langfristig wirksame Image-Schäden für die Hamburger-Kette zu erwarten. Bei Burger King gibt man sich gelassen. Man darf davon ausgehen, dass es eine rechtlich komplexe Lage gibt. Die Verträge mit dem Franchisenehmer Yi-Ko müssen sämtlich überprüft werden. Immerhin sind alle Mitarbeiter vom Franchisenehmer selbst angestellt worden. Dieser hat auch im Auftrag des Franchisegebers die Mieten für die Restaurants gezahlt und die Mietverträge unterschrieben. Dadurch ergibt sich die Notwendigkeit, jeden einzelnen Miet- und Arbeitsvertrag zu kündigen und auf einen anderen Filialbetreiber zu übertragen. Die Wirtschaft wird also wohl noch eine Weile warten müssen, bis die Lage geklärt ist. Wann die geschlossenen Restaurants der Kette in München, Essen oder Fulda wieder öffnen können, ist noch ungeklärt.

Neuanfänge bieten Chancen

Dass die betroffenen Burger King-Restaurants unter neuer Führung wieder eröffnen, daran zweifelt kaum jemand. Die Frage ist aber, wann das sein wird. Möglicherweise befördert eine Insolvenz bei Yi-Ko eine schnelle Vertragsschließung mit neue Franchisepartnern sogar. Ohne eine hygienische Generalüberholung und Sanierung und ohne bessere Arbeitsverträge wird es wohl kaum abgehen. Günter Wallraff und sein Team sorgten bereits mit neuen Recherchen im Fast Food-Milieu dafür, dass die Presse am Thema bleibt. Solange es weitere Skandalmeldungen hagelt, wird das Burger-Unternehmen es schwer haben, den Imageschaden wieder gutzumachen. Bereits seit dem Frühjahr 2014 hatte das Stammhaus hinnehmen müssen, dass über Yi-Ko Negativ-Schlagzeilen veröffentlicht wurden. Inwieweit solche Franchise-Konzepte bewusst Verantwortlichkeiten und Risiken auf Subunternehmer abwälzen, ist ein Thema, das man weiter verfolgen sollte. Da Franchiseunternehmen geprüft werden müssen, könnten viele der nun zutage getretenen Versäumnisse dem Mutterhaus bekannt gewesen sein. Wenn das nachgewiesen werden kann, steht die Wirtschaft vor einem neuen Skandal.

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

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