Aloe Vera und seine Heilkraft

Die Pflanze Aloe Vera

Die Aloe Vera Pflanze wird auch Wüstenlilie genannt und kann monatelang ganz ohne Regen überleben – die Rede ist von der Aloe Vera Pflanze. Sie übersteht längere Dürreperioden ganz unbeschadet und zehrt dann von ihrem Blattspeicher. Wenn es dann erneut regnet, speichert die Pflanze so viel Wasser wie nötig. Neben dieser wunderbaren Eigenschaft kann sie kleinere Beschädigungen am Blattwerk selbstständig regenerieren. Und das muss schon vor vielen tausend Jahren die Menschen darauf gebracht haben, dass es sich um eine Heilpflanze handeln muss. Woher genau die rund 450 bekannten Arten allerdings stammen, ist nach wie vor umstritten.

Man geht aber davon aus, dass die Pflanze erstmals im arabischen Raum entdeckt und später in vielen tropischen sowie subtropischen Gebieten der Welt weiter kultiviert wurde. Besonders häufig findet man Aloe Vera heute auf den kanarischen Inseln, in Indien und Mexiko. Die Pflanze wächst ganz ohne oder nur mit einem sehr kurzen Stamm und bildet dabei Blätter, die dicht und rosettenförmig angeordnet sind. Die Blattoberfläche ist glatt, wobei die Ränder mit kleinen Stacheln ausgestattet sind. Und in diesem fleischigen Blattwerk befindet sich auch der Wirkstoff dieser außergewöhnlichen Pflanze: Ein gelartiger Saft, dessen Heilkraft schon seit einigen tausend Jahren als Medizin eingesetzt wird.

Welche Inhaltsstoffe sind in Aloe Vera enthalten?

Beim Blick auf die zahlreichen Inhaltsstoffe wird sofort klar, warum dieser Pflanze eine ganz besondere Heilkraft nachgesagt wird. Neben den allgemein bekannten Mineralstoffen wie z. B. Calcium, Kupfer, Kalium und Zink enthält die Pflanze viele Vitamine, wichtige Fettsäuren und Enzyme. Außerdem sind ganz spezielle Wirkstoffe enthalten, die der menschliche Körper nicht allein bilden kann:

  • Anthraquinone: Sie sind für ihre schmerzstillende und abführende Wirkung bekannt. Das heißt, dieser Stoff wirkt leicht antibiotisch und kann bei Problemen wie Verstopfung sehr hilfreich sein.
  • Mucomono- und Mucopolysaccharide: Die Heilkraft dieser Inhaltsstoffe bezieht sich insbesondere auf die Förderung der Aufnahme bestimmter Nährstoffe im Körper. Dabei wirken sie leicht entgiftend und dienen als Energielieferant.

Besonders die Vielzahl der lebenswichtigen Wirkstoffe macht die Heilkraft der Aloe Vera Pflanze so besonders. Denn durch unsere Nahrung nehmen wir meistens nicht mehr genügend Vitamine und Spurenelemente auf. Von den anderen Wirkstoffen ganz zu schweigen. Leider ist der menschliche Körper außerdem nicht oder nur sehr bedingt dazu in der Lage, einige Stoffe selbst zu bilden. Wir sind also auf eine Zufuhr von außen angewiesen. Aloe Vera kann diesen Bedarf sehr gut decken. Laut wissenschaftlichen Auswertungen enthält die Aloe Vera Pflanze nämlich über 220 Inhaltsstoffe, die zum großen Teil ihre wertvolle Heilkraft im menschlichen Körper entfalten können.

Wie wird Aloe Vera eingesetzt?

Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen reiner Aloe und dem Gel der Pflanze. Unter reiner Aloe Vera versteht man das stark bitter schmeckende Blattharz, das in dem Blattgrün und der Rinde vorkommt. Aufgrund seiner starken Wirkung wird es aber nur selten hochdosiert verabreicht. Denn in zu hohen Mengen kann es wie eine Droge wirken und außerdem zu starken Unterleibskrämpfen führen. Am häufigsten wird daher das Innere der Aloe Vera Pflanze verwendet. Es wird aus den fleischigen Blättern gewonnen und wirkt aufgrund seiner Konsistenz wie ein Gel. Die Darreichungsformen können so unterschiedlich sein wie die Pflanze selbst: Man kann den getrockneten Wirkstoff in Form von Kapseln einnehmen, das Gel direkt auf die betroffene Hautstelle auftragen oder als Nahrungsergänzungsmittel einsetzen. In welcher Form die Heilkraft der Aloe Vera bevorzugt eingesetzt wird? Sehen Sie selbst:

Aloe Vera zur äußerlichen Anwendung

Das Gel kann sehr erfolgreich angewendet werden, wenn man sich Verstauchungen oder Prellungen zugezogen hat. Auch bei leichten Sonnenbränden kann die Pflanze helfend eingesetzt werden. Die Inhaltsstoffe der Pflanze kühlen und wirken leicht antibiotisch. Aber nicht nur bei kleineren Verletzungen ist die Heilkraft der Aloe Vera gefragt – auch zur täglichen Hautpflege ist sie bestens geeignet. Das Gel beruhigt und pflegt die Haut. Durch die wertvollen Inhaltsstoffe kommt es außerdem nur sehr selten zu Hautirritationen.

Aus diesen Gründen ist die Heilkraft der Pflanze auch so interessant für die Behandlung bestimmter Hautkrankheiten wie z. B. Neurodermitis. Denn gerade bei derartigen Störungen der Haut pflegt Aloe Vera schonend aber äußerst wirkungsvoll. Da das Gel nicht austrocknet, eignet es sich außerdem wunderbar zum Frisieren der Haare. Und die Kopfhaut bekommt gleichzeitig eine Extraportion Pflege. Es versteht sich von selbst, dass alle namhaften Kosmetikhersteller die Heilkraft der Pflanze für sich nutzen. Ob als Zusatz in Cremes, Lotionen, Haarkuren oder Peelings spielt dabei keine Rolle. Denn die Aloe Vera ist ein echtes Allroundtalent.

Aloe Vera zur innerlichen Anwendung

Das oben bereits beschriebene, sehr bitter schmeckende Harz der Pflanze, das sich zwischen Blattrinde und dem Gel befindet, enthält den Wirkstoff Aloin. Dieser ist dafür bekannt, stark abführend zu wirken. Das machte ihn lange Zeit zu einem Geheimtipp für Verdauungsprobleme. Auch gegen Hämorrhoiden kann man Aloin einsetzen. Allerdings darf man diesen Wirkstoff nicht ohne ärztliche Aufsicht einnehmen, denn in zu hohen Dosen kann er sehr schädlich sein. Meistens ist es auch ausreichend, das deutlich mildere Gel der Aloe Vera Pflanze einzusetzen. Bevor das Gel innerliche angewendet wird, sollte man unbedingt die Packungsbeilage beachten, denn nicht jedes Mittel ist zur Einnahme geeignet.

Die Wirkstoffe der Pflanze können in Pulverform oder als Saft verabreicht werden. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass ein Pulver meistens einen deutlich verringerten Nährstoffgehalt aufweist als z. B. eine Trinktinktur. Über einen längeren Zeitraum eingenommen, stärkt die Aloe Vera das Immunsystem und die Darmflora. Außerdem schützen einige der Inhaltsstoffe vor freien Radikalen und helfen bei der Entsäuerung und Entgiftung des Körpers. Wichtig zu wissen ist, dass man die Kur über einen längeren Zeitraum durchführt. Denn erst dann entfaltet sich die Heilkraft optimal.

Kann man die Pflanze selbst züchten?

Es braucht nicht unbedingt einen grünen Daumen, um sich selbst eine Hausapotheke zu züchten. Lediglich ein paar einfache Tipps sollten beherzigt werden, damit sich die Aloe auch auf dem heimischen Fensterbrett wohlfühlt:

  • Licht: Die Pflanze braucht zum wachsen sehr viel Licht. Sie kommt aus tropischen Gefilden und sollte daher auch bei uns immer genügend Sonne abbekommen.
  • Topf: Eine Aloe benötigt einen großen Topf, der möglichst nicht schmal zuläuft. Denn die Wurzeln wachsen oft auch schräg. Ein nach unten hin schmaler werdender Topf würde das Wachstum behindern.
  • Erde: Ganz wichtig ist die richtige Erde. Im besten Fall pflanzt man die Aloe in Kakteenerde ein. Ist die nicht erhältlich, sollte man eine großzügige Menge Sand unter die Blumenerde mischen.
  • Gießen/ Düngen: Da es sich um eine Pflanze handelt, die in Wüstenregionen beheimatet ist, darf sie auf keinen Fall nasse „Füße“ bekommen. Das heißt, nur mäßig gießen und höchstens einmal im Monat düngen. Beim Gießen auch unbedingt darauf achten, dass die Blätter immer trocken bleiben!
  • Überwinterung: Die Pflanze eignet sich auch in unseren Regionen sehr gut als Balkonpflanze. Allerdings sollte man sie bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius ins Haus holen. Die Aloe ist nicht winterhart und muss draußen außerdem vor übermäßigem Regenfall geschützt werden.

Es empfiehlt sich, Pflanzen zu kaufen, die bereits ein Alter von 2-4 Jahren haben. Sollten die Blätter nach dem Umtopfen braun werden, ist das kein Grund zur Sorge. Die Pflanze muss sich erst an die neue Umgebung gewöhnen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie sich nach einigen Wochen von allein wieder erholt.
Die Ernte der Blätter sollte im besten Falle erfolgen, wenn die Aloe ca. 3-4 Jahre alt ist. Dazu schneidet man die ältesten Blätter zuerst ab und stellt sie mit der Schnittseite nach unten in ein Glas. So gewährleistet man, dass das bittere Harz abfließt. Anschließend kann man das Gel ausdrücken und je nach Belieben auf die Haut auftragen oder als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen.

Für wen eignet sich der Einsatz von Aloe Vera?

Im Grunde für jeden Menschen, der seinen Organismus mit natürlichen Inhaltsstoffen unterstützen möchte. Es muss nicht immer gleich die „Chemiekeule“ sein. Gerade bei älteren Menschen oder auch bei Kindern macht die Anwendung Sinn. Denn bei ihnen ist das Immunsystem nicht mehr oder noch nicht so stark wie es sein sollte. Und hoch dosierte Medikamente haben oft unerwünschte Nebenwirkungen, die den Organismus zusätzlich belasten. Das entfällt glücklicherweise bei der Aloe Vera. Sie macht es uns doch immer wieder sehr eindrucksvoll vor: Die Natur ist einfach die beste Apotheke!

 
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