Checkliste für den perfekten Grillabend

Sie suchen nach ein paar wertvollen Tipps und Anregungen für den perfekt gelungenen Grillabend? Dann sind Sie bei uns richtig, wir haben ausführlich recherchiert und die wichtigsten Fakten rund ums Grillen für Sie zusammengefasst.
Grillen im Sommer – nach wie vor die Nummer 1 bei Festlichkeiten

Wir nehmen Sie mit auf eine kleine Zeitreise: Begonnen hat alles, nachdem in der Steinzeit findige Menschen herausfanden, dass manche Steine beim Zusammenschlagen Funken erzeugen – das Lagerfeuer war geboren. Bald darauf genossen sie den Geschmack gerösteten Fleisches auf ihren Zungen. Doch mit zunehmender Modernisierung war es nicht nur in Deutschland verpönt, Fleisch über offenen Flammen zu braten. Denn es galt als Zeichen für Armut. Anders in Amerika: Hier dienten Ziegelsteine, die im Garten aufgebaut waren, als offene Grillstellen. Diese waren jedoch nicht nur gefährlich, sondern auch unpraktisch, vor allem, wenn schlechtes Wetter aufzog.

1952 hatte ein amerikanischer Vater von 12 Kindern und Grill-Fan, die geniale Idee: Im Zuge eines Segeltörns nahm er vom Meer eine Boje mit an Land. Diese teilte er in zwei Teile und füllte in die untere Hälfte das Brennmaterial. Den oberen Teil benutzte er als Deckel. Durch die Verwendung des Deckels, wurde das Fleisch schön zart und war nicht mehr länger außen verkohlt und innen roh. Rasch hielt dieser Grill Einzug in den amerikanischen Gärten. Der Erfinder war währenddessen um die ständige Verbesserung und Weiterentwicklung des Kugelgrills bemüht, denn diese waren bald weltweit eine gefragte Ware. Auch heute ist der Grill strahlender Mittelpunkt jeder Grill-Veranstaltung. Deswegen haben wir uns für Sie die Vor- und Nachteile der einzelnen Grills genauer angesehen. Wertvolle Grilltipps für die richtige Zubereitung und Handhabung finden Sie auch dabei.

Tipp 1 – Jeder Grill hat seine Besonderheiten

80 % der Deutschen verwenden aktuellen Studien zufolge – nach wie vor am liebsten – den Holzkohlegrill, wobei dieser nicht ausschließlich eine Kugelform haben muss, sondern ruhig auch eckig sein darf. In dieser Studie stellte man des Weiteren fest, dass sich viele Deutsche bereits einen Zweit-Grill gönnen. Neben verschiedener Bedienungsweise hat auch das verwendete Brennmaterial großen Einfluss auf das Endergebnis. Finden Sie nun heraus, welcher Grill optimal zu Ihren Bedürfnissen passt:

Holzkohlegrill

Unbestritten erhält gegrilltes Fleisch nur auf dem Holzkohlegrill sein unvergleichliches, würzig-rauchiges Aroma. Kleine Nachteile des Holzkohlegrill: Zum einen die starke Rauchentwicklung, meist ausgelöst durch hinabtropfende Marinade und Fleischsaft in das offene Feuer. Zum anderen, dass sich dieser Rauch wieder auf dem Grillgut niederlegt und dies der Gesundheit nicht dienlich ist. Laut Experten besteht jedoch kein gesundheitliches Risiko, wenn nur hin und wieder Leckereien vom Holzkohlegrill verzehrt werden.

Zudem sollten Sie stark verbrannte Teile vor dem Servieren entfernen. Neben dem unverwechselbaren Grill-Geschmack, sind diese Grills auch herrlich unabhängig und können überall aufgestellt und mitgenommen werden. Im Zuge eines perfekten Grillabends, sollten Sie den Holzkohlegrill eine Stunde bevor Ihre Gäste kommen anheizen. Verwenden Sie dafür Holzkohle, welche aus Buchenholz hergestellt wurde. Diese sorgt für eine gute Glut und raucht nicht so stark, wie Holzkohle aus billigen Abfallhölzern. Ob Sie Holzkohle oder lieber Holzbriketts verwenden, hängt davon ab, wie lange der Grill heiß bleiben soll. Bei Holzkohle kann ungefähr eineinhalb Stunden gegrillt werden, Holzbriketts reichen in der Regel für circa drei Stunden. Für die gemütliche Grillparty auf dem Balkon ist ein Holzkohlegrill nicht zu empfehlen.

Elektro- oder Gasgrill

Dann schon lieber einen Elektro- oder Gasgrill: Diese punkten durch eine geringe Rauchentwicklung, zur großen Freude der Nachbarn. Die Temperatur ist per Knopf regulierbar und es gibt keine langen Wartezeiten, um mit dem Auflegen der kleinen Köstlichkeiten beginnen zu können. Mit einem Gasgrill sind Sie ebenfalls mobil, nur der Elektrogrill macht einen raschen Ortswechsel nicht mit. Für die Grillparty gilt: der Grill muss erst angeworfen werden, wenn die ersten Gäste angekommen sind. Besondere Vorsicht ist beim Gasgrill geboten, wenn heißes Fett in die Flammen tropft: Größere Stichflammen können entstehen!

Campinggrill

Diese Grills sind praktisch, wenn zu Hause weder ein Balkon, noch ein kleiner Garten, zur Verfügung steht. Sie können auch mit einem Fahrrad transportiert werden und sind schnell aufgebaut. Egal ob im Park oder am See – dieser Grill kann bis zu vier Personen mit gegrillten Leckereien verwöhnen. Einem gemütlichen Grillabend im kleinen Kreis steht mit dem Campinggrill nichts im Wege. Sie dürfen übrigens überall dort grillen, wo aufgestellte Tafeln Grillen ausdrücklich erlauben.

Barbecue Smoker Grill

Eine Garkammer, die Side-Fire-Box und ein Schornstein – so sieht der Barbecue Smoker aus. Kein Grill im herkömmlichen Sinne, denn in diesem Smoker wird das Fleisch in großen Stücken indirekt gegart. Dadurch wird es besonders zart und saftig, doch Achtung: Mindestens 4 Stunden muss das Fleisch in dem heißen Rauch liegen, bevor es fertig ist. Ein Smoker ist auch zum Räuchern von Fisch oder für die Zubereitung von leckeren Pizzen geeignet. Grillparty de luxe heißt es, wenn Sie solch einen Smoker Ihr Eigen nennen. Doch aufpassen, hier ist eine lange Vorbereitungszeit einzukalkulieren, dafür haben Sie mehr Zeit, wenn die Gäste da sind.

Plancha Grill

Hier wird auf einer durchgehenden Platte, die auf bis zu 320 Grad Celsius erhitzt wird, das Essen platziert. Auf dieser können auch kleine Stücke, wie Garnelen, gegrillt werden. Liegt das Essen auf der heißen Platte, kann es mit Säften, Marinaden und auch Alkohol übergossen werden. Dies sorgt für ein besonderes Geschmackserlebnis am Gaumen. Verzaubern Sie Ihre Gäste doch mit leckeren Früchten vom Grill zum Nachtisch, diese gelingen wunderbar auf der heißen Platte.

Tipp 2 – Auf Qualität bei den einzelnen Produkten achten

Beginnen wir gleich beim Einkauf des Fleisches: Nicht nur das Verbrauchsdatum gibt Aufschluss über die Frische des Fleisches, sondern auch dessen Aussehen. So sollte Rindfleisch schön rot sein und keine braunen Stellen aufweisen. Frisches, leckeres Schweinefleisch erkennt der Käufer an einer kräftigen rosa Farbe. Auf keinen Fall sollte es zu dunkel sein. Geflügel sollte erst nach dem Grillen mit einer weißen Farbe überzeugen.

Kalbfleisch und Wild sind für den Grill nicht geeignet, da sie, durch die heiße Glut, zu stark austrocknen und zäh werden. Auf keinen Fall sollte Gepökeltes und Geräuchertes auf dem Rost landen. Bei Würstchen darauf achten, dass sie einen Naturdarm als Hülle haben. Zu einer richtigen Grill-Schlemmerei gehören aber auch Gemüse und Obst. Käse und Fisch runden das Angebot perfekt ab. Übrigens: Nicht nur Vegetarier & Co freuen sich über gefüllte Champignons, gegrillte Tomaten mit Mozzarella oder auch gegrillte Zucchini-Scheiben. Zahlreiche Rezepte rund um das Grill-Vergnügen finden sich nicht nur im Internet. Auch viele Bücher punkten mit wertvollen Grilltipps.

Hier ein kleines Rezept von uns: Zucchini der Länge nach in circa 0,5 cm breite Schnitten schneiden, mit etwas Öl bepinseln, auf dem Rost schön knusprig braun grillen und anschließend in einer Marinade aus Olivenöl, gepresstem Knoblauch, Salz und einer Prise Zucker kurz einlegen und ziehen lassen. Schmeckt lecker zu Steak & Co. Achten Sie bei der Zubereitung von Marinaden vor allem darauf, dass diese große Hitze vertragen. Denn einige Kräuter (unter anderem Oregano, Basilikum, Paprikapulver) und auch Knoblauch verbrennen und werden bitter. Diese also besser erst auf dem fertig gegrillten Fleisch und Gemüse verwenden. Bestens geeignet für die Marinade vorab sind Thymian und Rosmarin. Auch wichtig: Vergessen Sie nicht, geeignete Unterlagen (wie Aluschalen) zu besorgen, wenn Fisch, Obst und Käse am Gitterrost landen sollen.

Tipp 3 – Das schmeckt lecker als Beilage

Natürlich gehört zu den gegrillten Köstlichkeiten, auch eine leckere Auswahl an Beilagen. Besonders geeignet sind verschiedene Salate, wie zum Beispiel ein Krautsalat, Kartoffelsalat, Gurken- oder Tomatensalat. Wenn mehrere Gäste geladen sind, sollten zwei, drei verschiedene Salate bereitstehen. Übrigens: Kräuterbutter passt nicht nur lecker auf das fertige Fleisch, sondern auch als Aufstrich für Baguette oder Schwarzbrot. Landet dieses kurz vorm Servieren auf dem Rost, werden Ihre Gäste begeistert sein. Unverzichtbar sind ebenfalls verschiedene Saucen und Dips. Wenn genug Zeit vorhanden ist, rühren Sie selbst ein paar Saucen zusammen. Die meisten Saucen gehen rasch von der Hand: Zutaten in eine Schüssel und gut durchrühren – fertig. Whisky, Schnaps oder Weinbrand schmecken nicht nur pur, sondern helfen, so manche Sauce zu veredeln. Doch auch im Handel werden Sie rasch fündig: Salsa, Barbecue-Saucen oder cremige Kräuter-Saucen verwöhnen Ihre Gaumen.

Tipp 4 – Welche Getränke gehören zu einem gelungenen Grillabend?

Egal, ob edel oder rustikal, Bier hat die Nase vorn. Zum Durst löschen, sollten aber auch stilles und prickelndes Mineralwasser verfügbar sein. Kinder freuen sich über leckere Fruchtsäfte und Mixgetränke. Als kleinen Digestiv nach dem Essen, überraschen Sie doch die Herren mit einem edlen Weinbrand oder Whisky. Die geladenen Damen freuen sich über einen fruchtig-leichten Likör. Rot- und Weißwein, passend zum servierten Essen, ist ein Zeichen für Ihre tolle Aufmerksamkeit als Gastgeber/in. Noch ein kleiner Tipp: Sommerlich fruchtige Bowlen und selbst gemixte Cocktails sorgen bei den Anwesenden für sonniges Urlaubsfeeling.

Tipp 5 – Jeder bringt was mit

Sind viele Gäste geladen, kann die Besorgung der Getränke und Beilagen schon sehr kostenintensiv für die Gastgeber werden. Veranstalten Sie doch eine Grillparty, auf die jeder eingeladene Gast etwas mitbringt. Um zu verhindern, dass dann vielleicht nur Bier und fünf Kartoffelsalate das Buffet bereichern, müssen Sie, als Gastgeber/in, dies vorab managen. Funktioniert wunderbar und einem gelungenen Fest steht nichts im Wege.

Tipp 6 – Spaß und gute Laune, aber nicht bei Ihren Nachbarn?

Leider entstehen bei zahlreichen Grill-Veranstaltungen im eigenen Garten, auf Terrasse und Balkon, auch immer wieder Streitereien. Gründe dafür gibt es genügend: Dem Nachbarn ist es zu laut, der Rauch zu viel oder er ist vielleicht überhaupt ein wenig missmutig?!

Wie entscheidet der Gesetzgeber in solchen Fällen?

Grundsätzlich gibt es im Miet- und Wohnungsrecht keine konkreten Regeln zum Thema Grillen. Dafür sind, nicht nur in Deutschland, zahlreiche Gerichte jährlich darum bemüht, zwischen Betroffenen zu vermitteln und ihre Urteile für die Grill-Liebhaber nicht zu hart ausfallen zu lassen. In diesem Zusammenhang gilt einfach das Gebot der Höflichkeit und Rücksichtnahme: Der geneigte Grillfreund sollte also eine zu starke Rauchentwicklung vermeiden und den Grill nicht über Gebühr anwerfen – dafür nörgelt der Nachbar nicht ständig herum, wenn hin und wieder der Grill-Duft seine Nase umweht. Es gibt explizit keine Rechtsgrundlage, wie oft der Grill angeworfen werden darf.

Die Richter entscheiden deswegen, je nach vorliegendem Fall, individuell und sehr unterschiedlich. In Mietshäusern gilt, dass das Grillen eventuell in der Hausordnung verboten sein könnte. Ansonsten darauf achten, dass entstehende Rauchschwaden nicht die Schlaf- und Wohnräume der anderen Mieter zunebeln. Um keine Ruhestörung zu begehen, sollte ab 22:00 Uhr der Lärmpegel auf Zimmerlautstärke reduziert werden. Gegenseitiger Respekt, Höflichkeit und Entgegenkommen ist also auch beim Thema Grillen bestens geeignet, um Streitereien und Anzeigen zu verhindern. Kleiner Vorschlag: Laden Sie doch einmal die Nachbarn zu sich ein oder bringen ihnen ein kleines Häppchen zum Kosten. Das sorgt vielleicht für gute Laune und mehr Verständnis, wenn Sie den Grill anwerfen.

Tipp 7 – Sicherheit geht vor

Abgesehen von ärgerlichen Zwischenfällen mit den Anrainern und Nachbarn, sollte des Weiteren beachtet werden, dass das Spiel mit dem Feuer auch gefährlich werden kann. Deswegen den Grill immer so hinstellen, dass er windgeschützt und sicher auf seinen Beinen steht. Alle leicht brennbaren Gegenstände haben rund um den Grill nichts verloren. Ein Eimer kaltes Wasser, der griffbereit zum Löschen bereitsteht, dient nicht nur der eigenen Sicherheit. Verwenden Sie keine Brandbeschleuniger, diese zählen zu den Favoriten unter den Auslösern von ungewollten Bränden. Stattdessen nehmen Sie die im Handel erhältlichen Grill-Anzünder, diese sind auch nicht gesundheitsgefährdend. Achten Sie auch besonders darauf, dass Kinder nie unbeaufsichtigt in der Nähe des Grills spielen und herumtollen. Nehmen Sie als Brennmaterial für Kugelgrill & Co keine zu mindere Ware und vor allem keine lackierten oder verunreinigten Holzscheite. Gute Qualität beim verwendeten Material wirkt sich positiv auf die gegrillten Lebensmittel aus.

Tipp 8 – Reinigung des Grills – oh Schreck!

So lecker und erfreulich das Essen und gemütliche Beisammensein im Kreise seiner Lieben und Freunde ist, umso schlimmer ist die Reinigung des Grills. Ein kleiner Geheimtipp: Wickeln Sie den Rost über Nacht in nasses Zeitungspapier ein und am nächsten Tag lässt sich dieser unkompliziert reinigen.

Nun steht einer gelungenen Grillparty nichts mehr im Wege – wir wünschen viel Spaß!

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Tagged under