Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ)

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ermöglicht Menschen zwischen 16 und 27 Jahren in einem sozialen und gemeinschaftlichen Bereich tätig zu sein. Der Dienst dauert in der Regel zwischen 6 und 18 Monaten. Das Ziel eines FSJ ist es, jungen Menschen den Sinn von Gemeinschaft näher zu bringen und sie aktiv an der Gestaltung einer Gesellschaft zu beteiligen. In dieser Zeit lernen sie den geregelten Arbeitstag kennen und sind wie andere Angestellte ein vollwertiges Team mit Vollzeitbeschäftigung, also mit ca. 35-40 Wochenstunden. Angeboten wird ein Soziales Jahr von einem Träger, wie beispielsweise einem Wohlfahrtsverband, einer Religionsgemeinschaft oder einer Gemeinde.

Wo kann man ein FSJ absolvieren?

Als Einsatzstellen bieten sich für gewöhnlich alle Bereiche an, die sowohl sozial, kulturell als auch politisch tätig sind. Allen voran sind Stellen in der Kranken- und Altenpflege. Des weiteren gibt es viele Möglichkeiten mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, wie die Betreuung in einem Kindergarten, einer Schule oder in Jugendclubs. Auch Einrichtungen, die körperlich und geistig behinderte Menschen betreuen, sind auf die Arbeit von Freiwilligen angewiesen. Im kulturellen Bereich können die Freiwilligen im Theater, Museum oder anderen Kulturvereinen tätig werden. Ebenfalls können sie sich in der politischen Bildung engagieren oder Aufgaben in Kirchengemeinden übernehmen. Das Freiwillige Soziale Jahr deckt also eine Menge an Tätigkeiten ab und bietet je nach Interessen viele verschiedene Entfaltungsmöglichkeiten. Auch ein Soziales Jahr im Ausland ist möglich.

Welche Vorteile bietet ein FSJ?

Diese Arbeit bietet neben der persönlichen Entwicklung und dem sozialen Engagement viele bürokratische Vorteile mit sich. Das bedeutet zum Beispiel, dass Eltern weiterhin Kindergeld beziehen dürfen, wenn ihr Kind, also der Freiwillige, nicht älter als 25 Jahre alt ist. Ebenfalls ist dieser in vollem Umfang wie ein normaler Arbeitnehmer in der Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versichert. Somit werden auch die Krankenversicherungskosten von der Einsatzstelle übernommen. Ein weiterer Vorteil ergibt sich für diejenigen, die sich nach ihrem sozialen Jahr an einer Universität einschreiben möchten, denn das Freiwillige Soziale Jahr wird als Wartezeit und in bestimmten Studiengängen auch als Praktikum angerechnet. Der monatliche Lohn beträgt mit ca. 330 Euro „Taschengeld“ nicht sonderlich viel, doch dem Freiwilligen wird oft Unterkunft und Verpflegung gestellt. Dies ist jedoch abhängig von den jeweiligen Einsatzstellen.

Was ist der Unterschied zum Bundesfreiwilligendienst (BFD)?

Als 2011 die Wehrpflicht und der damit wichtige Zivildienst abgeschafft wurden, sind mehrere tausend Stellen verloren gegangen, die sonst verpflichtend in sozialen Einrichtungen besetzt waren. Um diese große Lücke zu schließen, wurde der Bundesfreiwilligendienst von der Bundesregierung ins Leben gerufen. Die Stellen, die sonst für Zivildienstleistende gedacht waren, wurden seitdem für Freiwillige des BFD reserviert. Anders als das Freie Soziale Jahr, ist der BFD also eine Initiative der Regierung. Neben der Arbeit für Behinderte, Kinder und Pflegebedürftige, können sich Freiwillige auch in der ökologischen, sportlichen und in der Integrationsarbeit engagieren.

Während ein FSJ nur ein mal im Leben gemacht werden kann, ist ein BND mehrere Male, mit Abständen von jeweils fünf Jahren, möglich. Dementsprechend gibt es hier keine Altersgrenze. Wichtig ist nur, wie bei einem Sozialen Jahr auch, dass der Freiwillige die Vollzeitschulpflicht vor dem Antritt erfüllt hat. Wenn man älter als 27 ist, ist auch die Ausübung einer Teilzeitstelle, also 20 Stunden in der Woche, möglich. Die Arbeit eines Bundesfreiwilligendienstes beschränkt sich jedoch auf den deutschen Raum, so dass eine Tätigkeit im Ausland nicht möglich ist.

Wann ist der beliebteste Zeitpunkt für Freiwilligendienste?

Die meisten Freiwilligen nutzen diese Möglichkeit als Überbrückung von Abitur zum Studienbeginn. Dies bietet sich vor allem an, wenn man aufgrund von Numerus Clausus oder fehlenden praktischen Nachweisen auf einen Platz warten muss. Andere engagieren sich in einem der Freiwilligendienste, um eine Pause vom Lernen zu bekommen und um trotzdem aktiv zu sein. Vor allem das Interesse an sozialen und menschlichen Projekten machen das Angebot an einem der Dienste interessant für junge Menschen. Im Jahr 2011/2012 absolvierten fast 45.000 Menschen ein Freies Soziales Jahr. In der Regel besteht der größte Anteil aus Frauen, doch die Zahl der Männer nimmt immer weiter zu.

Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

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