Der Börsengang von Zalando

Seit dem Jahr 2012 wird über einen möglichen Börsengang von Zalando spekuliert. Seit Anfang September ist jedoch fix, dass der Konzern an die Börse geht. Das genaue Datum ist der 1. Oktober 2014. Doch seit dem 18. September wirbt das Unternehmen bereits mit seinen Aktien. Schlussendlich ist man auf der Suche nach Investoren. Die Nachfrage ist, laut eigenen Angaben, enorm. Dennoch soll die Aktie gerade einmal 21,50 Euro pro Stück kosten. Experten sind überrascht, denn eigentlich hätte man eine volle Ausschöpfung der Preisspanne erwartet.

Ab 1. Oktober gibt es die Zalando-Aktien

Fakt ist: Der Online-Händler wird am 1. Oktober an der Frankfurter Börse starten und somit rund 650 Millionen Euro einnehmen. Die vorgegebene Preisspanne, die zwischen 18 Euro bis 22,50 Euro pro Aktie lag, wird aber nicht voll ausgeschöpft. Das Papier des deutschen Unternehmens soll gerade einmal 21,50 Euro kosten. Das ist auch der Grund, warum das Unternehmen aus Deutschland nicht ganz so viel einnehmen wird, wie es zu Beginn der Spekulationen erwartet wurde. Hätte das deutsche Unternehmen die volle Preisspanne gewählt, läge der Betrag bei 633 Millionen Euro. Der Ausgabepreis wird mit etwa 5,35 Milliarden Euro bewertet. Zu Beginn war noch unklar, weshalb der Online-Händler die volle Preisspanne nicht ausgenutzt hat. Mit einer Stellungnahme brachte man aber Licht in das Dunkel und erklärte den Richtwert damit, dass die Anfrage sehr groß sei. Bereits 28 Millionen Papiere sollen bereits zugeteilt worden sein. Laut aktuellem Stand sind rund 11,3 Prozent des Unternehmens notiert.

Die Gebrüder Samwer und die Beteiligungsgesellschaft Kinnevik sind die Haupteigentümer

Das Unternehmen ist vor allem für seine Kampagnen bekannt. „Schrei vor Glück“ gilt als eine der erfolgreichsten und bekanntesten Werbungen des Online-Händlers. Warum das deutsche Unternehmen erst 2014 den gewagten Schritt setzt? Wohl, weil die Zahlen erst jetzt endgültig dafür sprechen. Bereits im September war klar, dass das Unternehmen auch 2014 einen Gewinn erzielen konnte. Beim Börsengang werden exakt 24.476.223 neue Aktien ausgegeben – das entspricht einem Plus von 3.671.433 Anteilsscheinen. Mit 35,6 Prozent ist Kinnevik, eine Beteiligungsgesellschaft aus Schweden, der Haupteigentümer des deutschen Unternehmens. Auch die Investoren Oliver, Alexander und Marc Samwer gelten als Haupteigentümer mit einem Anteil von 16,7 Prozent. Der Schritt, den das Unternehmen mit 1. Oktober setzt, bringt jedoch eine gewisse Umverteilung mit sich. So behalten die Sawmer-Brüder 14,81 Prozent, Kinnevik hält nur noch bei 31,57 Prozent.

Auch der Mutterkonzern versucht sein Glück

In erster Linie möchte man mit dem Geld, das ab dem 1. Oktober 2014 folgt, das Wachstum des Unternehmens fördern. Das Unternehmen will stärker und größer werden und macht auch kein Geheimnis daraus, auch etwaige Zukäufe abzuschließen. Des Weiteren will der deutsche Konzern die Kundenbasis erweitern und in regionale Märkte vordringen. Derzeit verfügt das Unternehmen über 14 Millionen Kunden. Des Weiteren planen die Gebrüder Samwer auch ein IPO des Rocket Internet, dem Mutterkonzern von Zalando. Mit der Tatsache, dass das deutsche Unternehmen an die Börse geht, möchte man auch das Rocket Internet auf seine Börsenfähigkeit testen. Schlussendlich folgt Rocket Internet am 2. Oktober 2014 dem Konzern auf seinen Weg – einen Tag später als der deutsche Online-Händler.

Die Geschichte

Der Online-Händler Zalando wurde im Oktober 2008 in Berlin, Deutschland, gegründet. Schon das erste Weihnachtsgeschäft bestätigte den erfolgreichen Kurs des Online-Händlers. Seit einigen Jahren ist das Unternehmen die bekannteste Adresse für Markenschuhe und Bekleidung und sorgte immer wieder mit Kampagnen und introvertierten Werbungen für Gesprächsstoff. Mit dem geplanten Börsengang am 1. Oktober 2014, stößt der Online-Händler in neue Gefilde und versucht mit dem neu erwirtschafteten Geld noch größer und stärker am Markt vorzudringen.

Bild: Lupo / pixelio.de

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