Der Innovationsstandort Deutschland und sein Statuts Quo

In Deutschland wird im allgemeinen der Mittelstand, vor allem aber die großen familiären Betriebe als Motor für Innovationen in allen Bereichen angesehen. Doch neuerdings stottert und rattert es im Getriebe. Zwar steigen die Renditen und Waren und Dienstleistungen aus Deutschland sind so gefragt wie schon lange nicht mehr, was aber die Innovationen angeht, stagnieren die Werte laut einer aktuellen Studie der KFW-Bank. Schon im dritten Jahr in Folge wollen immer weniger Unternehmen neues Land betreten und schieben Investitionen in Innovationen auf die lange Bank. Zwar gibt es keinen Rückgang in der Produktivität, aber die Lebensader der deutschen Wirtschaft, nämlich ihre Innovationskraft und Innovationsfreude wird durch fehlende Investitionen in neue Technologien und Erkenntnisse deutlich abgebremst. Offensichtlich scheint die gute wirtschaftliche Lage nicht auf die allgemeine Stimmung abzufärben und es herrscht eine seltsame Form der Angst vor Investitionen in diesen wichtigen Bereich bei vielen mittelständischen Firmen in der ganzen Bundesrepublik. Woran das liegen könnte liefert die KFW als Antwort auch gleich mit, doch befriedigend und lösungsorientiert kann diese leider bei weitem nicht sein.

Die Gefahr liegt in der Krise

Schon auf den ersten Seiten wird klargestellt, dass es weniger die wirtschaftliche Lage in Deutschland selbst ist, die die Unternehmen dazu veranlasst weniger in die Forschung und die Förderung neuer Technologien zu investieren. Es ist eher die subtilere Angst vor der Krise in Europa und der weltweiten Finanzkrise die dazu führt, dass die Betriebe ihre Finanzen lieber mit Rücklagen aufstocken. Die sinkende Nachfrage und die sinkende Investitionskraft in den anderen Ländern tut ihr übriges um die notwendigen Investitionen in den Innovationsstandort schon im voraus abzuwürgen. Es sind aber weniger die bekannten Krisenherde wie Griechenland oder Spanien die zu diesem Klima beitragen, sondern eher die potentiellen Risikokandidaten wie Frankreich und Italien, die dem Mittelstand in Deutschland große Sorgen bereiten. Die Wirtschaft dieser Länder ist stark mit der Wirtschaft in Deutschland verzahnt und entstehen hier Probleme hat das schnell große Auswirkungen auf den Wirtschafts- und Innovationsstandort in Deutschland. Die Auswirkungen auf die Forschung und auf die Wissenschaft wären ebenso unabsehbar wie die Folgen für die Wirtschaft und genau dieses Katastrophenszenario bereitet vielen Firmen scheinbar große Kopfschmerzen. Trotzdem überwiegt die Angst um die eigene finanzielle Kraft und schon fast jedes dritte Unternehmen drückt, wenn es um die Entwicklung und Forschung geht, kräftig auf die Investitionsbremse.

Abhilfe kann hier nur die Politik bringen

Gerade in solchen Zeiten kann nur die Politik die Lösung bringen und für eine nachhaltige Veränderung der Situation sorgen. Ob hier die sogenannte „Deutsche Lösung“ der Austerität den richtigen Weg darstellt, oder ob man eher den Ideen aus Frankreich mit mehr Investitionen und zielgerichteten Förderungen folgen sollte, kann die Studie der KFW natürlich nicht beantworten. Aber deutlich wird in jedem Fall, dass es auf längere Sicht so nicht mehr weitergehen kann und der Mittelstand in ganz Europa wieder Chancen bekommen muss. Denn jede vergeudete Förderung der Wissenschaft sorgt dafür, dass wichtige Innovationen nicht mehr schnell und rechtzeitig auf den Märkten ankommen können und mindern so die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Unternehmen. Der so entstehende Investitionsstau sorgt mit Sicherheit nur für dafür, dass die Unternehmen weniger wettbewerbsfähig sind und im Vergleich zur Konkurrenz einen merkbaren Nachteil haben. Ein Risiko, dessen Folgen in der Gesamtheit der Wirtschaft unabsehbar sein könnten und nicht nur der Bundesrepublik und ihren Partnern, sondern ganz Europa und der Welt schwere Lasten aufbürden könnte.

Bild: günther gumhold / pixelio.de

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