Der Super Bowl und die Werbung

Der Super Bowl ist das ultimative Sport-Spektakel des Jahres in den USA. Dieses Jahr markiert die nunmehr 49. Auflage des Mega-Events der NFL, der stärksten Football Liga der Welt. Es wird am 1. Februar in Glendale, Arizona ausgetragen. Und auch diesmal werden weltweit wohl wieder mehr als 800 Millionen Menschen vor den TV Geräten sitzen und sich ein Spiel anschauen, von denen viele die Regeln wohl nie so ganz verstehen werden. Die mit Abstand meisten Zuschauer kommen aber weiterhin aus den USA, wo etwa 111 Millionen im Durchschnitt und in der Spitze sogar unglaubliche 150 Millionen Menschen das Spiel verfolgen. Dementsprechend begehrt ist natürlich auch die Werbezeit in den – mitunter sehr zahlreichen – Unterbrechungen der Partie. Wenn mehr als 100 Millionen konsumverliebte Amerikaner vor den Bildschirmen sitzen, sind natürlich viele Unternehmen scharf darauf, ihre Marke in einem Spot präsentieren zu dürfen.

Preise für die Werbezeit steigen immer weiter

Die Preise, die die übertragenden Sender für die Platzierung von Spots verlangen, steigen praktisch von Jahr zu Jahr. Wurde für einen 30-sekündigen Spot im Jahre 2009 noch eine Summe von knapp 3 Millionen Dollar aufgerufen, kostet er in diesem Jahr schon zwischen 4 und 4,5 Millionen. Das sind immerhin stolze 150.000 Dollar pro Sekunde. Und das sind nur die Kosten für den Sendeplatz. Hinzu kommen noch die teils immens hohen Produktionskosten, denn ein Spot beim Super Bowl darf natürlich nicht irgendein Spot sein, sondern muss zu den besten seiner Zunft gehören. Und was natürlich auch nicht fehlen darf, ist ein Star, der das beworbene Produkt standesgemäß anpreist. So ziemlich alles, was in Hollywood Rang und Namen hat, ist schon mindestens einmal in einem Spot beim Super Bowl zu sehen gewesen und kassierte dafür Gagen, die in etwa noch einmal so hoch sind wie die Kosten für die Ausstrahlung selbst.

Werbung fast wichtiger als das Spiel

Alles in allem geht also schon mal eine zweistellige Millionensumme für so eine halbe Minute Werbung drauf, was die großen Unternehmen wie Mercedes oder McDonalds aber kaum tangiert. Denn sie wissen genau, welche Strahlkraft von einem Spot beim Super Bowl ausgeht. Neben dem eigentlichen Spiel ist die Werbung nämlich das Gesprächsthema Nr. 1 beim amerikanischen Publikum. Viele können es kaum erwarten zu sehen, welch kreative und vor allem lustige Spots sich die Marketing Abteilungen dieses Mal wieder ausgedacht haben und wie ihre geliebten Stars diese präsentieren und fiebern dementsprechend geradezu auf die Unterbrechungen des Football Spiels hin. Mittlerweile laufen im Vorfeld des Spiels sogar schon eigene Werbespots für die Werbespots, die beim Super Bowl über die Mattscheibe flimmern werden. Kein Wunder also, dass die begehrten Sendeplätze schon Monate vor dem eigentlichen „Kick Off“ des finalen Spiels um den Gewinn der NFL Meisterschaft restlos ausverkauft sind. Fast genauso wichtig sind aber auch die Nachwirkungen der Spots in den sozialen Netzwerken und besonders auf YouTube. Ein Clip von Sodastream mit Scarlett Johansson, der kurzerhand aus dem Programm gestrichen wurde, weil darin Coca Cola und Pepsi verunglimpft wurden, hatte z.B. schon wenige Tage danach über 6 Millionen Klicks auf dem Videoportal. Es gibt also keinen besseren Platz für eine Werbung als diesen. Denn das, was Werbung erreichen soll, nämlich die Marke bei möglichst vielen Menschen präsent zu machen, ist hier zu 100 Prozent gegeben.

Vor allem Frauen schauen die Werbung gerne

Auch wenn sich nach wie vor insgesamt mehr Männer als Frauen den Super Bowl anschauen, sind es doch gerade die Damen, die sich besonders gern die Spots zwischen dem Spiel zu Gemüte führen. Ob es daran liegt, dass sie froh sind einen Moment Pause von einem Spiel machen zu können, dass sie gar nicht verstehen, ist nur Spekulation, doch die Marketing Strategen haben längst auf diesen Umstand reagiert und fahren entsprechend häufig Werbung, die speziell auf das weibliche Geschlecht zugeschnitten ist. In solchen sieht man dann z.B. einen nur mit einer engen Unterhose bekleideten David Beckham oder ähnliches.

Bild: Peter Smola / pixelio.de

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