Deshalb sollten Sie auf eine Umverpackung nicht verzichten!

Verpackungen haben verschiedenste Funktionen. So dienen sie nicht nur zum Schutz von Produkten (Schutzfunktion), sondern auch einer besseren Handhabung, Lagerung (Lagerfunktion) und Ladung sowie zum einfacheren Transport (Lade- und Transportfunktion). Außerdem hat eine Verpackung einen Werbecharakter inne, macht den Verbraucher auf das Produkt aufmerksam (Werbefunktion) und garantiert, dass das in der Umhüllung enthaltene Produkt der Abbildung auf der Verpackung entspricht (Garantiefunktion). Nicht zuletzt spielt auch die Wiederverwendbarkeit der Verpackung eine wichtige Rolle: Können beispielsweise Umhüllungen aus Wellpappe oder Kartonverpackungen zu Altpapier recycelt werden, appelliert diese Tatsache an das Umweltbewusstsein des Verbrauchers (Zusatzfunktion).

Wofür werden Umverpackungen gebraucht?

Inwiefern aber unterscheiden sich Umverpackungen von Verpackungen? Was macht sie aus? Und erfüllen sie den gleichen Zweck?
Bei einer Umverpackung handelt es sich um eine zusätzliche Schutzhülle. Wie auch die klassische Verpackung fällt sie unter die Verpackungsverordnung (VerpackV) aus dem Jahre 1991.
In § 3 I Nr. 3 der VerpackV wird die Umverpackung folgendermaßen legaldefiniert:
Verpackungen, die als zusätzliche Verpackungen zu Verkaufsverpackungen verwendet werden und nicht aus Gründen der Hygiene, der Haltbarkeit oder des Schutzes der Ware vor Beschädigung oder Verschmutzung für die Abgabe an den Endverbraucher erforderlich sind.

Im Gegensatz zur Verpackung steht sie aber nicht in einer direkten Beziehung zum Produkt. Dennoch kann sie die zuvor genannten Funktionen der klassischen Verpackung noch verstärken.

So ist es gängige Praxis, besonders kleine Produkte zusätzlich mit einer Umverpackung zu umhüllen, um Diebstählen vorzubeugen. Als Beispiel kann hier die Pappschachtel einer Zahnpastatube oder die Blisterhülle eines Videospiels genannt werden. Gleichzeitig erleichtert diese größere Umhüllung auch die bessere Handhabung des Produkts, sowohl was den Kunden als auch den Verkäufer betrifft. Diese Handhabung hat auch positiven Einfluss auf Ladung, Transport und Lagerung der Ware.
Des Weiteren kommt der Werbefunktion der Umverpackung eine große Bedeutung zu: Eigentlich kleine und leicht übersehbare Produkte werden dem Verbraucher auffälliger und attraktiver präsentiert. Dieser gesteigerte optische Mehrwert wird nicht zuletzt dadurch erreicht, dass das Produkt haltbarer, einheitlicher und hygienischer wirkt (trotz gegensätzlicher Legaldefinition in § 3 I Nr. 3 VerpackV.
Auch dient die Umverpackung der logistischen Bündelung mehrerer Einzelprodukte.

Die wichtigsten Verpackungsmaterialien für Umverpackungen

Eine Umverpackung kann aus verschiedensten Materialien wie Schaumstoff, Wellpappe, Karton Papier, Metall, Glas oder Kunststoff bestehen. Jedes dieser Materialien eignet sich jeweils für bestimmte Waren und hat gewisse Vorteile.

Schaumstoff

Verpackungen aus Schaumstoff lassen sich in den Varianten Polyethylenschaum (PE-Schaum), Polyurethanschaum (PU-Schaum) und Polystyrol (PS) bzw. Styropor vorfinden.
Schaumstoff eignet sich aufgrund seiner hohen Dichte besonders, um empfindliche Waren wie beispielsweise elektronische oder anderweitig stoß- und kratzempfindliche Produkte zusätzlich zu schützen und rutschfest zu machen. Die Anpassbarkeit und Möglichkeit der Maßschneiderung machen Schaumstoff zu einem beliebten Material für Einlagen und individuell zu fertigende Umverpackungen. Des Weiteren enthält Schaumstoff keine giftigen Schwermetalle und ist physiologisch unbedenklich. Dies macht Schaumstoff zu einem umweltfreundlichen Umverpackungsmaterial.

Wellpappe/Karton/Papier

Diese Materialien werden aus Cellulosefasern aus Holz gewonnen. Ihr Hauptanwendungsfeld sind Verpackungen trockener Packgüter, darunter Zucker, Mehl, oder Nudeln. Während sie also für solche trockenen Güter geeignet sind, bieten sie nur geringen Schutz vor Feuchtigkeit, weshalb die Umverpackung zumeist in Verbindung mit einem anderen Material als Primärverpackung eingesetzt wird. Besonders Wellpappe wird häufig als Umverpackung eingesetzt. Ähnlich wie Schaumstoff lassen sich Wellpappe, Karton und Papier sehr gut recyceln und bis zu sechsmal wiederverwenden.

Metall

Die Hauptstoffe der Verpackungen aus Metall sind Aluminium und Weißblech. Aluminium wird aus der Erhitzung von Erz gewonnen und anschließend geschmolzen, damit es sich als Verpackung verwenden lässt. Im Gegensatz zu Wellpappe, Karton und Papier bietet es guten Schutz gegen Feuchtigkeit und wird daher häufig als Primärverpackung in Kombination mit einer Cellulose basierten Sekundärverpackung genutzt.

Ebenso kann es (wie auch Schaumstoff) problemlos wiederverwertet werden.
Weißblech wird insbesondere als klassische Verpackung und weniger als Umverpackung verwendet. Die häufigste Einsatzform ist die Weißblechdose, welche die Haltbarkeit von Lebensmitteln erhöhen soll. Auch für die Umhüllung von Farben und Lacken ist es aufgrund seiner Lichtundurchlässigkeit ideal. Des Weiteren bietet es eine hohe Wiederverwertbarkeit.

Glas

Glas kann auf eine lange Geschichte als Verpackungsmaterial zurückblicken. Es verfügt über eine gute Licht- und Sauerstoffundurchlässigkeit gepaart mit hoher Temperaturresistenz, weshalb es in erster Linie im Lebensmittel- und Getränkebereich eingesetzt wird. Aufgrund seiner Zerbrechlichkeit findet man es jedoch weniger als Umverpackung, sondern primär als normale Verpackung vor. Glas lässt sich bei Mehrwegflaschen bis zu 50 Mal recyceln, wird es eingeschmolzen und anschließend wiederaufbereitet sogar grundsätzlich beliebig oft.

Kunststoff

Kunststoff wird meistens auf Erdölbasis hergestellt. Um eine größere Umweltfreundlichkeit zu gewährleisten, wird zunehmend auch auf Biokunststoffe zurückgegriffen. Diese sind entweder biologisch abbaubar oder bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen (oder beides).
Eine ähnliche Verwendung wie Schaumstoff haben aufgeschäumte Verpackungschips: Sie zeichnen sich ebenfalls durch eine hohe Dichte aus und umhüllen die Ware in ihrer Verpackung stoß- und kratzgeschützt. Nachteilig ist hingegen ihre hohe Luftdurchlässigkeit.

Welche Waren benötigen eine Umverpackung?

Wie zuvor bereits erwähnt, bietet sich eine Umverpackung besonders bei kleinen Produkten wie Zahnpasta, USB-Sticks, Speicherkarten, Zigarettenstangen, Schokoladenriegeln oder Bier-Sixpacks an.

Rechtliche Rahmenbedingungen der Umverpackung

Dennoch benötigen selbstverständlich nicht alle Produkte eine Umverpackung.
§ 5 VerpackV sieht eine Rücknahmepflicht der Umverpackung für den Vertreiber vor.
Gemäß § I VerpackV können Endverbraucher die Verpackung unentgeltlich entfernen lassen oder zurückgeben, sollte der Vertreiber sie vorher nicht selbst entfernt haben. Des Weiteren gilt sogar eine Informationspflicht nach § 5 II VerpackV: Der Vertreiber hat den Endkunden an der Kasse auf dieses Recht aus § 5 I VerpackV aufmerksam zu machen, sofern er die Umverpackung nicht selbst entfernt hat.

Diese Vorschriften finden auch auf den Onlinehandel Anwendung. Primär dienen sie dem Schutz der Umwelt, damit mit diesen Materialien sparsam umgegangen werden kann bzw. sie leichter wiederverwertet werden können.
Eine genaue gesetzliche Regelung der Artikel, die umverpackt werden müssen, existiert jedoch nicht. Vielmehr obliegt es dem Vertreiber, dies selbst zu beurteilen. Im Folgenden stellt dieser Artikel dazu eine zusammenfassende Übersicht sinnvoller Einsatzfelder
sowie der Vor- und Nachteile sinnvoller Einsatzfelder für Umverpackungen vor.

Wann sind Umverpackungen sinnvoll? Welche Vorteile bieten sie?

Umverpackungen eignen sich besonders bei kleinen, wertvollen Produkten, die durch die Umverpackung eine größere Umhüllung erhalten. So wird ihr Diebstahl erschwert.
Außerdem erleichtern Umverpackungen die Logistik bei Waren, die in mehreren Einzelverpackungen vertrieben werden. Hier fasst die Umverpackung diese zu einer einzigen Verpackung (Tray) zusammen, was der Lade-, Lagerungs- sowie Transportfähigkeit zugutekommt.

Besonders sinnvoll ist ihr Einsatz bei Lebensmitteln wie Getränkekartons und Lebensmitteldosen, sei es für Getränke (beispielsweise Bier-Sixpacks), Käse- oder Wurstdosen. Vorteile solcher zusammenfassenden Umverpackungen bestehen neben der einfacheren Logistik (Stapelbarkeit, sicherer Transport) in einer schnelleren Inventur (Zählbarkeit) und einer leichteren Auffüllung von Supermarktregalen (bei Lebensmitteln etc.).

Gleichzeitig gilt es allerdings auch zu beachten, dass Trays, einmal geöffnet, nicht mehr zurückgegeben werden können. Außerdem zieht ein einziges fehlerhaftes Element innerhalb des Trays sämtliche anderen in dieser Umverpackung enthaltenen Waren in Mitleidenschaft, was sich insbesondere bei Flüssigware als Problem präsentiert. Diese Nachteile betreffen jedoch vorwiegend Lebensmittel. Bei anderen Gütern, wie beispielsweise Elektronikartikeln, bestehen diese Schwierigkeiten nicht.
Hier tritt vielmehr sowohl der Diebstahlschutz- als auch der Werbe- bzw. Qualitätsaspekt der Umverpackung hervor.

Bildquelle: ferli / 123RF Standard-Bild