Die Fallen der Aldi-Talk-Tarife

Aldi ist ein Billigdiscounter, seine Beliebtheit ist groß. Auch im Segment preiswerter Tarife für Mobilfunk können Aldi-Kunden von Fall zu Fall billiger wegkommen, als bei O2, Telekom und Co. Allerdings ist der Tarif nicht für jeden geeignet.

Der Aldi-Mobilfunktarif

Deutschlands Discounter Nr. 1 lockt mit Niedrigpreisen, verlässlichen Sortimenten und guter Produktqualität. So liegen auch die angebotenen Aldi-Mobilfunktarife unterhalb der vermeintlichen Premiumkonkurrenz für UMTS, Prepaid und Co. diverser Anbieter. Wer sich den Aldi-Tarif allerdings genau anschaut, wird merken: Billig ist nicht gleich günstig.

Die Konditionen

Wenn man via UMTS mehr als vereinbart telefoniert, gesurft oder gesimst hat, fallen ärgerliche Strafkosten an. Zusätzlich müssen die Aldi-Kunden auch mit Einbußen hinsichtlich der Netzqualität für das Handy rechnen.
„Aldi Talk Paket 300″ heißt der kleinste Smartphone-Tarif. Er kostet 7,99 Euro im Monat. Mit dieser Flatrate kann der Teilnehmer 300 Minuten in die deutschen Netze telefonieren und 300 SMS los schicken. Auch die Benutzung von 300 MB Highspeed Internet (7,2 Mbit/s) ist in dem Tarif inbegriffen.
Obendrauf packt der Discounter in seine Flatrate eine einmalige Startgebühr von 12,99 Euro. Davon werden allerdings 10 Euro wieder verrechnet.
Kunden von diversen anderen Anbietern zahlen schnell 20 Euro oder mehr monatlich – ihnen erscheinen 7,99 Euro als besonders Schnäppchen. Vor dem vermeintlich wesentlich besseren Geschäft sollten Wechselwillige die Aldi-Konditionen jedoch kritisch prüfen.

Abstriche beim Netz

Eine gute Netzqualität ist ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Aldi-Talk-Teilnehmer telefonieren im Netz von E-plus, das sich nicht gerade durch besonders guten Ausbau auszeichnet. Beispielsweise fällt die Leistung im Vergleich zum Telekom-Netz ab – auf dem flachen Land ist der Empfang eher mäßig.
Allerdings zeigen aktuelle Umfragen, dass dies kein Gegenargument zu Aldi-Talk sein muss. Demzufolge sind die Kunden von E-plus meist zufrieden – trotz vermeintlicher Empfangsprobleme.
Clever ist deshalb, wer zielgerichtet eigene Tests durchführt und den Erfahrungen von Bekannten vertraut.
Ein weiteres Qualitätskriterium ist die Up- und Downloadgeschwindigkeit. Beim Aldi-Tarif fließen die ersten 300 MB mit 7,2 Mbit/s – was durchaus Standard ist. Wenn das Highspeed-Kontingent allerdings aufgebraucht ist, kommt es zu einer Drosselung der Geschwindigkeit. Dabei hängt es vom jeweiligen Nutzer ab, wie schnell das Volumen verbraucht ist. Wer viele Videos oder Bilder empfängt oder versendet, wird die Grenze schnell erreichen.

Es kann teurer werden

User, die oft nur surfen und diverse Chat-Nachrichten schreiben, sind allerdings mit 300 MB ausreichend bedient. Man sollte darauf achten, dass zugeschickte Videos und Fotos nicht unaufgefordert geladen werden. Bei schnell versandten Fotos kann die Auflösung reduziert werden, um den jeweiligen Datenverbrauch zu reduzieren.
Darüber hinaus hat der Nutzer 300 Einheiten für Telefonate und Kurznachrichten zur Verfügung. Eine SMS entspricht einer Einheit – das ist einfach!
Bei den Telefongesprächen wird es komplizierter: Hier zählt die Sprachminute nach dem 60/1 Prinzip – die erste Gesprächsminute wird stets komplett abgerechnet, ab der zweiten Gesprächsminute erfolgt die Abrechnung dann sekundengenau.
Das ist ein Plus der Konkurrenz gegenüber. Denn die berechnet oft durchgängig eine komplette Minute, wenn sie nur angebrochen wurde.
Wer die ganzen Aldi-Talk-Freieinheiten verbraucht hat, muss 11 Cent pro Telefonminute oder SMS mehr bezahlen als bei der Konkurrenz. Denn die verlangt oft nur 9 Cent. Konkurrenzangebote offerieren beispielsweise Lidl in das O2-Netz, aber auch Rewe in das Netz der Telekom und Edeka mit Vodafone.

Ein Fazit

„Aldi Talk Paket 300“ ist eine gelungene Offerte für alle, die nicht ohne Unterbrechung am Smartphone hängen. Telefonfreaks, auch mit Prepaid Handys, und diejenigen, die auch unterwegs Videos auf dem Handy anschauen wollen, sollten anderswo auf günstige Tarife achten.

Bild: Rödi / pixelio.de

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