Die Gesundheit am Arbeitsplatz schützen

Beim Thema Arbeitsschutz denken sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer zunächst an Sicherheitsschuhe, Maximalkonzentrationen bestimmter Chemikalien, Helme, Schutzhandschuhe und Kittel. Also an alles, was man bei der Arbeit mit Gegenständen oder Stoffen beachten sollte, die als gefährlich für die Gesundheit eingestuft werden. Dabei beginnt Arbeitsschutz schon mit dem Schutz und dem Erhalt der Gesundheit und des Wohlbefindens in einem ganz alltäglichen Büro. Einen Schutzhelm wird man hier kaum antreffen.

Kluge Chefs achten jedoch von vornherein darauf, ihre Mitarbeiter vor Erkrankungen oder Beschwerden zu schützen. Dies geschieht natürlich in beiderseitigem Interesse: Sie als Arbeitnehmer wollen aus eigenem Antrieb gesund bleiben. Wer ist schon gern krank? Ihr Arbeitgeber ist natürlich ebenso daran interessiert, dass Sie produktiv sind und zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Gesunde Arbeitnehmer sind schlicht und ergreifend besser für die ökonomische Bilanz.

Essentiell: Der richtige Bürostuhl

Wenn Sie fast Ihre gesamte Arbeitszeit am Schreibtisch verbringen, sollten Sie besondere Ansprüche an Ihren Bürostuhl stellen (Mehr Infos zur Bürostuhlwahl). Idealerweise ist er leicht gefedert und angenehm gepolstert. Neben einer verstellbaren Rückenlehne verfügt er auch über Armlehnen, die in der Höhe verstellbar sind. Natürlich sollte auch die Sitzhöhe individuell verstellbar sein.
Es gibt auch andere Sitzmöglichkeiten für das Büro. Sitzbälle etwa erfreuen sich immer wieder großer Beliebtheit. Auch Stühle mit einer besonderen Lagerung der Sitzfläche finden sich in vielen Büroräumen. Vorrangig geht es hier darum, den Sitzenden davon abzuhalten, in sich zusammenzusacken.

Egal, für welche Sitzgelegenheit Sie sich entscheiden, achten Sie auf folgende Punkte: Ergonomisch gesund sitzen Sie, wenn Ihre Knie einen rechten Winkel bilden. Auch Ihre Unterarme sollten mit den Oberarmen einen rechten Winkel ergeben, wenn Sie die Unterarme auf der Schreibtischplatte abstützen. Wenn Ihr Bürostuhl eine Lehne hat, sollte diese Ihren unteren Rückenbereich stützen. Dies trägt zu einer Stabilisierung der Lendenwirbelsäule bei.

Bewegung einbauen

Nachdem Sie sich nun für den optimalen Bürostuhl entschieden haben, um Rückenschmerzen oder sogar einem Bandscheibenvorfall vorzubeugen, sollten Sie sich einer Tatsache stellen: Ganz ohne Bewegung wird Ihr Bewegungsapparat dennoch Schäden davontragen. Als Faustregel gilt: Sie sollten spätestens nach 45 Minuten aufstehen und sich ein wenig bewegen. Das bedeutet noch lange nicht, dass Sie Ihre Arbeit vernachlässigen. Das Gegenteil ist der Fall. Medizinische Studien und Untersuchungen zeigen immer wieder, dass die Aufmerksamkeitsspanne eines Menschen etwa eine dreiviertel Stunde umfasst. Danach braucht unser Kopf eine kleine Pause. Wir sind dann wieder fit für die nächste Phase intensiven Arbeitens.

Für die Bewegungseinheit reichen schon kleine Dinge. Gehen Sie zum Beispiel zum Arbeitsplatz eines Kollegen, wenn Sie eine Frage haben. Damit sparen Sie sich das Telefonat und kommen in Schwung. Oder Sie holen sich Ihren Kaffee in der Teeküche selbst, statt Ihren Assistenten zu schicken. Statt die Empfangsdame mit Ihren Gästen bis zu sich kommen zu lassen, holen Sie diese einfach selbst ab. Es ist also einfach, auch im Büro in Bewegung zu kommen.

Zudem ist Ihre Mittagspause ein wunderbarer Anlass für einen Spaziergang an der frischen Luft. Sie können richtig abschalten und tun Ihrem Kreislauf sowie Ihrem Bewegungsapparat etwas Gutes. Zudem wird durch Tageslicht und die extra Portion Sauerstoff Ihr Immunsystem aktiviert.

Freizeitsport zum Ausgleich

Auch in Ihrer Freizeit sollten Sie für ausreichend Bewegung sorgen. Ob Sie dafür nun einem Verein beitreten, im Fitnessstudio schwitzen oder sich regelmäßig aufs Rad schwingen, spielt keine große Rolle. Wichtig ist, dass Sie etwas tun, bei dem Sie möglichst Ihre gesamte Muskulatur stärken. Ihr Hauptaugenmerk sollte dabei auf Ihrem Rücken liegen. Statistisch gesehen sind Rückenbeschwerden nach wie vor eine der häufigsten Ursachen für längere Arbeitsausfälle.

Vor allem aber sollte Ihnen Ihr Freizeitsport Spaß machen. Dann hat er positive Auswirkungen auf Ihren Körper und auf Ihren Geist. Während körperlicher Betätigung, die Ihnen Freude bereitet, schüttet Ihr Körper vermehrt so genannte Glückshormone aus. Diese sind verantwortlich für das Hochgefühl, welches sich während einer gelungenen Trainingseinheit einstellt und auch danach noch anhält. Ein weiteres Argument für Sie, sich in Bewegung zu setzen, sollte der Abbau von Stresshormonen sein. Während Sie auf der Arbeit in Stress geraten, werden diese produziert. Sie versetzen Ihren Körper in einen alarmbereiten Zustand. Abgebaut werden Stresshormone nur durch körperliche Bewegung. Bleiben sie dauerhaft im Körper, können sie Ihnen Herzrhythmusstörungen und andere Beeinträchtigungen bescheren.

Angepasste Ernährung

Zu den Hauptursachen für viele chronische Erkrankungen zählt eine unausgewogene Ernährung. Auch im Büro sollten Sie daher darauf achten, wie Sie sich ernähren. Dazu gehört, dass Sie regelmäßig essen und auf dauerhaftes Naschen nebenbei verzichten sollten. Unser Gehirn registriert gar nicht, wie viel wir zwischendurch snacken, wenn wir uns dabei eigentlich auf etwas Anderes konzentrieren. Die meisten dieser Snacks haben eines gemeinsam: Sie sind zu fettig und enthalten zu viel Zucker. Eine gute Alternative ist da Obst und Gemüse. Dieses sollten Sie schon geschnitten mit ins Büro bringen und in einer kleinen Pause ganz bewusst essen.

Ein Kalorien- und Fettfalle ist auch oft das Essen in der Kantine. In vielen Bürokantinen wird noch immer täglich Fleisch angeboten. Gemüse kommt häufig aus der Konserve. Den Gerichten werden Geschmacksverstärker zugesetzt. Achten Sie daher besonders darauf, was und wie viel Sie in der Kantine zu sich nehmen. Auch, wenn es Ihnen zu Anfang schwerfällt, lohnt es sich perspektivisch, hier standhaft zu bleiben. Viele Kantinen bieten mittlerweile Salattheken an. Hier können Sie sich nach Lust und Laune bedienen. Ein oder zwei Mal in der Woche können Sie dann mit ruhigem Gewissen zur Currywurst oder zu Haxe mit Sauerkraut greifen.

Generell gilt beim Kantinenessen: Essen Sie sich satt, ohne sich vollzustopfen. Es regnet nicht, nur weil Sie etwas auf dem Teller liegen gelassen haben. Zudem wirken Sie damit dem berüchtigten Mittagstief entgegen. Dieses entsteht unter anderem durch zu üppige Portionen. Auch Sodbrennen kann seine Ursachen darin haben.
Tun Sie sich und Ihrer Gesundheit also etwas Gutes. Gehen Sie das nächste Mal bei der Wahl in der Kantine mit Köpfchen vor!

Thema Stress

Vom lateinischen „stringere“ abgeleitet bedeutet das Wort Stress zunächst einmal anspannen. Die heutige Verwendung des Wortes geht auf die englische Bedeutung ´Druck´ zurück. Wenn Sie gestresst sind, dann stehen Sie also zunächst einmal unter einem gewissen Druck. Sie fühlen sich ein Stück weit belastet und arbeiten angestrengt.

Zunächst einmal sollte Ihnen bewusst sein, dass ein bestimmtes Maß an Stress durchaus positiv ist. Anspannung entsteht schon, wenn Sie eine Sache gern machen und Sie darüber hinaus noch so gut wie möglich machen wollen. Oder im Team entsteht eine Arbeitsatmosphäre und Stimmung, von der Sie sich mitreißen lassen. Diese und andere Situationen empfinden wir als positiven Stress. Sie sind förderlich für unsere Produktivität und nicht schädlich. Sie tun also Ihrer Gesundheit etwas Gutes, wenn Sie in einem Kollegium arbeiten, indem man sich gegenseitig mitreißt.

Stress vermeiden

Stress, den Sie als unangenehm empfinden, sollten Sie vermeiden. Wenn Sie dauerhaft unter Volldampf stehen, hat das bald Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Sie fühlen sich müde oder finden gar keinen Schlaf mehr. Wahrscheinlich greifen Sie vermehrt zu ungesunden Snacks, um Ihren Energiehaushalt auszugleichen. Ihr Kreislauf wird dadurch dann dauerhaft in Mitleidenschaft gezogen. Ganz zu schweigen von den psychischen Folgen. Sie fühlen sich unausgeglichen, wahrscheinlich überfordert und beginnen, Ihre sozialen Kontakte zu vernachlässigen.

Achten Sie daher unbedingt darauf, Ihren Stresspegel auf einem für Sie gesunden Level zu halten. Dazu sollten Sie zunächst einmal darauf achten, den Überblick zu behalten. To-Do-Listen, auf denen Sie erledigte Aufgaben abhaken können, sind dabei sehr hilfreich. Geben Sie Aufgaben ab, die Sie nicht unbedingt selber erledigen müssen. Achten Sie darauf, in den Pausen auch wirklich eine Pause zu machen. Keiner Ihrer Geschäftspartner wird ernsthaft Anstoß daran nehmen, wenn Sie in der Mittagspause telefonisch nicht erreichbar sind.

Halten Sie von Anfang an Ihren Feierabend ein. Lassen Sie die Arbeit dort, wo Sie hingehört. Unterlagen mit nach Hause zu nehmen sollte eine absolute Ausnahme sein und nicht zur Gewohnheit werden. Anderenfalls kann es passieren, dass Sie keinen Rückzugsort mehr haben. Dieser ist aber notwendig, um Stress auszubalancieren und sich zu erholen.
Es gilt also, sich bewusst mit dem Thema Stress auseinanderzusetzen. Wenn Sie sich Ihrer Kräfte und vor allem Ihrer Kraftreserven bewusst sind und auf Ihre Balance achten, wird Stress keine Bedrohung für Ihre Gesundheit.

Der Ansteckung aus dem Weg gehen

Eine kleine Erkältung ist für viele Arbeitnehmer kein Grund, um zu Hause zu bleiben. Gerade während der kalten Jahreszeit werden Sie daher einigen Kollegen begegnen, die Überträger von Keimen sein können. Achten Sie während dieser Zeit besonders darauf, sich regelmäßig die Hände mit reichlich Seife zu waschen. Verzichten Sie darauf, den angeschlagenen Kollegen zur Begrüßung die Hand zu reichen. Ernähren Sie sich vitaminreich. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass Sie ausreichend schlafen und auch sonst alles tun, um Ihre Gesundheit zu schützen und zu erhalten.

Im Zweifelsfall können Sie auch auf einen erkrankten Kollegen zugehen. Wenn Sie rücksichtsvoll mit ihm sprechen, wird er wahrscheinlich auf Sie hören und sich doch auskurieren, statt zur Arbeit zu erscheinen.
Das gleiche sollte auch für Sie gelten. Wenn Sie krank sind, können sich andere bei Ihnen anstecken. Zudem ist Ihre Produktivität eingeschränkt, worunter Ihre Arbeit leidet. Wenn Sie sich in den eigenen vier Wänden erholen, geht die Erkältung zudem meist wesentlich schneller vorbei, als wenn Sie sich ins Büro schleppen.

Vorbeugende Maßnahmen zur Gesundheit mit Unterstützung durch den Arbeitgeber

Viele Arbeitgeber haben mittlerweile erkannt, dass es sich lohnt, die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter zu schützen und zu fördern. Schon fast traditionell sind Sportangebote nach der Arbeit. Die Turnhalle wird meist vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt. Meist handelt es sich um eine Ballsportart wie Volleyball. Dafür wird eine Mannschaft in der Belegschaft zusammengestellt, die sich regelmäßig trifft. Hier werden mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Sie als Arbeitnehmer betätigen sich körperlich und genießen den privaten Umgang mit Kollegen. Dies schafft auch im Büro häufig eine Verbesserung des Klimas. Ihr Arbeitnehmer profitiert einerseits von der prophylaktischen Wirkung, da die Wahrscheinlichkeit für Ausfälle aufgrund von Rückenbeschwerden sinkt. Mitarbeiter, die ein gutes Verhältnis zueinander haben, sind außerdem produktiver und daher dem Unternehmen zuträglich.

Ein Trend ist auch das Fitnesstraining vor Ort. Dazu laden Firmen Trainer ein, die regelmäßig in die Betriebe kommen. Von Yoga über Rückenschule bis hin zum Tanzkurs ist so ziemlich alles dabei. Den Großteil der Kosten, teilweise auch die vollen Kosten, trägt der Arbeitnehmer. Die Kurse finden meist während der Arbeitszeit statt und gelten auch nicht als Pause. Wieder profitieren hier mehrere Parteien.
Um Ihre Gesundheit am Arbeitsplatz zu erhalten und zu fördern, gibt es also viele Möglichkeiten. Prinzipiell gilt: Achtsam bleiben. So verhalten Sie sich ganz natürlich Ihrer Gesundheit zuträglich.

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

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