Die Handball WM 2015

Seit 15. Januar und bis zum 01. Februar wird der Sieger der Handball-Weltmeisterschaft ermittelt, die erstmals in Katar ausgetragen wird. Das Turnier sorgte vorab für Kontroversen, da die arabische Halbinsel nicht unbedingt als Hochburg der besonders in Europa beliebten Hallensportart gilt. Andererseits könnte diese WM als Chance dazu dienen, ihr noch mehr Anhänger zukommen zu lassen. An dem Turnier nehmen insgesamt 24 Mannschaften teil, die erst in den ihnen zugelosten Gruppen gegeneinander antreten. Danach kämpfen die Mannschaften in sogenannten K.O.-Spielen um das Weiterkommen, die in ihrer Gruppe einen der ersten vier Plätze belegt haben. Die Mannschaft des DHB, die deutsche Nationalmannschaft, spielt in der Gruppe D gegen Saudi-Arabien, Argentinien, Polen, Russland und Dänemark, einem der WM-Favoriten.

Eine Sportart die weltweit immer mehr Anhänger gewinnt

Wie im Fußball gibt es auch im Handball seit den 1930er-Jahren Weltmeisterschaften. Während im Fußball die Erstaustragung einer WM 1930 stattfand, wurde 1938 die erste Handball-Weltmeisterschaft ausgetragen und von Deutschland gewonnen. Seither haben sich drei Nationen als Rekordweltmeister in die Geschichtsbücher eintragen können. Rumänien, Schweden und Frankreich waren jeweils viermal erfolgreich und könnten sich, wie die Fußballer, vier Sterne ans Revers heften, wenn es das im Handball gäbe. Die Bundesliga, die unter der Organisation des DHB, dem Deutschen Handballbund, steht, gilt gemeinhin als stärkste Liga der Welt, was unter anderem der THW Kiel, Flensburg und der HSV in den vergangenen Jahren unter Beweis stellten, als sie mehrfach die Champions League im Handball gewannen. Das liegt mitunter daran, dass die vermeintlich besten Spieler aus der ganzen Welt in der Bundesliga spielen und sie damit so stark machen. Das der deutsche Kader in seiner Gruppe auf Polen trifft, entbehrt nicht einer gewissen Brisanz. Denn die polnische Nationalmannschaft war nicht nur Gegner im Endspiel der WM 2007, wo das sogenannte „Sommermärchen reloaded“ quasi geboren wurde, sondern sie war auch Gegner in den Playoffs, deren Sieger zur WM nach Katar reisen sollte. Die Polen gewannen, doch durch eine Wildcard erhielt anschließend auch Deutschland die Möglichkeit, eine Art Wintermärchen in die Wege zu leiten.

Schon antike Völker spielten „Handball“

Schon die antiken Griechen und Römer erfreuten sich an Sportarten, die bei ihnen Urania und Harastum hießen, und die vom Prinzip her dem heutigen Handball nicht unähnlich waren. Allerdings wurden sie im Freien und nicht in einer Halle ausgetragen und entwickelten sich so im Lauf der Jahrhunderte zum Feldhandball. Diese Sportart schaffte es zu olympischen Ehren, als 1936 bei der Olympiade in Berlin beim Turnier der erste Sieger ermittelt wurde. Deutschland gewann damals 10:6 gegen Österreich. Danach geriet Feldhandball nahezu in Vergessenheit und der Handball, wie man ihn heute kennt, nahm dessen Platz ein. Natürlich hat sich auch in diesem Sport viel getan und so sind nicht nur im deutschen Kader Hochleistungssportler aufgestellt, die in den 2 x 30 Minuten Spielzeit ihr Bestes geben. Anders als 2007 zählt der Kader von Trainer Dagur Sigurdsson nicht zu den Favoriten. Das sind dann eher die Kader von Frankreich, Dänemark, Spanien und Kroatien. Die Mannschaften dieser Länder machten in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten häufiger den Sieger der „großen“ Turniere untereinander aus, außer eben 2007. Viele Spieler aus der Bundesliga sind bei der WM mit ihren Nationalmannschaften zugegen und versuchen den Titel zu erringen, womit eines klar sein dürfte. Der DHB darf sich nach der WM in Katar in jedem Fall auch als „Liga der Weltmeister“ bezeichnen, egal wer es schafft im Finale siegreich zu sein.

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

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