Fahrrad Checkliste für den Sommer

Sommerzeit ist Fahrradzeit, denn was gibt es Schöneres als gemeinsam mit der Familie oder Freunden bei gutem Wetter mit dem Drahtesel unterwegs zu sein. Egal ob die Tour zum Baggersee, der Abstecher in den Biergarten, der Radausflug ins Grüne oder sogar der Fahrradurlaub – damit der Spaß auf zwei Rädern garantiert ist, empfiehlt sich im Vorfeld unsere Fahrrad Checkliste für den Sommer zu Rate zu ziehen. Diese hilft beim Fahrrad Check für die warme Jahreszeit, sodass es dann gut vorbereitet losgehen kann.

  • Check 1: Der Antrieb – ohne ihn läuft nichts

    Pedale, Kette und Zahnkränze sind der Antrieb beim Fahrrad, und wenn diese nicht richtig funktionieren, läuft gar nichts – außer dem Radfahrer selbst. Die Kette sollte immer gut eingefettet sein und genug Spannung haben. Sie ist stark belastet und fängt durch eingedrungenen Schmutz irgendwann an zu rosten, zu klemmen und zu quietschen. Zahnbürste und Putzlappen empfehlen sich für eine grobe Reinigung, dann sollte die Kette mit Kettenfett (gibt es von verschiedenen Herstellern als Spray oder in Flaschen) geschmiert werden. Beim Einfetten der Kette gilt aber nicht „viel hilft viel“, sondern man sollte sparsam mit dem Fett umgehen, da zu viel Schmierstoff den Dreck erst recht anzieht.

    Neben der Kette sollten auch die Zahnkränze gereinigt werden, wobei sich auch hier eine ausrangierte Zahnbürste und ein Lappen bezahlt machen. Teure spezielle Reinigungsgeräte sind meist überflüssig und auch nicht effektiver als die einfachen Hilfsmittel.
    Die Pedale sollten fest sitzen und dabei gleichmäßig und ohne Spiel laufen. Knarrende Pedalarme gehören ebenfalls überprüft.

  • Check 2: Die Gangschaltung – bergauf unverzichtbar

    Die Gangschaltung leistet im Gelände mit Steigungen unverzichtbare Dienste, so dass auch sie einen Sommercheck verdient hat. Nichts ist auf einer Tour bergauf nerviger als eine klemmende Schaltung oder Gänge, die sich nicht einstellen lassen. Generell muss eine Schaltung eingestellt werden, damit sie richtig funktioniert. Mit dem entsprechenden Werkzeug, etwas handwerklichem Geschick und einer entsprechenden Anleitung zum Beispiel aus dem Internet oder einem Fachbuch kann man die Einstellung auch selbst machen. Beim Zweiradmechaniker ist dies aber auch keine große Sache.

  • Check 3: Die Reifen – ohne Luft keine Fahrt

    Die Reifen sind ein wichtiger und ebenso sensibler Teil des Fahrrads, benötigen sie doch den richtigen Luftdruck im Fahrradschlauch, damit der Radler möglichst komfortabel unterwegs ist. Vor allem nach der Winterpause ist meistens neue Luft in den Reifen nötig, da vor allem bei älteren Schläuchen im Laufe der Zeit etwas Luft entweichen kann (bis zu einem Bar im Monat ist normal). Der Luftdruck ist vom Reifentyp und vom Reifendurchmesser abhängig. Schmale Reifen von Rennrädern brauchen einen Hochdruck von acht Bar und mehr, bei dicken Mountainbike-Reifen oder Citybike-Reifen mit einem Durchmesser von über vier Zentimetern sind schon zwei Bar ausreichend.

    Generell besitzen richtig aufgepumpte Reifen einen geringeren Rollwiderstand auf der Straße und sind weniger anfällig für Pannen. Für die Überprüfung des Reifendrucks gibt es Manometer, die genauer sind als die altbekannte Prüfung per Daumendruck. Wer häufig mit dem Rad unterwegs ist, für den kann sich auch die Anschaffung einer Luftpumpe mit integriertem Manometer lohnen. Generell ist der Druckbereich auf der Reifenflanke angegeben. Er ist neben der Reifenbreite auch vom Körpergewicht des Fahrers abhängig. Es gilt, dass die Reifen für den Fahrradsommer möglichst stramm aufgepumpt werden sollten, ohne den zulässigen Druckbereich zu überschreiten. Auch persönliche Vorlieben spielen eine Rolle, denn Rollwiderstand und Federungskomfort ändern sich mit dem Luftdruck.

    Der Sommercheck für den Drahtesel sollte bei den Reifen auch eine Prüfung auf Verschleiß umschließen. Generell kann man Fahrradreifen im Gegensatz zu Autoreifen auch mit abgefahrenem Profil ohne Probleme weiter benutzen. Dennoch sind der Pannenschutz und die Haftung bei abgefahrenen Reifen deutlich schlechter, und spätestens wenn die Pannenschutzeinlage durch das Gummi sichtbar wird, müssen neue Reifen her. Häufig verschleißen auch die Seitenwände der Reifen, bevor das Profil komplett abgefahren ist. Dies passiert oft, wenn mit zu wenig Luftdruck gefahren wird.

  • Check 4: Die Bremsen – Sicherheit an erster Stelle

    Ohne funktionierende Bremsen sieht man im Verkehr alt aus, denn zu brenzligen Situationen kann es immer wieder kommen. Also gehört auch der Bremsencheck zu einer guten Sommervorbereitung des Drahtesels. Es gibt verschiedene Bremstypen für Fahrräder, von der einfachen Felgenbremse über die Rücktrittbremse bis hin zur modernen Scheibenbremse. Generell sollten diese zuverlässig und leicht funktionieren, dann gibt es nichts zu beanstanden.

    Felgenbremsen werden über Bowdenzüge betätigt und bremsen oft nicht gleichmäßig, so dass die Bremsbeläge ebenfalls nicht gleichmäßig abgenutzt werden. Der Sitz der Bremsbeläge und die Rückholfeder gehören regelmäßig überprüft und unter Umständen ausgetauscht, was mit ein bisschen Geschick kein Problem ist. Wenn ein Rad mit hydraulischen Felgenbremsen ausgestattet ist, kann man auch hier die Bremsbeläge selbst austauschen. Sind jedoch die Druckleitungen defekt oder tritt Öl aus, muss ein Fachmann ran. Bei den Felgenbremsen sollte man auch den Verschleiß der Felge kontrollieren, der durch den Abrieb der Bremsklötze entsteht. Bei manchen Felgen wird dieser durch Linien oder Vertiefungen optisch angezeigt.

    Bei Scheibenbremsen sollte man die Scheiben sowie die Stärke der Beläge kontrollieren. Manche Modelle müssen ab und zu nachgestellt werden, um Verschleißwirkungen auszugleichen. Die meisten hydraulischen Scheibenbremsen stellen sich jedoch sogar von selbst nach. Wenn man bei einer Scheibenbremse neue Bremsbeläge nachgerüstet hat, müssen diese für eine optimale Wirkung zunächst eingebremst werden. Man geht davon aus, dass die volle Bremskraft nach etwa 20 bis 30 Kilometern Fahrt in hügeligem Gelände erreicht ist.

  • Check 5: Verkehrssicherheit – gefahrlos unterwegs

    Vor der ersten Sommertour sollte man seinen Drahtesel auch auf die Verkehrssicherheit überprüfen. Auch im Sommer wird es irgendwann dunkel, so dass sehen und gesehen werden im Verkehr unverzichtbar ist. Generell sind für ein verkehrssicheres Fahrrad eine Klingel, zwei voneinander unabhängige Bremsen sowie zwei Pedale (rutschfest und fest verschraubt) vorgeschrieben. Ein rotes Rücklicht und ein weißer Frontscheinwerfer sind ebenfalls Pflicht.
    Hinzu kommen noch ein weißer Reflektor vorne sowie ein großer und ein kleiner roter Rückstrahler hinten. Für die Sichtbarkeit von der Seite werden gelbe Speichenreflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen verlangt. Falls also nach der Winterpause Teile für die Verkehrssicherheit fehlen, kann man diese einfach und für wenig Geld nachrüsten.

  • Check 6: Das Licht – auch im Sommer ein Thema

    Wer im Verkehr gesehen wird, ist sicher unterwegs – das gilt ganz besonders für das Fahrrad. Auch an lauen Sommerabenden setzen Dämmerung und Dunkelheit schneller ein als gedacht, so dass das Fahrradlicht ebenfalls den Sommercheck bestehen sollte. Hierzu gehört bei Fahrradlicht mit Dynamobetrieb die Überprüfung der Funktion (leuchtet das Licht, wenn der Dynamo in Betrieb ist?). Die klassischen Reibraddynamos lassen sich problemlos selbst einstellen, wenn das Licht nicht leuchtet. Auch das Austauschen der Glühlampe im Vorder- oder Rücklicht ist keine große Sache. Nabendynamos muss man dagegen vom Fachmann warten lassen.

    Bei der dynamobetriebenen Beleuchtung können auch Probleme mit der Verkabelung der Grund sein, wenn das Licht ausbleibt. Beliebte Stellen für einen Kabelbruch sind zum Beispiel dort, wo das Kabel durch den Rahmen geführt wird, wie es bei vielen Fahrradmodellen der Fall ist. Unter Umständen empfiehlt sich auch das Nachrüsten mit einer zweiadrigen Verkabelung, da diese weniger anfällig für Korrosion, generell mechanisch stabiler und zuverlässiger sind als die günstigen einadrigen Verkabelungen.

    Wenn man sein Fahrrad mit batterie- oder akkubetriebenen Steckleuchten ausgestattet hat, sollte man auch deren Funktion vor der ersten Sommerfahrt überprüfen. Vielleicht müssen neue Batterien her, oder die Akkus müssen nochmal aufgeladen werden. Zusätzliche Batterien oder Akkus zum Mitnehmen sind ebenfalls eine gute Idee.

  • Check 7: Das Schloss – keine Chance für Fahrraddiebe

    Die Tour in den Biergarten an einem lauen Sommerabend kann schnell zum stürmischen Albtraum werden, wenn das Fahrrad einem Diebstahl zum Opfer fällt. Rund 800 Fahrräder werden jeden Tag in Deutschland geklaut, aber mit dem richtigen Schloss verhindert man erfolgreich, dass das eigene Rad in der Diebstahlstatistik auftaucht. Etwa drei Minuten versuchen die meisten Fahrraddiebe im Schnitt, ein Schloss mit Werkzeugen aufzubrechen. Alles, was länger dauert, macht einen Diebstahl unwahrscheinlich. Dementsprechend sollte man ein hochwertiges Schloss für sein Fahrrad verwenden und sich nicht nur auf das häufig am Rad befindliche Rahmenschloss verlassen.

    Auch Spiralkabelschlösser für wenige Euro bieten keine Sicherheit und werden im Fachjargon der Fahrraddiebe auch als „Geschenkband“ bezeichnet. Als die sichersten Schlösser gelten Bügelschlösser, bei denen es sich um schwere Stahlbügel handelt. Auch hochwertige Ketten und Panzerkabel sind sehr sichere Schlösser, und im Vergleich zu den Bügelschlössern sind sie für das Anschließen an Bäumen oder Straßenlaternen durch ihre Flexibilität deutlich besser geeignet.

    Faltschlösser bieten eine Kombination aus der Flexibilität der Kettenschlösser und der Stabilität der Bügelschlösser. Sie lassen sich platzsparend zusammenklappen und am Fahrrad befestigen. Für ein flexibles Abschließen sollte man bei den Faltschlössern eher die längeren Versionen wählen. Eine Faustregel besagt übrigens generell, dass man als Fahrradbesitzer für einen guten Diebstahlschutz bis zu zehn Prozent des Neuwertes des Rades investieren muss.

  • Check 8: Der Gepäcktransport – Platzwunder am Fahrrad

    Egal ob die Fahrradtour mit Familienpicknick oder der Radurlaub über mehrere Tage, der Fahrkomfort ist beim Gepäcktransport auf dem Rad stark von den verwendeten Taschen abhängig. Lenkertaschen werden in der Mitte des Lenkerrohres befestigt und bieten Platz für allerlei wichtige Kleinigkeiten. Sie ermöglichen einen schnellen Zugang, so dass sich alle wichtigen Utensilien wie Handy, Portemonnaie, Sonnenbrille oder Schlüssel gut hier unterbringen lassen.

    Viele Modelle besitzen auch ein durchsichtiges Fach auf der Oberseite, was für Wegbeschreibungen und Karten sehr praktisch ist. Für größere Gepäckstücke wie Kleidung oder Essen sind Gepäckträgertaschen eine gute Wahl. Diese werden entweder mit ihrem Mittelteil auf den Gepäckträger gesetzt und hängen dann an den Seiten herunter, oder sie werden mit einem Klicksystem befestigt. Bei diesen höherwertigen Modellen lassen sich die Taschen dann auch einzeln vom Gepäckträger abnehmen oder an diesem befestigen.

    Satteltaschen sind ebenfalls sehr praktische kleine Helfer, denn sie lassen sich platzsparend unter dem Sattel befestigen und beinhalten oft das wichtigste Fahrradwerkzeug. So ist man für eine Panne gut gerüstet und hat die entsprechenden Utensilien schnell zur Hand. Rahmentaschen sind weitere praktische Platzwunder, die im Dreieck des Rahmens mit Klettverschlüssen angebracht werden und das Fahrrad nicht verbreitern. Auch hier lassen sich wichtige Utensilien platzsparend und griffbereit unterbringen.

    Wer längere Touren oder einen Fahrradurlaub plant, für den empfehlen sich generell Fahrradtaschen aus wasserfestem Material oder zusätzliche Regenüberzieher für die Taschen. So ist auch der plötzliche Sommerregen kein Problem und das Gepäck bleibt trocken.

  • Check 9: Fahrradcomputer – für ambitionierte Fahrer

    Von den gefahrenen Kilometern und der Geschwindigkeit über die Pulsfrequenz und den Kalorienverbrauch bis hin zur Positionsbestimmung mit GPS – mit den modernen Fahrradcomputern ist vom effizienten Training bis klassischen Streckenmessung in Kilometern alles möglich. Welche Funktionen ein solcher Computer besitzen sollte, hängt von der persönlichen Nutzung des Fahrrades ab. Wer auf Touren mit Freunden oder der Familie die gefahrenen Kilometer bestimmen möchte, für den reicht schon ein einfaches und preisgünstiges Modell. Wer sich dagegen mit seinem Rad fit machen oder in unbekanntem Terrain unterwegs sein will, der ist mit einem aufwendigeren Gerät besser bedient.

    Einfache Fahrradcomputer sind schon für Preise um zehn Euro zu haben, sie verbrauchen wenig Strom und besitzen eine Verkabelung mit Sensoren, die vor dem Betrieb montiert werden muss. Hier sollte man sich an die Produktanweisungen halten und sich vor der ersten Fahrt über die Bedienung schlau machen. Die aufwendigeren Geräte sind meistens kabellos, was die Montage deutlich vereinfacht. Allerdings brauchen sie auch mehr Strom als die einfachen Versionen. Auch hier gilt, dass man sich vor der Nutzung über die genaue Bedienung informieren sollte.

  • Check 10: Fahrradinspektion – professionelle Prüfung

    Bei Zeitmangel oder wenig handwerklichem Geschick kann auch eine Fahrradinspektion im Fachhandel eine gute Idee sein. Bei dieser werden alle wichtigen Komponenten des Rades auf ihre einwandfreie Funktion hin überprüft und gegebenenfalls repariert. Die Kosten für eine solche Inspektion sind je nach Umfang und Werkstatt sehr unterschiedlich. Für eine komplette Überprüfung sollte man aber schon mit etwa 50 Euro rechnen. Hinzu kommen dann noch die Kosten für mögliche Reparaturen oder das Nachrüsten von Teilen.

Bild: mein-dsl-anbieter.net / pixelio.de

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