Gefahr durch Asteroiden?

Am 26. Januar raste der Asteroid 2004 BL86 an unserer Erde vorbei. Mit einer Geschwindigkeit von 15 km/s (Kilometer pro Sekunde) und einem Durchmesser von rund 325 Metern, näherte er sich – gegen 17.19 Uhr MEZ – unserem Planeten. Die Entfernung betrug 1,2 Millionen Kilometer. Das klingt im ersten Moment sehr weit und entspricht ungefähr der dreifachen Distanz zwischen unserer Erde und dem Mond; jedoch war es – laut NASA – eine sehr „dichte Annäherung“. Die nächste Annäherung, welche eine ähnliche Entfernung aufweist, wird womöglich erst 2027 eintreten.

Die Gefahr von oben

Der 2004 BL86 wurde schon am 30. Januar 2004 entdeckt. Schon damals war klar, dass – auch wenn der Asteroid 2004 BL86 relativ nahe an unserem Planeten vorbeifliegen würde – keine explizite Gefahr von dem Himmelskörper ausgeht. Doch welche Gefahren können tatsächlich ausgelöst werden? Besteht die reale Möglichkeit, dass einer der Himmelskörper unseren Planeten (in unmittelbarer Zeit) rammt? Und welche Möglichkeiten gäbe es, damit ein Aufprall auf unserer Erde verhindert werden könnte? Der letzte „globale Killer“ landete vor rund 65 Millionen Jahren auf der Erde und war womöglich der Hauptgrund, warum die Dinosaurier ausgelöscht wurden. Experten sind der Meinung, dass derartige Bedrohungen alle 20 bis 60 Millionen Jahre möglich sind.

Der damalige Durchmesser des Kleinplaneten betrug schätzungsweise 10 Kilometer. Laut Statistik wäre es sogar möglich, dass Kleinplaneten – mit einem ungefähren Durchmesser von 30 Meter – alle 200 Jahre auf unseren Planeten treffen könnten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch durch einen Asteroid getötet wird, liegt – statistisch gesehen – höher als jene Wahrscheinlichkeit, dass der Mensch bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommt. Doch welche Folgen hätte ein Einschlag? Jene hängen vorwiegend von der Größe, der Masse sowie der Geschwindigkeit des Himmelskörpers ab. Bei einem Durchmesser von 350 Metern könnte ein Gebiet, welches etwa doppelt so groß wie das Saarland ist, zerstört werden. Schlussendlich liegt die Sprengkraft eines derartigen Asteroiden bei rund 77.000 Hiroshima-Atombomben. Bei einem Durchmesser von 1,75 Kilometer könnte eine Fläche ausradiert werden, welche dem heutigen Frankreich entspricht. Auf Grund der Staubentwickelung würde die Ozonsicht zerstört werden; ebenfalls würde eine Klimaveränderung eintreten.

Sonne, Mond und Sterne

Vor allem die Amerikaner nehmen die Bedrohung durch Asteroiden sehr ernst. So gibt es – neben der NASA – auch Institutionen wie etwa Spacewatch, welche den Himmel nach gefährlichen Kleinplaneten absuchen. Spacewatch ist eine von der amerikanischen Regierung ins Leben gerufene Einrichtung, welche danach trachtet, kleinste Gefahren so schnell wie möglich zu erkennen. So ist es möglich, dass die Laufbahnen der Himmelskörper für 30 Jahre vorausberechnet werden können. Jene Vorberechnungen werden bei Kleinplaneten, die einen Durchmesser von über 300 Meter aufweisen, durchgeführt.

Somit hätten Forscher und Experten drei Jahrzehnte Zeit, um etwaige Abwehrmaßnahmen zu setzen. Hollywood hat ja bereits gezeigt, was ein Kleinplanet anrichten kann und welche Abwehrmaßnahmen möglich wären. „Deep Impact“ gilt als einer der bekanntesten Filme, wenn es um den Einschlag eines Asteroiden geht und hat quasi schon vor Jahren verraten, dass auch eine Nuklearrakete keine 100%-ige Lösung darstellt. Schlussendlich wurde der Kleinplanet nur geteilt; der Himmelskörper änderte seine Laufbahn nicht und schlug auf der Erde ein. Ein untypisches Ende für einen Hollywood-Streifen. Wohl deshalb, weil ein Szenario geschaffen wurde, welches laut Experten sogar denkbar wäre. Schlussendlich waren Astronomen die Berater für „Deep Impact“.

Zwischen „Deep Impact“ und „Armageddon“

Fakt ist: Zur heutigen Zeit gibt es keine Abwehrmöglichkeiten, welche einen Einschlag auf unserem Planeten tatsächlich verhindern könnten. Laut Experten sieht es aber auch so aus, als wären jene Abwehrmöglichkeiten nicht erforderlich. Der nächste Himmelskörper, der unserem Planeten eine Spur näher kommt, wird erst 2027 erwartet. Und jener wird ungefähr dieselbe Entfernung wie 2014 BL86 aufweisen und somit kein „globaler Killer“ werden. Dennoch kollidiert unser Planet ständig mit Asteroiden-Bruchstücken. Jene Geschosse explodieren aber bereits in der Atmosphäre, sodass keine Schäden möglich sind.

Bild: Didi01 / pixelio.de

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