Guter Schlüsseldienst, böser Schlüsseldienst

Die schönste Zeit des Jahres ist vorbei – der Urlaub ist zu Ende. Zurück in den Alltag, zurück an den Arbeitsplatz. Nach zwei Wochen Sonne, Strand und Meer steigt Familie Müller aus dem Flieger am Flughafen Köln/Bonn. Die Rückreise hat gut geklappt, keine Verspätungen oder sonstige Ärgernisse. Sie hat es nicht weit bis nach Hause und nimmt ein Taxi. Schon 15 Minuten später steht Familie Müller mit ihren Koffern vor der Haustür: Jetzt heißt es den letzten Urlaubsabend ruhig ausklingen zulassen. Morgen früh klingelt der Wecker. Job und Schule rufen.

Schreck, lass nach

Vater Müller kramt in seinem Rucksack nach dem Haustürschlüssel. Minuten vergehen, der Schlüsselbund ist nicht da. „Oh, Schreck, es darf nicht wahr sein“, stöhnt er. „Habe ich den Schlüssel wirklich im Hotelzimmer liegen gelassen?“
Es sieht ganz danach aus. Was nun? Die Familie möchte in die Wohnung und zwar schnell. Ein Schlüsselnotdienst muss her. Der Vater greift zum Handy. Welchen Schlüsseldienst ruft er an? Es soll doch in der Branche „schwarze Schafe“ geben, die Abzocke betreiben.

Kühlen Kopf bewahren

In der Tat ist die Bezeichnung Schlüsseldienst nicht gesetzlich geschützt. Angeblich werben in Deutschland mehr als 200.000 Unternehmen mit dieser Dienstleistung, laut den Erhebungen des Deutschen Notdienstanzeigers, ein Fachportal über Schlüsseldienst-Unternehmen, existieren aber nur ca. 3.500 Betriebe. Ein Trick der „schwarzen Schafe“ ist, sich als Schlüsselnotdienst ganz in Ihrer Nähe anzupreisen, und dann zockt der Monteur doch mit hohen Preisen für die Anfahrt zu Ihrer Wohnung ab. Hier müssen Sie trotz Ihrer Notlage einen kühlen Kopf bewahren und sich am Telefon nach der wirklichen Adresse, der Anfahrt des Monteur erkundigen und einen festen Preis vereinbaren. Will die Firma keinen Preis oder Informationen zur Anfahrt nennen, sollten Sie sich trotz der Stresssituation die Zeit nehmen, die Dienstleistungen verschiedener Schlüsseldienste zu vergleichen. Für den Fall der Fälle gut gewappnet sollten Sie sein, wenn Sie sich bereits schon zuvor ein seriöses Unternehmen aus Ihrer Stadt wie zum Beispiel Köln, Krefeld oder Hamburg, herausgesucht und die Rufnummer für alle Fälle in Ihrem Handy gespeichert haben.

Abzocke an der Tür

Es geht so schnell: Ein kräftiger Windzug, die Tür schnappt zu, der Schlüssel steckt von innen. Die Hauskatze spielt hinter der Tür, stößt sie zu und Sie stehen draußen – ohne Schlüssel, schließlich steckt dieser ja noch. Die Kinder schließen sich aus Spaß ein. Oder der Schlüssel ist einfach verschwunden. Tausendfach helfen Schlüsselnotdienste Tag und Nacht in Deutschland Menschen aus ihrer misslichen Lage. Dass dubiose Firmen diese Notlage schamlos ausnutzen, geht immer wieder durch die Medien.
Zum Weltverbrauchertag 2014 waren Schlüsseldienste und ihre Machenschaften laut des Nachrichtenmagazins Focus ein Thema. Verbraucherzentrale, Landeskriminalamt und die Kreispolizeibehörden des Landes Nordrhein-Westfalen warnten vor dreister Abzocke und Wucher in der Branche und gaben nützliche Tipps für den Notfall. Wie Focus Online (17. April 2014) berichtet, knöpfte ein Schlüsseldienst einer 60-jährigen Frau in Südhessen mehr als 1800 Euro für das Öffnen ihrer Wohnungstür ab. Laut Polizei hatte der Monteur die Frau bedrängt, die Rechnung sofort mit der EC-Karte zu bezahlen. Ein mobiles Gerät dafür hatte er dabei. Die Polizei ermittelt wegen Wucher und Nötigung.

Bild: Jakob Ehrhardt / pixelio.de

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