Neues Programm zur Integration von Langzeitarbeitslosen

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plant ein neues Modell zur besseren Integration von Langzeitarbeitslosen in den deutschen Arbeitsmarkt. Dieses Programm soll alle benachteiligten Gruppen wie Ältere, Jugendliche, Behinderte, Fachkräfte, Menschen mit Migrationshintergrund unter den Arbeitslosen stärker in den politischen Focus nehmen. Das bisherige Förderprogramm Bürgerarbeit läuft bereits Ende des Jahres aus. Das geplante neue Programm soll vom Europäischen Sozialfonds (ESF) getragen werden. Die genauen Eckpunkte der Maßnahmen gibt das Ministerium erst im Herbst bekannt. Schon seit 2010 sind die Maßnahmen, bzw. die Aufwendungen für Integrationsprogramme wie Ein-Euro-Jobs, die insgesamt nur selten zu einem festen Anstellungsverhältnis führten, stark zurückgefahren worden. Das wurde nicht nur von dem Wohlfahrtsverband Caritas kritisiert.

Aktion gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Wegen des derzeitigen Missstandes im Arbeitssektor unserer Wirtschaft, fordert die Caritas neue Lösungen für langzeitarbeitslose Menschen. Als Langzeitarbeitsloser gilt jeder, der länger als zwei Jahre arbeitslos ist. Die Caritas hat sogar eine Aktion gestartet, mit der unter anderem eine mehrjährige Eingliederungsstrategie für Langzeitarbeitslose gefordert wird. Ein weiterer Punkt dieser Aktion ist das Konzept der sogenannten Integrationsjobs für Menschen, die den Anforderungen an ein reguläres Arbeitsverhältnis nicht mehr gewachsen sind.

Die Einbeziehung unterschiedlicher Gruppen

Das neue Zukunftsprogramm der Bundesarbeitsministerin Nahles soll stärker auf den Arbeitsmarkt abzielen als die bisherigen Maßnahmen. Dabei steht nicht nur die Einbeziehung von Fachkräften ohne Beschäftigung in die Arbeitswelt im Focus, sondern ebenso eine stärkere Berücksichtigung von arbeitslosen Jugendlichen und Menschen mit Migrationshintergrund. Aber auch Menschen mit Behinderungen sollen berücksichtigt werden. Das Berufsförderungswerk Frankfurt am Main unterstützt bereits heute schon eine betriebliche Integration für langzeitarbeitslose Behinderte. Das BFW Frankfurt bietet beispielsweise Umschulungen für Inhaber von Bildungsgutscheinen.

Berücksichtigung älterer Arbeitsloser

Auch die Berücksichtigung älterer Langzeitarbeitsloser in der Altersklasse ab 55 Jahren ist in Deutschland ein großes Problem. Und die demografische Entwicklung lässt diese Bevölkerungsgruppe nicht zwangsläufig kleiner werden. In dieser Gruppe ist eine besonders hohe Prozentzahl ohne Beschäftigung. Nahles Modell soll auch in diesem Bereich greifen und ältere arbeitslose Menschen wieder in Beschäftigung bringen. Gerade bei dieser Personengruppe geht es konkret nicht zuletzt um Wählerstimmen.

Auf Länderebene

Ferner gab es bereits das „Zukunftsprogramm Arbeit“ in Deutschland, das am 31.12.2013 auslief. Dieses Programm, das den Namen „Förderung von innovativen und regionalen Vorhaben zur Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt“ trug, lief auf Länderebene und soll im Rahmen der neuen ESF-Förderperiode wieder aufgenommen werden. Die genauen Einzelheiten des Programms der Bundesarbeitsministerin werden mit Spannung erwartet. Ob das Programm zur „Förderung von innovativen und regionalen Vorhaben zur Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt“ wirklich in der Lage ist, die Arbeitslosenzahl drastisch zu reduzieren, wird sich aber erst nach Einführung des Programms zeigen. Letztendlich gibt es aber zu viele verschiedene von Langzeitarbeitslosigkeit betroffene Interessensgruppen, als dass für alle Einzelbereiche eine befriedigende Lösung zu finden ist. Wann das Programm letztendlich greifen wird, ist jetzt noch nicht abzusehen. Auch darüber wird Auskunft von der Bundesarbeitsministerin erwartet.

Bild: Dietmar Meinert / pixelio.de

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