5 Tipps, die beim Ölziehen beachtet werden sollten

Fit und gesund mit Öl

Ölziehen ist eine alternative Heilmethode, die bereits vor mehr als 3000 Jahren in der indischen Ayurveda-Lehre bei einer Vielzahl von Beschwerden und Krankheiten angewendet wurde. Die Methode basiert darauf, dass das Öl Schadstoffe bindet und dem Körper im wahrsten Sinne des Wortes entzieht. Im Ayurveda gehört die Ölkur, wie sie auch genannt wird, zur Morgenroutine, wie bei uns das Zähneputzen. Durch den großen Zuspruch für alternative Heilmethoden gelangte das Ölziehen auch zu uns und erfreut sich nun auch im „Hausgebrauch“ einer immer größeren Beliebtheit. Nachfolgend gibt es 5 Tipps, die beachtet werden sollten, damit die Ölkur auch den gewünschten Erfolg hat:

1. Wie funktioniert Ölziehen?

Eine Ölkur kann man sehr einfach durchführen. Einfach morgens nach dem Aufstehen einen Teelöffel eines hochwertigen, kaltgepressten Öles, z. B. Olivenöl oder Sonnenblumenöl in den Mund nehmen und für etwa 15 – 20 Minuten im Mundraum hin- und herbewegen. Man sagt, dass dies die Zeit ist, die die Speicheldrüsen benötigen, um genug Speichel zu produzieren und sich mit dem Öl zu vermischen. Das tötet Bakterien ab und bindet die Schadstoffe. Dabei sollte das Öl auch durch die Zahnzwischenräume gezogen werden. Dadurch vermehrt sich die Menge des im Mundraum befindlichen Öls. Anschließend wird das Öl, das jetzt mit dem Speichel und den gebundenen Schadstoffen zu einer weißlichen, zähflüssigen Substanz geworden ist, ausgespuckt, idealerweise in ein Papiertaschentuch oder Kosmetiktuch. Spuckt man es direkt in das Waschbecken oder die Toilette, können sich dort Ablagerungen bilden, die schließlich zu Verstopfungen führen können. Keinesfalls sollte diese Substanz geschluckt werden, sonst werden die Schadstoffe dem Körper wieder zugeführt. Anschließend wird der Mund mit Wasser gespült. Danach können die Zähne geputzt werden.

2. Welche Öle sind für eine Ölkur geeignet?

Die Qualität des Öles ist von entscheidender Bedeutung. Deshalb sollte man zu hochwertigen, kaltgepressten Ölen greifen. Je weniger ein Öl erhitzt wurde, desto mehr wertvolle Inhaltsstoffe sind vorhanden. Idealerweise sollten die Öle auch nicht mit Pestiziden belastet sein, damit dem Körper die Schadstoffe auch wirklich entzogen und nicht noch welche zugeführt werden. Deshalb sollte Ölen aus nachhaltigem, biologischem Anbau der Vorzug gegeben werden. Die Ölkur kann mit verschiedenen Ölsorten durchgeführt werden. Wie bereits weiter oben erwähnt, findet Sesamöl im traditionellen Ayurveda Anwendung. Es besteht aus 44% mehrfach ungesättigter Fettsäure und 42% gesättigter Fettsäure und wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel aus, stärkt das Immunsystem und wirkt entzündungshemmend. Kokosöl erlebt gerade einen unglaublichen Hype – und das auch völlig zu Recht. Es besteht aus mittelkettigen Fettsäuren, den sogenannten MCT-Fettsäuren (Laurin-, Myristin- und Caprylsäure). Die wirken entzündungshemmend, pilztötend und antibakteriell. Darüber hinaus enthält Kokosöl wertvolle Mineralien und Spurenelemente sowie alle B- und E-Vitamine. Sehr viele Fans der Ölkur bevorzugen Kokosöl auch wegen seines Geschmacks. Eine weitere Möglichkeit ist Sonnenblumenöl. Es besteht aus 30% einfachen und 60% mehrfach gesättigten Fettsäuren, ist reich an Vitamin B, E und K und wirkt entzündungshemmend und zellschützend und beugt, besonders im Mundraum, Reizungen vor. Sonnenblumenöl ist geschmacksneutral und findet deshalb häufig Verwendung beim Ölziehen. Allerdings sollte auch wirklich hochwertiges Sonnenblumenöl verwendet werden. Die billige Alternative aus dem Discounter ist hierfür nur bedingt geeignet. Auch Olivenöl ist beim Ölziehen äußerst beliebt. Es besteht aus 10% mehrfach und 74% einfach gesättigten Fettsäuren, ist reich an Mineralstoffen, und Vitamin E. Es wirkt entzündungshemmend, und antioxidativ. Außerdem wirkt es sich günstig auf einen erhöhten Cholesterinspiegel aus. Es gibt auch fertige Mischungen zum Ölziehen. Hier sind dem Öl noch verschiedene ätherische Öle beigemischt, die, je nach Zusatz, auch noch bei Schlafmangel (Lavendelöl), niedrigem Blutdruck (Rosmarinöl) oder bei Atemwegserkrankungen (Fenchelöl) und Kopfschmerzen (Pfefferminzöl) helfen sollen.

3. Kann Ölziehen den Körper entgiften?

In der westlichen Welt ist Ölziehen hauptsächlich für die als heilende sowie präventive Methode der Mundhygiene bekannt. Es bekämpft nicht nur Mundgeruch sondern auch Plaque und Krankheitserreger auf den Zähnen und im Mundraum. Auch soll es die Zähne langsam aufhellen. Des Weiteren wirkt eine Ölkur kräftigend auf das Zahnfleisch und kann Karies und Parodontose abwehren. Auch die Mandeln werden durch Ölziehen in ihrer Funktion als Wächter über den Rachenraum unterstützt: Eine Ölkur soll verhindern, dass Krankheitserreger in die Lungen vordringen. Doch Ölziehen kann noch viel mehr als nur den Mundraum entgiften. In der traditionellen Heilkunst Ayurveda findet es schon seit vielen tausend Jahren Anwendung als ganzheitliche Methode, um verschiedenen Krankheiten und Symptomen entgegenzuwirken. Durch die vielen wertvollen Inhaltsstoffe und Vitamine wirkt sich eine Ölkur positiv auf den ganzen Körper aus. Das Ölziehen bindet Schadstoffe aus dem ganzen Körper, die mit dem Öl ausgespuckt werden. Dadurch kann eine Ölkur nicht nur den Mundraum, sondern den ganzen Körper entgiften. Es kann Linderung bringen bei Autoimmunerkrankungen, wie z. B. Psoriasis oder Neurodermitis. Darüber hinaus wirkt sich Ölziehen positiv auf den Cholesterinspiegel aus und kann helfen bei Diabetes, Rheuma, Gicht, Arthritis, Arthrose oder Bronchitis. Auch den Blutdruck soll eine Ölkur positiv beeinflussen. können. Ölziehen ist eine präventive Maßnahme zur Stärkung des Immunsystems. Es wird auch gerne bei Fastenkuren eingesetzt, als Detoxmaßnahme, um alle Schlacken und Schadstoffe aus dem Körper zu spülen. Deshalb ist eine Ölkur bestens dafür geeignet, den ganzen Körper zu entgiften.

4. Hat Ölziehen Nebenwirkungen?

Es ist möglich, dass sich gerade zu Anfang einer Ölkur ein paar Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit einstellen. Das kann daran liegen, dass der Körper sehr mit Schadstoffen belastet ist, die durch das Ölziehen aus dem Körper geschleust werden, vergleichbar etwa mit der sogenannten homöopathischen Erstverschlimmerung. Diese Symptome werden jedoch von Tag zu Tag weniger, je öfter die Ölkur zur Anwendung kommt und verschwinden schließlich ganz.

5. Soll man beim Ölziehen nüchtern sein?

Grundsätzlich ja. Der Körper nutzt die Nachtruhe und arbeitet auf Hochtouren, um den Körper zu entgiften. Deshalb befindet sich nach dem morgendlichen Aufstehen eine hohe Konzentration an Bakterien und Schadstoffen im Mundraum. Nimmt man vor dem Ölziehen Nahrung zu sich, schluckt man diese wieder hinunter. Da man durch eine Ölkur dem Körper das ganze „Alltagsgift“ ja entziehen will, sollte sie tatsächlich auf nüchternen Magen erfolgen. So ist sichergestellt, dass alles Schädliche aus dem Körper gespült wird.

Ölziehen hilft, den Körper zu entgiften

Eine Ölkur ist also ein relativ einfaches und unkompliziertes Mittel, um den Körper zu entgiften, das auch in der Anschaffung nicht übermäßig teuer ist. Das Einzige, was dafür erforderlich ist, ist ein bisschen Disziplin, um morgens früher aufzustehen damit die 15-20 Minuten, die man zum Ölziehen braucht, auch wirklich übrig hat. Bei der Wahl des Öles gibt es keine zwingenden Vorschriften.

Ob Kokos- oder Sonnenblumenöl, Sesam- oder Olivenöl, erlaubt ist, was gefällt und – vor allem – schmeckt. Wer möchte, kann das Öl auch noch mit ätherischen Ölen anreichern. Doch egal, welches Öl – hochwertig muss es schon sein, damit man dem Körper nicht durch belastetes Öl noch mehr Schadstoffe zuführt, wenn man ihn eigentlich entgiften möchte. Die traditionelle ayurvedische Heilmethode des Olziehens hat inzwischen auch bei uns viele Anhänger gefunden, nicht nur als unterstützendes Mittel bei der täglichen Mundhygiene, sondern auch als Unterstützung bei der Bekämpfung zahlreicher Krankheiten sowie zur Stärkung des Immunsystems. Wenn es auch viele Skeptiker gibt, die Ölziehen als Humbug abtun und für die Fans einer Ölkur nur ein müdes Lächeln übrighaben, so ist es nicht von der Hand zu weisen, dass diese Methode schon seit mehr als 3000 Jahren in der indischen Ayurveda-Lehre erfolgreich praktiziert und auch in der westlichen Welt immer beliebter wird. Eine Ölkur kann kurmäßig über mehrere Wochen durchgeführt werden, sie kann aber auch fester Bestandteil der morgendlichen Routine werden. Des Weiteren sind die positiven Eigenschaften von hochwertigen Ölen nachweisbar: Sie sind reich an Vitamin B, E, K und vielen wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen. Dies ist ja auch ein Grund, warum man dazu rät, beim Kochen auf hochwertige Öle zurückzugreifen. Und was beim Kochen gut ist, kann schließlich auch beim Ölziehen nicht schlecht sein. Jeder Zweifler sollte also ruhig morgens 20 Minuten früher aufstehen und mit einer Ölkur beginnen. So kann man seine eigenen Erfahrungen machen und die positive Wirkung des Ölziehens selbst spüren.