Pferdekuss – was hilft?

Mit dem Begriff Pferdekuss ist eine Prellung des Oberschenkels oder des Knies gemeint. Sie zählt zu den häufigsten Sportverletzungen und ist meistens die Folge eines Zweikampfes im Fußball, Hockey oder Handball. In der medizinischen Fachsprache wird die Prellung im Bereich der Oberschenkel, Knie oder Waden als Kontusion bezeichnet. Der Begriff Pferdekuss entstand vermutlich im Mittelalter und leitet sich von Verletzungen, die durch Huftritte entstanden, ab. Die schmerzhaften Prellungen werden in manchen Gegenden Deutschlands auch heute noch als Schenkerl, Eisbein oder Hirsch bezeichnet. Oberschenkelprellungen kommen in vielen Sportarten aufgrund eines gewaltsamen Körperkontaktes durch das Rammen eines Gegners vor.

Wie kommt es zu einem Pferdekuss?

Zu einem Pferdekuss kommt es durch stumpfe Gewalteinwirkung von außen. Die Prellung des Oberschenkels wird von Stößen, Tritten oder durch Stürze verursacht. Im Sport ist daran in den meisten Fällen ein gegnerischer Spieler beteiligt. Pferdeküsse kommen deshalb vor allem in Kontaktsportarten wie Fußball und Handball öfter vor und sind sowohl die Folge beabsichtigter Handlungen oder entstehen unbeabsichtigt durch einen Sportunfall. Nach dem schmerzhaften Kontakt mit dem Spielgegner bilden sich aufgrund der Muskelquetschungen und der Verletzung kleinerer Blutgefäße sichtbare Schwellungen durch den Austritt von Blut in das umliegende Gewebe. Außerdem kommt es zu Blutergüssen. Von einer Prellung können unterschiedliche Körperstellen betroffen sein. Am häufigsten ereignet sich die Verletzung am Oberschenkel bedingt durch Stöße und Tritte bei einer Ballsportart. Die großflächige Oberschenkelmuskulatur, die seitlich durch eine sehnige Platte verstärkt wird, besitzt nur eine geringe Nachgiebigkeit und ist deshalb empfindlich für gewaltsame Stöße. Nach einem Pferdekuss am Oberschenkel bilden sich meist großflächige Blutergüsse auf der gesamten Seite. Eine Kontusion an der Wade entsteht ebenfalls durch Gewalteinwirkung und verursacht Prellungen mit Blutergüssen.

Prellungen sind typische Verletzungen bei Ballsportarten

Diese Verletzung zählt zu den typischen Körperschädigungen beim Fußball. An der betroffenen Stelle kommt es zu Wadenschmerzen und Schwellungen. Sobald sich beim Dehnen der Wade Schmerzen bemerkbar machen, sollte umgehend ein Arzt hinzugezogen werden. Aufgrund gewaltsamer Tritte oder durch Stürze kann ein Pferdekuss auch am Knie entstehen, was infolge meist zu einer Knieprellung führt. Dabei werden Blutgefäße und Lymphbahnen gequetscht und zerrissen. Der dadurch verursachte Austritt von Flüssigkeit führt zur Knieschwellung. Wenn sich ein Gelenkerguss im Knie ausbildet, kann dies in Verbindung mit sportlichen Aktivitäten zu starken Schmerzen führen. Da selbst das Gehen Schmerzen verursacht, muss auf eine Belastung des Gelenks vorübergehend verzichtet werden. Zu einem Pferdekuss kommt es häufig, nachdem ein Sportler dem Spieler der gegnerischen Mannschaft das Knie in den Oberschenkel rammt. Kurze Zeit nach dem Ereignis ist eine Blaufärbung der betroffenen Körperstelle zu beobachten, aus der ein Hämatom entsteht. In der Regel bildet sich eine einfache Prellung innerhalb weniger Tage wieder zurück. Prellungen oder Quetschungen kommen im Sport häufig vor.

Was ist ein Pferdekuss?

Ein Bluterguss im Knie, der während eines Fußballspiels oder Handballturniers aufgrund des Zusammenpralls mit einem anderen Spieler entsteht, wird als Pferdekuss bezeichnet. Abhängig vom betroffenen Körperteil wird dabei zwischen einer Knochenprellung, einer Muskelprellung oder einer Gelenkprellung unterschieden. Eine Kontusion ist eine schmerzhafte Verletzung, wobei die Schmerzen bereits unmittelbar nach der Verletzung auftreten und sich unter Belastung oder unter Druck auf den betroffenen Körperteil weiter verstärken. Die meisten Sportler müssen deshalb ihre sportlichen Aktivitäten sofort unterbrechen. Da es bedingt durch die Gefäßverletzung zum Austritt von Lymphflüssigkeit und Blut in das umgebende Gewebe kommt, entstehen ein Bluterguss und eine Schwellung. Nach einer Prellung ist die Mobilität deutlich eingeschränkt und der Betroffene benötigt eine Ruhephase. Im Heilungsverlauf nimmt der Bluterguss unterschiedliche Färbungen an, die von Blau über Lila und Braun bis zu Grün und Gelb wechseln. Der Farbwechsel ist durch den Abbau des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) bedingt. Die Dauer der Heilungsphase hängt vom Ausmaß der Verletzung ab. Die vollständige Ausheilung und die weitere Prognose sind ebenfalls von den heilungsunterstützenden Maßnahmen und der Einhaltung einer Sportpause abhängig. Bei Verzicht auf Sport und körperliche Belastung sowie der Durchführung einer regelmäßigen Nachsorge ist mit einer Abheilung in einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen zu rechnen. Während der Heilungsphase bildet sich der sichtbare Bluterguss relativ schnell zurück, während weiterhin Schmerzen bestehen. Solange die betroffene Körperpartie schmerzt, sollte eine Sportpause eingehalten werden.

Kann ich einem Pferdekuss vorbeugen?

Da ein Pferdekuss hauptsächlich durch Fremdeinwirkung entsteht, ist eine effektive Vorbeugung nicht möglich. Durch vorsichtiges Spielen kann ein Sportler zwar das Verletzungsrisiko minimieren, jedoch geschieht dies eventuell auf Kosten des Spielerfolgs. Zu den Risiken einer Muskelverletzung zählen aber auch Fehl- oder Überbelastungen, die sich durchaus vermeiden lassen. Risikofaktoren, die Muskelverletzungen begünstigen, wie ungewohntes oder falsches Schuhwerk, zu kurze Regenerationsphasen nach dem Training sowie ein ungeeigneter Laufuntergrund können durch einfache Maßnahmen vermieden werden. Allgemeine Ermüdung und mangelnde Aufmerksamkeit sind weitere Ursachen, die zu einem unbeabsichtigten Zusammenprall zweier Spieler führen können. Auch bei einer leichten Prellung sollte das Training unterbrochen und die betroffene Körperstelle umgehend behandelt werden, um die Heilungsdauer zu verkürzen.

Wie kann ich einen Pferdekuss behandeln?

Ein Pferdekuss lässt sich bereits durch eine einfache Blickdiagnose leicht erkennen. Die Diagnose wird durch die Erinnerung des Spielers an die auslösende Situation bestätigt. Bei einem anschließenden Medizincheck müssen auch Vorerkrankungen des Betroffenen, die eine Empfindlichkeit für Blutergüsse erhöhen, berücksichtigt werden. Die Sensibilität gegenüber dieser Art von Verletzungen ist ebenfalls durch die Einnahme von Medikamenten wie Blutverdünnern erhöht. Wenn eine Verletzung als Ursache für eine Prellung ausgeschlossen werden kann, muss eine genaue Abklärung durch weitere Untersuchungen erfolgen. Erhärtet sich die Diagnose bei einem Medizincheck, erfolgt eine Behandlung nach den sogenannten PECH-Regeln: Pause, Eis, Compression und Hochlagerung. Dem Sportler wird demnach eine umgehende Sportpause verordnet, die betroffene Körperstelle wird mit Eis gekühlt, während ein Kompressionsverband angelegt und die Extremität hochgelagert wird. Durch Hochlagerung und Kompressionsverband wird die Durchblutung im jeweiligen Gelenk verringert, da aus den verletzten Gefäßen weniger Blut und Lymphflüssigkeit austreten können und in das umliegende Gewebe gelangen. Die Ausbreitung der Schwellung und die Vergrößerung des Blutergusses werden dadurch vermindert. Bei schmerzhaften Verletzungen verordnet der Arzt bei Bedarf Schmerzmittel. Vor dem Anlegen eines straffenden Kompressionsverbands wird eine entzündungshemmende kühlende Salbe aufgetragen. Bis zur Abheilung der Prellung ist die strikte Einhaltung einer Sportpause notwendig. Zu den Schmerzmitteln, die einer Entzündung entgegenwirken, zählen Mittel wie Diclofenac oder Ibuprofen. Beide Präparate werden bei einer Sportverletzung auch als Salbe angewandt. Auf die Einnahme von stark Blut verdünnend wirkenden Schmerzmitteln sollte jedoch verzichtet werden.

Kompressions- und Tapeverbände bei Prellungen

Zur Fixierung bei Pferdeküssen haben sich ebenfalls Tapeverbände bewährt. Dabei wird ein Kreuz über das Schmerzzentrum geklebt, während die Enden sorgfältig ausgestrichen werden. Das sternförmige Muster wird anschließend durch zwei weitere Tapes fixiert. Alle Tapestreifen kreuzen sich dabei im Schmerzzentrum. Tapeverbände stellen bei vielen Sportverletzungen eine geeignete Maßnahme zur Ruhigstellung und zum Schutz der betroffenen Körperstelle dar. Auch bei Pferdeküssen werden vermehrt kinesiologische Tapes eingesetzt. Die elastischen, selbstklebenden Tapes werden durch eine spezielle Taping-Technik auf die Haut aufgebracht und sollen den Heilungsverlauf beschleunigen. Ihre Wirksamkeit hat sich bei unterschiedlichen Sportverletzungen bewährt, dennoch gibt es keine medizinischen Studien, die einen entsprechenden Erfolg bestätigen. Von Sportärzten, Physiotherapeuten und Sporttherapeuten werden die Tapes täglich zur Therapie und Prophylaxe von Sportverletzungen, die mit Bewegungseinschränkungen verbunden sind, eingesetzt. Obwohl das Anbringen der Tapes eine spezielle Technik erfordert, ist eine Selbstanwendung nach einer entsprechenden Anleitung durch den Arzt oder Therapeuten ebenfalls möglich. Eine zügige Erstbehandlung entscheidet über die Dauer des Heilungsverlaufs nach einem Pferdekuss. Deshalb wird Betroffenen geraten, vor der Fortsetzung des Trainings umgehend einen Arzt aufzusuchen, um den Gesundheitsstatus durch Untersuchungen zu klären. Eventuelle medizinische Internventionen werden durch den Facharzt vorgenommen. Um Folgeschäden zu vermeiden, ist bei einer Prellung die Ruhestellung der betroffenen Körperpartie angezeigt. Auf eine sportliche Betätigung muss ebenfalls verzichtet werden, um den Heilungsverlauf nicht zu gefährden.

Kälteanwendungen zur Kühlung bei einer Sportverletzung

Zur Kühlung des betroffenen Muskels eignen sich Eisbeutel, Kältekompressen oder kühlende Umschläge. Mit einem Kältespray lässt sich das Ausmaß einer Schwellung ebenfalls reduzieren. Durch die Kälteanwendung wird die Durchblutung der verletzten Stelle vermindert und einer Vergrößerung des Blutergusses entgegengewirkt. Ein geeigneter Kompressionsverband, der aus einer elastischen und breitflächigen Binde besteht, übt einen wohldosierten Druck auf die betroffene Körperstelle aus. Mit dieser Maßnahme wird ebenfalls der Rückfluss von Blut und Lymphflüssigkeit in das Gewebe verhindert, damit keine weitere Schwellung entsteht. Eine zusätzliche Einblutung in das Gewebe wird durch die gezielte Hochlagerung des betroffenen Körperteils vermieden. Durch das Hochlagern gelangt weniger Blut in die verletzte Körperregion, während gleichzeitig mehr Blut zum Herzen zurückströmt. Bei der Behandlung eines Pferdekusses können in der späten Heilungsphase ebenfalls Massagen helfen. Muskelverspannungen und Verkrampfungen werden durch eine Massage der betroffenen Stelle gelöst.
In der Akutphase dürfen Massagen jedoch nicht durchgeführt werden, da durch die Druckausübung die Durchblutung des Gewebes erhöht wird, was zu einer Vergrößerung der Schwellung und zu Blutergusses führt. Die durch den Pferdekuss betroffenen Stellen sind im weiteren Heilungsverlauf zunächst äußerst schmerzempfindlich. Wie bei allen Prellungen kann es auch nach Pferdeküssen zu Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur kommen. Dementsprechend ist die Massage eine geeignete Maßnahme, da Muskelverkrampfungen und -Verspannungen durch sanftes Massieren und Streichen gelockert werden können. Die Entscheidung für oder gegen eine Massage als Bestandteil des Heilungsplans wird vom behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten getroffen. In der späteren Heilungsphase kann eine Massage helfen, die Mobilität wieder herzustellen.

Gibt es bei einem Pferdekuss mögliche Spätfolgen?

Bis zur vollständigen Abheilung muss bei einer Prellung immer mit Bewegungseinschränkungen und Schmerzen gerechnet werden. Die Dauer der Heilungsphase hängt im Wesentlichen vom Ausmaß der Verletzung ab. Außerdem sind der Heilungsverlauf und die vollständige Abheilung auch von der Durchführung heilungsunterstützender Maßnahmen und der Einhaltung einer Sportpause abhängig. Mit Folgeschäden muss bei einem einfachen Pferdekuss nicht gerechnet werden. Komplikationen treten äußerst selten auf und sind meist durch die Nichteinhaltung der Ruhephase und in einer zu frühen Wiederaufnahme des sportlichen Trainings begründet. Knochenprellungen, die durch Tritte gegen das Schienbein hervorgerufen werden, benötigen eine gewisse Zeit zur Abheilung.

Diese Prellungen treten hauptsächlich am Schienbein auf, da der Knochen an diesen Stellen nur von einer äußerst dünnen Hautschicht bedeckt ist. Da kleine Knochenhautgefäße nach einem Tritt gegen das Schienbein zerreißen, bildet sich zwischen Knochen und Knochenhaut ein Bluterguss. Bei einer Muskelprellung nimmt der Schmerz im Verlauf der Heilungsphase zusehends ab und tritt später nur noch in Verbindung mit Bewegungen auf. Dennoch handelt es sich bei einer Prellung der Muskulatur um eine schmerzhafte und in vielen Fällen langwierige Beeinträchtigung, die den Betroffenen viel Geduld abverlangt. Bei einer besonders schweren Prellung, die durch einen schweren Sturz oder einen extrem harten Schlag verursacht wird, kommt es aufgrund von Einblutungen in dem betroffenen Muskel zu einer Drucksteigerung der betroffenen Körperregion, die durchaus länger andauern kann.

Der erhöhte Druck auf die Muskelfasern bewirkt eine Quetschung von Blutgefäßen und Nerven und kann zu einer Durchblutungsstörung der Muskeln (Kompartmentsyndrom) führen. In diesem Fall dürfen
physiotherapeutische Maßnahmen, wie Massagen, nicht angewendet werden, da diese den Heilungsverlauf verlangsamen können.

Fazit

Bei einem Pferdekuss sollte schnell gehandelt werden, um einer weiteren Verbreitung des Blutergusses und Schmerzen vorzubeugen. Bei einem Medizincheck wird die Diagnose anhand sorgfältiger Untersuchungen und der Befragung des Betroffenen gesichert und eventuell notwendige Internventionen durch den Facharzt veranlasst. Pferdeküsse können an unterschiedlichen Körperstellen auftreten, hauptsächlich betroffen sind jedoch Oberschenkel und Knie. Zur Erstversorgung von Prellungen zählt die Anwendung der sogenannten P-E-C-H -Regel, wonach sportliche Aktivitäten umgehend eingestellt, die betroffene Körperstelle gekühlt und hochgelagert wird. Durch das Anlegen eines Kompressions- oder Tapeverbands wird der entsprechende Körperteil vor weiteren Beschädigungen geschützt. Mit Folgewirkungen und Spätfolgen muss im Normalfall nicht gerechnet werden, wenn die vom Arzt verordneten Maßnahmen und Ruhephasen beachtet werden. Die Heilungsprognose ist bei einem Pferdekuss durchweg positiv, in den meisten Fällen heilt die Verletzung innerhalb weniger Wochen problemlos aus. Das sportliche Training sollte jedoch erst nach vollständiger Heilung wieder aufgenommen werden.

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