Was Du beim Kauf von Badelatschen unbedingt beachten solltest

Was Du beim Kauf von Badelatschen unbedingt beachten solltest

Beschäftigen wir uns zunächst einmal damit warum Badelatschen überhaupt Badelatschen heißen? Das Wort „latschen“ hatte im Mittelalter noch einen deutlich negativen Beiklang und wird für ein auffälliges, ungesundes Gangbild verwendet. So wird beispielsweise von einem „Lulatsch“ gesprochen, wenn über Menschen geredet wird, „lasch“ oder nachlässig gehen.
An diesen Bedeutungskreis knüpft auch das Wort „schlapp“ an, das in der Bezeichnung „Badeschlappen“ als Synonym der „Badelatschen“ auftaucht.
Lasches Schlappen und nachlässiges Schlurfen haben jedoch in der heutigen Zeit einen neuen Gestus. „Lasch“ ist nicht mit Anstrengung verbunden und „nachlässig“ kann leger, cool und lässig sein.
So ist es wenig verwunderlich, dass Badelatschen heute überall im täglichen Leben auftauchen. Bei Profifußballern zwischen Umkleide und Fernsehauftritt, bei Urlaubern im Hotel und auf dem Campingplatz als auch von jedem anderen Menschen Zuhause. Im Flow zwischen den Lebensbereichen haben sich die Badelatschen angesiedelt. Sie ist Sinnbild für einen fließenden Übergang und der Verbindung von Labor und Leisure, der Maximierung von Quality Time und verdienter Entspannung.

Sinn von Symbol

Ihren eigentlichen Einsatzort haben Badelatschen natürlich im Schwimmbad. Sie sollen auf dem rutschigen, gefliesten Schwimmbadboden das Ausrutschen verhindern und zugleich vor Fußpilz schützen.
Jeder Hautarzt rät, in Schwimmbädern und Saunen immer Badeschuhe zu tragen. Schließlich ist fast jeder dritte Mensch in der westlichen Welt von Fußpilz betroffen. Wo viele Menschen in feucht-warmer Umgebung wie Gemeinschaftsduschen und Umkleidekabinen herumlaufen, kann man sich leicht mit Fußpilz anstecken. Der Pilz schmarotzt überall da, wo es schweißtreibend zugeht.
Wenn sich die Feuchtigkeit außerdem noch anstauen kann, wie in den engen Zehenzwischenräumen, ist für den Fußpilz das Umfeld ideal. Wird der Fuß vom Pilz befallen, juckt zunächst der Fuß. Dann bildet sich vermehrt Hornhaut, die sich verdickt und schuppend abfällt. So verteilt sich der Pilz über die verstreuten Hautschuppen. Schon nisten sich die Pilzsporen beim nächsten Träger ein.
Das Schuhwerk spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Fußpilz. Schwitzt der Fuß und bleibt feucht, kann der Pilz gedeihen. Die Füße brauchen regelmäßig Luft und müssen gut durchblutet werden. Stehen sie stundenlang im eigenen Saft, kann der Pilz wuchern.
Daher sind Sandalen im Allgemeinen bei geeignetem Wetter zu empfehlen. Die Badesandale im Besonderen ist im öffentlichen Schwimmbad ein absolutes Muss.

Wer das Schwimmbad meidet, dafür aber am Strand das Baden genießt, kommt ebenfalls nicht an Badelatschen vorbei. Über heißen Sand lässt sich nur durch eine Sohle geschützt gehen. An einem Kieselstrand bewahrt die Badesandale den Fuß vor schmerzhaftem Kontakt mit spitzen Steinchen und Muscheln.

Welcher Typ bist du?

Mittlerweile laufen Badelatschen unter einer Reihe von Bezeichnungen. Die Varianten nennen sich Aqua- oder Wasserschuhe, Strandschuhe, Adiletten, Flipflops, Birkenstock, Surfschuhe, Saunaschuhe oder auch Neoprenschuhe.

Idealerweise sind sie allesamt atmungsaktive, rutschfeste und bequeme Modelle. Badelatschen ohne diese Attribute fänden zurecht keine Abnehmer. Modische Optik ist ein Plus. Nachhaltigkeit in der Herstellung und die Möglichkeit, Personalisierungen am Schuh vornehmen zu können sowie der Kultfaktor einer bestimmten Marke sind zusätzliche Verkaufsargumente.
Der Schuh soll beim Laufen am Fuß verbleiben, sodass er mit Riemen über dem Spann oder an der Ferse befestigt wird.
Die Innensohle von Badelatschen kann Noppen haben, die den Fuß beim Gehen massieren und so die Fußreflexzonen stimulieren. Die Außensohle, die die sichere Bodenhaftung herstellen soll, ist fast immer griffig profiliert.
Schuhe, die vollständig aus Neopren bestehen oder nur innen mit einer Schaumstoffschicht leicht gefüttert sind, haben den besonderen Vorteil, dass sie schnell trocken und sich platzsparend wie ein paar Strümpfe zusammenlegen und transportieren lassen. Rutschfeste Neoprenschuhe sind für Surfer und andere Wassersportler entwickelt worden, die mit ihren Zehen auf direkte Tuchfühlung mit ihrem Sportgerät angewiesen sind. Neoprenschuhe liegen wasserdicht direkt auf der Haut.
Der Typ Flipflop gehört ebenfalls zu den Badelatschen, stellt aber eine Ausnahme dar. Die Sohle der Flipflops ist dünn und weist meist kaum Profil auf. Daher sind Flipflops kaum als rutschfeste Badelatschen zu beschreiben. Als Zehentreter bietet der Flipflop wenig Halt und hängt beim Gehen nur an einem durch den Zehenzwischenraum verlaufenden Steg, der von einigen Menschen als unbequem empfunden wird, weil der drückt.
Allerdings wird der Flipflop fast nicht als Badeschuh getragen. Er gilt zwar nicht als elegant, ist im Bereich des „casual look“ im alltäglichen Gebrauch ein akzeptiertes Schuhwerk.

Wer sich in seinem Flipflop durch die Stadt bewegt, setzt seinen bloßen Fuß, gerade den ungeschützten kleinen Zeh buchstäblich an jeder Ecke einer Verletzungsgefahr aus. Orthopäden haben Untersuchungen durchgeführt, die nahelegen, dass sich das Tragen von Flipflops langfristig negativ auf die Haltung auswirken kann.
Gehen Badelatschen sonst überall, ist das Tragen einer riemenlosen, offenen Badesandale beim Autofahren tabu. Wer beim Autofahren Flipflops oder riemenlose Badeschuhe trägt, ist im Schadensfall nicht versichert und kann bei Kontrollen mit einem Bußgeld bestraft werden. Unfälle könnten die Folge sein, da die „körperliche Leistungsfähigkeit“ durch das lose Schuhwerk stark eingeschränkt ist.

ADILETTEN, BIRKENSTOCK & CROCS – ABC DER BADELATSCHEN

A wie Adilette
Die Adilette ist mit Sicherheit die Badesandale mit den meisten Kosenamen. In Kombination mit weißen Socken getragen wird sie scherzhaft Asilette genannt, auch Aldilette, treue Fans kennen sie aber auch als die „Adligen“. Für manche der ultimative stilistische Fehltritt, ist sie für andere der Inbegriff sportlicher Lockerheit. Die Prominenz des Profifußballs tritt in Adiletten genauso sicher auf wie deutsche Touristen auf Mallorca. 1963 kamen sie auf den Markt und sind auch heute noch Renner und Klassiker unter den Badelatschen zugleich. Allerdings wird das klassische Design mit den blau-weißen Streifen zunehmend von personalisierten Modellen abgelöst, die der zukünftige stolze Besitzer direkt über die Homepage von Adidas designen und als Einzelanfertigung bestellen kann. Die Adilette ist in diesem Sinn nicht allein ein Badeschuh, sondern auch ein Statement.

B wie Birkenstock
Die in Deutschland geborene Margot Fraser importierte in den 1960ern die Birkenstock-Sandale nach Kalifornien. Sie suchte nach einem orthopädischen Schuh und ein Physiotherapeut empfahl ihr eine Birkenstocksandale. Der Schuh würde die aufwendigen gymnastischen Übungen, die ihr der Orthopäde aufgetragen hatte, um die Haltung zu verbessern beim Tragen automatisch für sie übernehmen. Margot Fraser probierte die Birkenstocksandale aus. Der Schuh überzeugte sie und sie begann 1966, Birkenstocks in den USA zu verkaufen.
Zunächst gab es aber Widerstände, von denen sich auch heute noch einige halten. Amerikaner sind eher an eine starke Fußpolsterung gewöhnt und empfinden daher den Birkenstock-Schuh zunächst als ungewohnt hart.
In gewisser Weise ist der Birkenstock typisch deutsch. Seine Entwicklung geht bis zu den Urahnen der Schuhfabrikantenfamilie ins Jahr 1774 bei Frankfurt zurück, die kontinuierlich über die Generationen an der Entwicklung der Fußbettung arbeiteten.
Rigide gibt das Fußbett vor, wie sich der Fuß darin zu verhalten habe. Mit der mitunter als Härte empfundenen Strenge lehrt er den Fuß, sich orthopädisch korrekt zu verhalten und wirkt dadurch letztendlich positiv auf das Gangbild.
Margot Fraser trug maßgeblich dazu bei, dass der Schuh zu dem Image kam, das er heute hat. Die ersten Käufer waren Kunden von Reformläden, vor allem Blumenkinder und Hippieszene. Nach und nach gewann der Schuh an Popularität, zumal sie den deutschen Fabrikanten auch überzeugen konnte, den Schuh auch mit farbigem Oberleder anzubieten.
Nachdem die Hippiewelle nach Europa übergeschwappt war, kam die Birkenstocksandale mit einem neuen Image nach Deutschland zurück. Mit einer Korklatexsohle von Birkenstock demonstrierte man eine antiautoritäre Haltung und stand für sein Naturbewusstsein ein.
In den USA sind es immer noch vor allem Collegestudenten oder alternative Freigeister, die sich in ihren Birkenstocks zeigen. Zeitweilig war der Schuh aber auch als Luxuslatsche für Models und Superstars wie Kate Moss, Miley Cyrus und Heidi Klum tragbar. Heidi Klum designte 2004 sogar eine eigene Birkenstock-Kollektion. Die Badesandale von Birkenstock hat statt der Korklatexsohle ein wasserfestes Fußbett aus Ethylenvinylacetat.

C wie Crocs
Der amerikanische Crocs-Konzern mit Sitz in Colorado hat seit 2002 mehr als 300 Millionen Paar Schuhe verkauft. Anhänger dieses populären Gummischuhs räumen selber ein, dass er nicht unbedingt schön, dafür aber umso haltbarer und bequemer sei.
In der Tat ist der durchlöcherte Croc eher klobig und hat Ähnlichkeit mit dem traditionellen holländischen Holzschuh, dem „Klompen“. Er wird in vielen Farben angeboten und hat einen Fersenriemen, der ihn am Fuß hält, aber auch herabgeklappt werden kann. Mittlerweile gibt es Crocs in einer Vielzahl von Modellen und Imitaten. Als „Sexy Flip“ bietet Crocs auch rutschfeste Zehentrenner mit ultraflacher, profilierter Sohle und Fersenriemen an. In diesem Schuh ist es unwahrscheinlich, wenn auch möglich, dass eine Frau noch an Frau Antje aus Holland erinnert.

Unter die Rubrik Kultbadeschuhe fallen auch die in den 80er Jahren populären Jelly-Schuhe, die im britischen Northhampton von der Firma Juju hergestellt werden. Ihr besonderer Appeal besteht in den grellen Farben und dem im Material eingelassenen Glitter. Diese „Geleeschuhe“ haben eine Seitenschnalle und umfassen den Fuß mit mehreren Riemen, die von einem Steg gehalten werden, der über den Fußrücken verläuft. Mittlerweile sind sie seltener zu sehen und werden als Badeschuhe meist nur noch für Kinder angeboten, von Erwachsenen aber in einer mit Plateauabsatz versehenen Form getragen, die den eigentlichen Badeschuh nur noch zitiert.

Was soll beim Kauf unbedingt beachtet werden?

Wer Badeschuhe kaufen will, muss natürlich die eigenen Bedürfnisse und Wünsche im Blick haben.

  • Soll der Schuh besonders leicht sein, weil er mit auf Reisen soll?
  • Will man mit dem Schuh ins Schwimmbad oder soll er auf dem Weg zum Strand vor Kieseln und Gestein schützen?
  • Muss das Profil besonders markant sein oder soll der Schuh direkt am Fuß anliegen und nur eine, dünne und flexible Sohle haben?
  • Braucht es einen Verschluss oder Halteriemen, ist ein Klettverschluss für meine Zwecke ideal?
  • Will ich ihn abstreifen können, ohne mich bücken zu müssen, um einen Verschluss zu lösen?
  • Ist die Nachhaltigkeit des Schuhs ein wichtiges Kriterium beim Kauf?
  • Soll der Schuh vor allem preisgünstig sein?
  • Ist es wichtiger, dass er einen modischen Appeal hat und schick aussieht?
  • Darf der Schuh viele Nähte haben, oder werden diese unter Umständen Druckstellen hinterlassen? Wäre es vorteilhafter, der Schuh wäre aus einem Stück gefertigt?
  • Muss er dem Fuß auf längeren Strecken auch den dazu notwendigen Halt geben müssen?
  • Kenne ich die geeignete Größe für meinen Fuß und kann ich den Badeschuh anprobieren oder umtauschen, wenn er doch nicht optimal passt?

Im Nichtschwimmerbereich

Bei der Wahl eines Badeschuhs für das Kind ist es wichtig, dass der Schuh Halteriemen hat. Kinder lassen sich schwer bremsen, bewegen sich viel und könnten leicht über einen zu locker sitzenden Schuh fallen. Da das Tragen eines Flipflops, der sogar eine gewisse Muskeltechnik voraussetzt, die bei Kindern noch nicht vorauszusetzen ist, ist für diese vollkommen ungeeignet.

Das ausgewachsene Skelett

Ähnlich sehen die Kriterien bei der Wahl des perfekten Begleiters an den Pool für Senioren aus. Es ist ratsam, die Zweckmäßigkeit des Schuhs besonders in den Fokus zu nehmen. Über die Jahre hat der Fuß eine Kontur angenommen, die sich immer weniger anpasst und bei der es umso wichtiger ist, dass der Schuh den Bedürfnissen des Fußes entspricht.
Die Schuhe sollen Bewegungssicherheit geben und einen festen Stand gewährleisten. Daher ist zu Badeschuhen zu raten, die mit mehreren Riemen gesichert sind oder wie Halbschuhe geformt sind.
Die Anfertigung spezieller, orthopädisch angefertigter Badeschuhe wird nur dann von der Kasse übernommen, wenn sie beispielsweise zur Krankengymnastik im Bewegungsbad benötigt werden oder jemand ohne entsprechendes Schuhwerk im Nassbereich auch nur wenige Meter nicht ohne rutschfeste stabilisierendes Schuhe gehen kann. Alle vier Jahre wird in diesem Fall ein Paar Badeschuhe maßangefertigt. Dann übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten.

Materialprüfung und Nachhaltigkeit – Der Nase nach

Beim Badeschuhkauf gilt es, vor allem das richtige Näschen zu beweisen. Anhand des Geruchs eines Schuhs lässt sich nämlich schon ablesen, ob er taugt oder nicht. Ein stark chemischer Geruch nach Gummi verschwindet nicht mehr. Entwickelt sich der chemische Geruch erst im Lauf der Zeit, hat der Schuh das Verfallsdatum überschritten und gehört unbedingt entsorgt.
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, abgekürzt PAK, werden bei der Herstellung von Badelatschen häufig verwendet, sind aber nachgewiesenermaßen krebserregend.
Da der Badeschuhe am nackten Fuß getragen wird und in direktem Kontakt mit der Haut ist, reichen schon 30 Minuten aus, um Schadstoffe an den menschlichen Körper zu übertragen.
Dimethylformamid und Weichmacher, die das Badeschuhmaterial elastischer machen sollen, können das Erbgut schädigen. Schweiß kann diese Chemikalien aus dem Material auslösen und dann in den Körper schwemmen. Schwangere sollten solche Fabrikate unbedingt meiden.
Flipflops werden unter anderem aus Ethylenvinylacetat (EVA) hergestellt. 3 Milliarden Menschen, davon die Hälfte in Asien, tragen Flipflops. Da Flipflops in Asien billig produziert werden, sind sie dort dementsprechend günstig zu erwerben.

Tonnenweise spülen Flipflops, die in Asien unfachmännisch entsorgt werden, an die Küsten Afrikas und hinterlassen dort als Plastikmüll Spuren an Stränden und Narben im Meeresökosystem. In Kenia wurden seit 1998 1000 Tonnen Flipflops durch das Unternehmen Ocean Sole wieder aufgearbeitet. Kenianer sortieren die Flipflops nach Farben, arrangieren sie neu und stellen unter dem Motto „Flip the Flop“ farbige Plastikskulpturen her, die über einen Shop in Großbritannien und das Internet verkauft werden.