Das passende Hochzeits-Accessoires: Manschettenknöpfe

Manschettenknöpfe zur Hochzeit

Bei der Hochzeit spielt natürlich die Liebe eine Hauptrolle. Aber auch die Kleidung von Braut und Bräutigam stehen im Rampenlicht und sollen so schön und perfekt wie möglich sein. Während das Brautkleid mit verschiedenem Schmuck wie Ohrringen, Ketten, Armbändern oder sogar einer Tiara ausstaffiert werden kann, sind es beim Anzug zur Hochzeit Accessoires wie eine Krawattennadel und Manschettenknöpfe. Gerade bei Letzteren gibt es von Seidenknoten bis zu Knöpfen aus Edelsteinen viele Varianten und Stile, die das Outfit für die Hochzeit gelingen lassen.

Geschichte der Manschettenknöpfe

Die Geschichte der Manschettenknöpfe ist eng mit der Entwicklung und Mode des Hemdes verbunden. Während dieses Kleidungsstück bereits seit über 7.000 Jahren eine Rolle in der Männermode spielt, hat sich die Manschette als Solches erst deutlich später entwickelt. Hemden spielten lange Zeit eine rein praktische Rolle als Arbeits- und Alltagskleidung. Erst zum Ende des Mittelalters begannen die Menschen die Teile des Hemdes, die auch unter einer Jacke zu sehen waren – sprich Nacken, Brust und Handgelenke –, mit dekorativen Elementen zu verzieren. Daraus entwickelten sich im Laufe der Zeit verschiedene Kragenformen, Knopfleisten und Manschetten, die knöpfbar waren, aber auch die Verzierung der Kleidungsstücke mit Stickereien, Rüschen und Ähnlichem.

Der Trend zu wasserfallartigen Rüschen, die über Handgelenke und die Brust fielen, hielt sich bei Hofe und bei offiziellen Anlässe bis Anfang der 19. Jahrhunderts. Für den Alltag waren diese Verzierungen aber zu unpraktisch. Einfache Hemden endeten daher mit einem Band und waren knöpfbar. Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Trend, Kragen sowie Brust und Manschetten eines Hemdes zu stärken. Dadurch war aber der Stoff an den Handgelenken zu steif, um ihn mit einem herkömmlichen Knopf zu schließen – der Siegeszug der Manschettenknöpfe begann.

Schmuck für den Mann

Schnell entwickelten sich die Manschettenknöpfe zu einem der wenigen akzeptieren Schmuckstücke für Männer. Ob aus Metall, Stein, Glas oder sogar aus Holz, Leder oder Stoff – der Fantasie und dem eigenen Geschmack waren keine Grenzen gesetzt.

Anfangs trugen nur wenige Herren auffällige Verschlüsse für ihre Ärmel, aber ein Adeliger machte diesen Trend massentauglich: Edward VII., König von England, trug zu offiziellen Anlässen gerne und häufig bunte Fabergé-Manschettenknöpfe und schuf damit einen Männermodetrend. In der 1920er Jahren waren auffällige Manschettenknöpfe und eine Krawattennadel als Teil eines perfekten Herrenoutfits nicht mehr wegzudenken. Besonders beliebt waren zu dieser Zeit Modelle mit auffälligen geometrischen Mustern aus Emaille. Als Gegentrend einwickelte sich gleichzeitig eine sportlicher Hemdstil, bei dem dieses nicht mehr gestärkt wurde und ein Manschettenverschluss, der knöpfbar war, zum Einsatz kam.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurden Manschettenknöpfe erneut zu einem beliebten Accessoire: Als Ensemble mit Zigarettendose, Feuerzeug, Krawattennadel, Geldklammer trugen erfolgreiche Männer ihren Reichtum und ihr Stilbewusstsein zur Schau. In den 1960ern änderte sich das Modebewusstsein und Dandys – darunter vor allem Mick Jagger – machten auffällige Varianten populär. Zehn Jahre später gerieten sie wieder aus der Mode. Geprägt von Woodstock und den Hippies wurden Hemden nun mit Manschetten, die knöpfbar waren, gefertigt.

Nicht nur zur Hochzeit – Manschettenknöpfe erleben ein Comeback

Seit den 1980er Jahren sind Manschettenknöpfe wieder Teil eines modischen Herrenoutfits. Bis heute sind sie neben dem Ehering und einer Armbanduhr eines der wenigen Schmuckstücke, das Männer zum Beispiel im Büro tragen können. Gerade in gehobenen Positionen – beispielsweise als Geschäftsführer – und in traditionellen Branchen wie Bankwesen oder Juristerei gehören sie neben einer Krawattennadel zu einem angemessenen Äußeren dazu. Auch bei festlichen Anlässen – nicht nur zur Hochzeit – sind sie mit einer Krawattennadel edle Accessoires und fester Bestandteil des Dresscodes bei Black-Tie-Events.

Welche Manschettenknöpfe zur Hochzeit?

Wie bei allen Schmuckstücken gibt es auch bei Manschettenknöpfen eine große Bandbreite von Materialien und Stilen. Bei der Wahl des persönlichen Favoriten spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: der persönliche Geschmack, die eigene Branche, der Anlass, zum Beispiel eine Hochzeit, und das Budget.

Ebenso schlicht wie edel sind Manschettenknöpfe aus Metall, die in verschiedenen Preisklassen verfügbar sind. So müssen die Schmuckstücke nicht aus Gold oder Silber sein, sondern können beispielsweise auch aus gebürstetem Edelstahl bestehen. Bei der Teilnahme an einer Hochzeit sind sie zusammen mit einem Hemd mit Umschlagmanschetten eine gute Wahl.

Auch Manschettenknöpfe aus anderen Materialien wie Emaille liegen im Trend und bieten viele verschiedene Farb- und Designvarianten. Emaille oder „Glassfluss“ ist eine glasartige Masse aus Quarz, das mit verschiedenen farbigen Oxiden vermischt wird. Diese Masse wird bei hohen Temperaturen auf Metall als Trägermaterial aufgebracht. Im Laufe dieses Prozesses geht Emaille eine untrennbare Verbindung mit dem Untergrund ein. Wird Emaille als Schmuck verwendet, handelt es sich häufig um Kupfer, Silber oder Gold als Trägermaterial. Auch Glas kann ein gebräuchlicher Untergrund sein, die Verwendung ist aber bei Manschettenknöpfen unüblich.

Manschettenknöpfe mit Edelsteinverzierung oder aus Halbedelsteinen sind ein besonderes und sehr auffälliges Accessoire. Gerade in konservativen Branchen sollte auf solche Verzierungen verzichtet und stattdessen eine schlichtere Variante gewählt werden. Bei festlichen Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Familienfeiern sind diese Varianten aber durchaus angemessen und können sogar den Stolz auf die eigene Herkunft verdeutlichen indem sie mit dem Familiensiegel verziert werden.

Eine weitere interessante Variante sind Seidenknoten. Diese bestehen aus zwei – wie der Name bereits andeutet – Knoten, die meist mit einem Band zusammengehalten werden. Seidenknoten können Seemannsknoten ähnlichsehen und aus verschiedenen Materialien bestehen – von Kunstfaser bis hin zu echter Seide. Sie sind eine schlichte und alltagstaugliche Variante, die auch gut zu Hemden mit Umschlagmanschetten passt.

Manschettenknöpfe richtig tragen

Bei Manschettenknöpfen gilt es eine angemessene Variante für den betreffenden Anlass z. B. eine Hochzeit zu wählen.

1. Zunächst benötigt der Mann von Welt das passende Hemd. Dabei werden drei verschiedene Formen von Manschetten unterschieden:
Die sogenannte „Sportmanschette“ ist knöpfbar und für das Tragen mit Manschettenknöpfen nicht geeignet. Sie findet vor allem Anwendung im Alltag.

Des Weiteren gibt es Kombimanschetten oder „Wiener Manschetten“. Sie sind der Sportmanschette ähnlich, können aber mit Manschettenknöpfen geschlossen werden. Die Kombimanschette ist vor allem zusammen mit einem Frack zur Hochzeit zu empfehlen.

Zu guter Letzt gibt es noch Umschlagmanschetten oder „französische Manschetten“. Sie sind mit bloßem Auge gut an dem Überschlag auf der doppelten Stofflage zu erkennen. Umschlagmanschetten werden mit einem Smoking z. B. zu einer Hochzeit getragen.

2. Eine gute Faustregel bei der Wahl der passenden Manschettenknöpfe ist „Weniger ist mehr.“ Geht es beispielsweise um ein Geschäftsessen, sind Varianten aus Metall und mit einem schlichten geometrischen Design eine gute Wahl. Auch Seidenknoten sind zu empfehlen. Generell sollte es auch vermieden werden, auffälligere Manschettenknöpfe als die eigenen Vorgesetzten zu tragen.

3. Um ein stimmiges Outfit z. B. für eine Hochzeit zu kreieren, sollten die Manschettenknöpfe mit Umschlagmanschetten kombiniert und mit den restlichen Accessoires wie Brille, Gürtel, Uhr sowie gegebenenfalls Krawattennadel abgestimmt werden. Diese sollten alle in einem Farbton liegen. Das bedeutet, dass zu einer silberfarbenen Brille und einem ebensolchen Gürtel gut Manschettenknöpfe aus Silber kombiniert werden können, niemals aber solche aus Gold. Dasselbe gilt natürlich auch umgekehrt. Wer Seidenknoten wählt, sollte darauf achten, dass diese mit der Krawatte und dem Einstecktuch harmonieren.

4. Der Verzicht auf das Tragen einer Armbanduhr kann die oben genannte Kombination mit anderen Accessoires erleichtern, da die Uhr das Schmuckstück ist, das optisch am nächsten zu den Manschettenknöpfen liegt.

Welche Arten von Verschlüssen gibt es?

Es werden verschiedene Arten von Verschlüssen unterschieden:

Die bekannteste Variante ist der Knebelverschluss. Hierbei besteht der Manschettenknopf aus zwei verschiedenen Teilen: Einer Vorderseite und einem Knebel, der verschiedene, vom Design des Knopfes abhängige Formen annimmt. Der Knebelverschluss ist besonders leicht zu handhaben, da der Knebel einfach durch die Löcher der Manschette geführt wird und den Manschettenknopf danach sicher hält. Hierbei ist einzig darauf zu achten, dass die Vorderseite des Manschettenknopfs außen liegt. Es gibt auch spezielle Varianten von Knebelverschlüssen, die es ermöglichen, sowohl die Vorderseite der Manschettenknöpfe als auch den Knebel außen zu tragen, beispielsweise Seidenknoten.

Manschettenknöpfe mit beweglichen Elementen sind die aktuell häufigste Variante. Sie haben einen einfach zu bedienenden Verschluss. Dieser wird vor dem Einfädeln durch die Manschette flach geklappt und danach wieder verschlossen.

Manschettenknöpfe mit Kette bestehen aus zwei Teilen, die durch eine kurze Metallkette verbunden sind. Je nach Größe können Sie etwas schwieriger zu tragen sein. Diese Variante findet sich vor allem bei Designerkollektionen.

Eine neue Verschlussform sind Druckknöpfe. Diese lassen sich durch etwas Druck fest verschließen und halten die Manschette zusammen. Diese Variante ist besonders gut geeignet, um sie mit einer Hand zu bedienen.

Wie werden Manschettenknöpfe angelegt?

1. Der klassische Weg
Dieser Weg eignet sich besonders gut für Manschettenknöpfe mit Knebelverschluss. Hierbei wird das Hemd angezogen und der Knebel zuerst durch den vom Körper abgewandten Teil der Manschette gesteckt. Danach folgt der dem Körper zugewandte Teil. Wer keine Knöpfe mit Knebel verwendet, muss danach wieder den Verschluss umklappen.

2. Der pragmatische Weg
Wenn es einmal schnell gehen soll, eignet sich dieser Weg besonders gut. Hierbei wird der Manschettenknopf bereits vor dem Anziehen des Hemdes durch den äußeren Teil der Manschette gesteckt. Nach dem Anziehen braucht ihn der Träger nur noch durch den inneren Teil führen und schließen.

3. Der fortgeschrittene Weg
Die folgende Verschlussvariante erfordert mehr Fingerspitzengefühl als die Vorangegangenen, bringt aber auch die besten Ergebnisse. Der Manschettenknopf wird erneut zuerst durch die dem Körper abgewandte Seite der Manschette geführt. Abweichend zu den vorigen Wegen wird er dann aber durch die äußere Seite des dem Körper zugewandten Teils der Manschette gezogen. Danach wird er im Inneren der Manschette, dicht am Handgelenk, verschlossen. Dieser Weg birgt zwei Vorteile: Zum einen sitzen die Knöpfe sicher am Handgelenk. Zum anderen ist der Verschluss nicht sichtbar- perfekt bei Anlässen, bei denen nicht sicher ist, ob Manschettenknöpfe getragen werden sollten oder nicht.

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