Diese 5 Dinge solltest du über Xylit wissen!

Xylit oder Birkenzucker ist eine tolle Alternative zum ungesunden Raffinade-Zucker. Er ist süßer als der herkömmliche Haushaltszucker und kann genau wie dieser zum Süßen von Nachspeisen und Desserts, Kuchen und Plätzchen sowie nach Geschmack auch in Kaffee oder Tee verwendet werden. Doch Xylit ist nicht nur ein weiterer Zuckerersatz, der neben Stevia und Co. im Regal steht – im Birkenzucker steckt noch viel mehr Potenzial und er ist in Wahrheit ein sehr interessantes Lebensmittel mit dem einen oder anderen positiven Nebeneffekt. Diese Dinge solltest du unbedingt über Xylit wissen!

Xylit empfiehlt sich für Diabetiker

Viele neuartige Zuckeralternativen eignen sich für Diabetiker, und dazu gehört auch Xylit. Vom Namen „Birkenzucker“ sollte man sich nicht verunsichern lassen. Es handelt sich zwar nach wie vor um einen Zucker, allerdings nicht um die Variante, die den Insulinspiegel beeinflusst. Ganz im Gegenteil, der Blutzuckerspiegel wird davon fast gar nicht beeinflusst und somit bleiben die Insulinwerte nach dem Verzehr xylithaltiger süßer Sünden so, wie sie sein sollten. In der Überschrift hieß es aber nicht nur, dass sich dieser tolle Zuckerersatz für Diabetiker eignet, sondern empfiehlt. Eine südafrikanische Studie aus dem Jahr 2012 ließ Ratten mit Diagnose Diabetes für fünf Wochen entweder bei Durst jeden Tag Wasser oder eine 10%ige Xylitlösung trinken. Es stellte sich heraus, dass die an Diabetes erkrankten Ratten in der Xylitgruppe weniger aßen und damit nicht nur ihr Gewicht halten, sondern sogar abnehmen konnten. Blutzuckerspiegel und Blutfettwerte waren in der Xylitgruppe außerdem besser und die Toleranz gegenüber Glukose war gestiegen. Auch die Insulinspiegel verhielten sich in der Xylitgruppe sehr gut. Obwohl die Studie bislang lediglich bei Ratten durchgeführt wurde, legt sie nah, dass Xylit dazu in der Lage sein könnte, bei Diabetikern die Insulinresistenz der Zellen zu senken, wenn es regelmäßig verzehrt wird. Da es sich so gut für Diabetiker eignet und ihnen ermöglicht, wieder ab und an Süßes zu essen, sollte der Selbstversuch ihnen nicht schwerfallen.

Xylit schützt vor Karies

Warum gibt es eigentlich Xylitkaugummis? Diese Kaugummis sollen nicht nur auf eine gesündere Art süß sein, denn das ließe sich auch mit Stevia oder anderen Zuckeralternativen erreichen. Vielmehr geht es um den Schutz vor Karies. Dass der Birkenzucker die Zahngesundheit verbessert, ist bereits ein alter Hut. Und es gibt viele Möglichkeiten, sich das zunutze zu machen. Eine Option sind die Zahnpflege-Kaugummis, die es in Apotheken und mittlerweile in manchen gut sortierten Supermärkten gibt. Auch Xylit-Zahnpasta wird inzwischen angeboten und kann zur täglichen Zahnpflege verwendet werden. Alternativ kann sich jeder selbst zu Hause aus einfachem Xylit-Pulver selbst eine Mundspülung mischen, die am besten ebenfalls täglich angewendet wird. Damit wird wie mit einem gewöhnlichen Mundwasser nach dem Zähneputzen gespült. Bei regelmäßiger Anwendung finden die Kariesbakterien im Mund keine Nahrung mehr und sterben nach und nach ab – das Risiko eines unangenehmen Termins beim Zahnarzt sinkt.

Xylit schützt Kinder vor Mittelohrentzündungen

Eine ganz ähnliche Auswirkung hat Birkenzucker auf Mittelohrentzündungen bei Kindern. Zuckeralternativen sind unter Eltern beliebt wie eh und je, denn Kinder sind für Süßes aufgrund ihrer sehr empfindlichen Geschmacksrezeptoren viel empfänglicher als Erwachsene. Deswegen ist ihnen auch so oft nach Süßem. Xylit nimmt nicht nur Karies die Nahrungsgrundlage, sondern ist auch für die Erreger der Mittelohrentzündung nicht gerade ungefährlich. Voraussetzung für einen solchen Schutz ist allerdings der regelmäßige Verzehr. In einer Studie wurde herausgefunden, dass Kinder, die auf regelmäßiger Basis xylithaltige Süßigkeiten bekommen, weniger anfällig für die schmerzhafte Mittelohrentzündung sind. Jedes Elternteil, das eine solche Entzündung schon einmal beim eigenen Kind mit ansehen musste, wird sich freuen, die Kleinen durch den Zuckerersatz vor solchen Schmerzen bewahren zu können.

Xylit hat kaum Kalorien

Viele natürliche Zuckeralternativen haben kaum Kalorien, beispielsweise Stevia – und auch Xylit. Das macht den Zuckerersatz für Menschen interessant, die gerne Süßes essen und darauf auch nicht verzichten wollen, aber dennoch gerne abnehmen würden. Ein großer Anteil der Kalorien in Plätzchen, Kuchen und Desserts stammen schließlich aus Haushaltszucker, auch wenn die anderen typischen Komponenten auch nicht unschuldig sind. Fällt der Anteil an Kalorien im Zucker weg, ist das immerhin schon einmal etwas und bedeutet, dass trotz schlanker Linie öfter einmal in die Plätzchendose gegriffen werden kann. Gut ist das auch für Kinder, denn sie essen meistens besonders gern Süßes und die Eltern achten immer mit einem vorsichtigen Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe darauf, dass das nicht irgendwann zu Übergewicht führt. Dieses ist inzwischen leider sogar unter Kindern ein Problem.

Xylit ist eine Zufallsentdeckung

Woran denkst du, wenn du an Finnland denkst? An Kälte, an die Schüler, die beim Pisa-Test vor einigen Jahren am besten abgeschnitten haben, und an lange dunkle Tage. Dieser Liste ist jetzt, da du Xylit kennst, um einen Punkt zu erweitern, denn die Finnen waren es, die diesen tollen Zuckerersatz „entdeckten“! Viele Zuckerersatzstoffe haben eine ganz interessante Geschichte voller Zufälle – Stevia etwa war bei den südamerikanischen Ureinwohnern ein Heilmittel, das zugleich gut schmeckte, während es hierzulande vollkommen unbekannt war. Die Geschichte des Birkenzuckers geht zurück auf den Zweiten Weltkrieg sowie auf die karge Zeit danach. Auch in Finnland waren die Verhältnisse danach nicht gerade freundlich und es mangelte zunächst an allem. Die einheimische Bevölkerung musste also mit dem auskommen, was sie hatte, und das waren unter anderem sehr viele Birken. In Finnland wusste man schon immer, dass aus der Birkenrinde ein süßer Ersatzstoff für Zucker gewonnen werden konnte. Das taten die klugen Finnen also auch damals – aus der Not heraus. Schon bald fiel Forschern aber auf, dass Mittelohrentzündungen unter Kindern abnahmen, die Zahngesundheit der Finnen außerordentlich gut war und die Diabetiker ebenfalls weniger gesundheitliche Probleme mit ihrer Erkrankung hatten als an anderen Orten der Welt. Sie forschten also nach und entdeckten dadurch die vielen gesundheitlichen Vorteile von Xylit. Den Finnen war das alles damals natürlich gar nicht bewusst. Sie wollten einfach nicht auf Süßes verzichten…

Fazit: Xylit macht Süßes gesund

Noch ein Stück Kuchen? Lust darauf hast du schon, wären da nur nicht die Kalorien. Und Zucker macht ja nicht nur dick, sondern schadet den Zähnen, macht regelrecht süchtig, und… nein, dann lieber doch nicht, du kannst dich schließlich auch mal in Verzicht üben. Spätestens ab jetzt denkst du den ganzen Tag nur noch daran, wie gern du das zweite Stück Kuchen doch noch gegessen hättest. Mit Xylit muss das nicht mehr sein – zumindest denkst du dann nur noch über die anderen kalorienhaltigen Bestandteile des Kuchens nach. Denn der Birkenzucker ist nicht nur kalorienfrei, er tut der Gesundheit in so mancher Hinsicht gut. Inzwischen ist er nicht mehr allzu schwer zu finden und taucht selbst in manchen gut sortierten Supermärkten auf. Spätestens in einem Bio-Laden oder online findest du das Produkt schnell und es ist zwar teurer als handelsüblicher Haushaltszucker, aber sein Geld allemal wert. Xylit erfreut sich nicht nur unter Erwachsenen großer Beliebtheit, sondern auch unter den Kleinen, denn dank des Birkenzuckers können sie jetzt argumentieren, dass Naschen doch gar nicht mehr so ungesund ist. Das freut auch die Eltern, denn damit schützen sie beispielsweise die Zahngesundheit ihrer Kleinen und müssen nicht mehr hinter vorgehaltener Hand selbst in die Süßigkeiten greifen. Auch Diabetikern macht Xylit das Leben ein Stück angenehmer, denn es ist für sie nicht nur unschädlich, sondern sogar nützlich. Der Krankheitsverlauf wird begünstigt und es kann sogar sein, dass die Zuckeralternative die Insulinresistenz der Körperzellen wieder erhöht. Bei der Verarbeitung sind bei Xylit natürlich trotzdem einige Besonderheiten zu berücksichtigen, doch das musst du auch bei anderen alternativen Süßstoffen wie Stevia. Zunächst einmal brauchst du davon weniger, als wenn du mit Zucker arbeiten würdest. Das ist auch gut so, denn große Mengen Xylit auf einmal können leicht abführend wirken. Es ist auch nicht empfehlenswert, damit zu experimentieren, selbst wenn du gelegentlich unter Verstopfung leidest. In einzelnen Fällen kann es natürlich sein, dass jemand sehr empfindlich auf Xylit reagiert und bereits kleine Mengen schlecht verträgt, also nach dem Verzehr schnell zur Toilette muss. Die meisten Menschen aber vertragen den Birkenzucker gut und mögen auch seine mit allem verträgliche Süße.

Bildquelle: morisfoto / 123RF Standard-Bild