Fettige Haut? Darauf solltest du unbedingt achten

Wer unter übermäßiger Talgproduktion leidet, ist im Alltag ständig Situationen ausgesetzt, in denen kleine Hilfsmittel zum Einsatz kommen müssen oder aber das Selbstbewusstsein leidet. Der immer wiederkehrende Glanz auf der Haut sieht schnell ungepflegt aus und ruiniert bei Frauen jedes Make-up in Rekordgeschwindigkeit. Immer wieder muss Puder aufgetragen werden, aufsaugendes Papier kommt zum Einsatz, und der prüfende Blick in den Spiegel wird zur Gewohnheit. Wenn du auch unter fettiger Haut leidest, wirst du vermutlich nie das Haus verlassen, ohne entsprechende Utensilien dabei zu haben. Viele Menschen versuchen, ihre Talgdrüsen durch häufige Gesichtswäschen in den Griff zu bekommen. Dabei werden teilweise sehr aggressive Reinigungsmittel eingesetzt, um wenigstens eine Weile nach dem Waschen ein sauberes, frisches Gefühl der Gesichtshaut zu haben. Oft schaden diese Mittel aber eher, als dass sie helfen und die Talgproduktion wird dadurch erst recht angeregt, so dass auf lange Sicht das Problem verschlimmert wird. Außerdem ist oftmals nicht die Haut im kompletten Gesicht fettig, so dass trockenere Stellen besonders darunter leiden. Der erste Schritt zu einer gesunden und frischen Gesichtshaut ist also zunächst, den eigenen Hauttyp zu bestimmen.

Den eigenen Hauttyp bestimmen

Nur sehr wenige Menschen haben sogenannte „normale“ Haut, also feinporige Gesichtshaut, die nirgends besonders fettig oder trocken ist und auch nicht sensibel reagiert. Meistens besteht irgendein Problem mit der eigenen Haut und oft kommt auch die sogenannte Mischhaut vor, bei der einige Zonen des Gesichts trocken, andere fettig sind. Wer weiß, welche Probleme die eigene Haut hat, kann darauf eingehen und die Hautgesundheit gezielt unterstützen. Folgende Unterscheidungen im Hauttyp gibt es:

Trockene Haut

Wenn du trotz sanfter Gesichtsreinigung und regelmäßigem Eincremen ständig das Gefühl hast, dass die Haut spannt und juckt, dann hast du vermutlich trockene Haut. Vor allem im Sommer oder beim Sport kommt es zwar auch bei dir vor, dass sich etwas überschüssiges Hautfett ansammelt. Aber die Tipps gegen fettige Haut sind für dich nicht geeignet, weil sie den generell trockenen Zustand deiner Haut verschlimmern würden.

Fettige Haut

Direkt nach dem Waschen fühlt sich die Haut kurz frisch und befreit an. Dann dauert es aber nicht lange, bis das Gesicht wieder glänzt. Make-up verschwimmt sehr schnell und sammelt sich in Fältchen oder Poren. Eincreme ist eigentlich nicht nötig oder möglich, da die Talgproduktion dadurch eher noch mehr angeregt wird. Das ist die typische fettige Haut, die durch verstopfte Poren und Talgdrüsen auch zu Pickeln und Unreinheiten neigt.

Empfindliche Haut

Die empfindliche Haut reagiert unschön auf alle möglichen Einflüsse. Etwas falsches gegessen, zu lange in der Sonne gelegen, eine neue Creme getestet – und schon sind Ausschläge, Spannungsgefühl und Rötungen angesagt. Dieser Hauttyp verzeiht nichts und findet immer wieder neue Wege zu reagieren. Sie kann sowohl fettig als auch trocken werden und kleine Pickelchen, großflächige Ausschläge oder richtige Entzündungen entwickeln.

Mischhaut

Dieser Hauttyp kommt besonders oft vor und wird oft mit sensibler Haut verwechselt. Während sensible Haut jedoch überall empfindlich reagiert, findet man bei der Mischhaut unterschiedliche Gesichtsbereiche in den verschiedenen Hautzuständen. Meistens ist die sogenannte T-Zone (Stirn, Nase und Kinn) eher fettig, großporig und unrein, während die Wangen trocken sind. Pflegeprodukte für fettige oder trockene Haut helfen also immer nur dem betroffenen Bereich und verschlechtern andere Bereiche.

Wie entsteht fettige Haut?

Das Problem entsteht in den Talgdrüsen der Haut, die dafür zuständig sind, das natürliche Hautfett zu produzieren. Dieses sorgt dafür, dass die Haut geschmeidig bleibt und die Poren sind selbstständig reinigen. Eine übermäßige Talgproduktion führt wiederum dazu, dass die Talgdrüsen ständig Hautfett freisetzen, obwohl die Haut bereits ausreichend versorgt ist. So entsteht dann eine überflüssige Fettschicht auf der Haut, welche die Poren daran hindert, zu atmen. Die Talgdrüsen können durch die ständige Überproduktion auch verstopfen und sich entzünden, so entstehen dann zusätzlich zur fettigen Haut auch noch Unreinheiten und Pickel. Dass die Talgproduktion aus dem Gleichgewicht gerät kann verschiedene Gründe haben. Oft ist es ein hormonelles Ungleichgewicht (besonders typisch etwa in der Pubertät), oder eine Abwehrreaktion der Haut. Benutzt du zum Beispiel ein aggressives Reinigungsmittel mit viel Alkohol oder einem hohen Seifenanteil, entfernst du damit jegliches Hautfett komplett von deinem Gesicht. Die Haut ist dadurch unterversorgt und droht, auszutrocknen. Die Talgproduktion wird dann von der Haut angekurbelt, um den völligen Verlust des gesunden Hautfettes auszugleichen und diese Überproduktion wird beibehalten, wenn diese Reinigunsmethode fortgesetzt wird. Die Talgdrüsen versuchen dann also ständig, dem völligen Verlust an Hautfett vorzubeugen und geraten dauerhaft aus dem natürlichen Gleichgewicht.

Faustregeln bei fettiger Haut

  • Benutze sanfte Reinigungsmittel mit natürlichen Inhaltsstoffen. Reinige dein Gesicht lieber öfter mit einem Hydrolat oder biologischen Gesichtswasser. So provozierst du deine Talgdrüsen nicht zusätzlich aktiv zu werden.
  • Ernähre dich gesund, also möglichst wenig fettige und zuckerhaltige Nahrungsmittel.
  • Trage nur leichtes Make-up, um deine Poren nicht zusätzlich zu verstopfen. Achte darauf, dass die Produkte kein Erdöl beinhalten.
  • Teste die folgenden Hausmittel und wenn du eine für dich wirksames gefunden hast, wende es konsequent regelmäßig an.

5 hilfreiche Tipps und Hausmittel

Zum Glück ist niemand dem Zustand der eigenen Haut ausgeliefert. Zwar ist der Hauttyp genauso ein Merkmal des Körpers wie die Haarfarbe, aber bei der richtigen Unterstützung kann jede Haut gesünder werden und zu einem besseren Gleichgewicht gelangen. Gerade um fettige Haut zu regenerieren und auszugleichen, gibt es einige einfache Hausmittel. Sie verschaffen Erleichterung auf natürliche Weise, ohne den Zustand der Haut dauerhaft zu verschlimmern. Wenn du unter fettiger Haut leidest, probiere diese Hausmittel am besten gleich einmal aus:

Apfelessig: Dieser bittere Essig bringt den pH Wert der Haut ins Gleichgewicht, was die Überproduktion von Talg stoppen kann. Er ist außerdem antibakteriell und die Alpha-Hydroxy-Säure (AHA) im Apfelessig versorgt mit Feuchtigkeit. Deine Haut wird also ausgeglichen und gepflegt, so dass bei regelmäßiger Anwendung keine fettige Haut mehr entsteht. Mische in einer sauberen Flasche 1 Tl Apfelessig mit 3 Tl destilliertem Wasser. Mit dieser Mischung kannst du dein Gesicht täglich nach der Reinigung besprühen, oder du tränkst ein Wattepad damit und trägst sie so auf die Haut auf. Zusätzlich kannst du deinen Körper von innen unterstützen, indem du den Apfelessig auch trinkst! Jeden Morgen ein Glas Wasser mit etwas Apfelessig darin regt deine Verdauung an und entgiftet.

Honig: Dieses Hausmittel hat wahrscheinlich jeder in der Küche. Honig reinigt die Poren und entfernt dabei nur überschüssiges Hautfett, so dass die Haut nicht austrocknet. Du kannst Honig als Maske verwenden oder sogar täglich zur Reinigung benutzen. Als Maske trägst du einfach eine dünne Schicht Honig auf dein Gesicht auf, lässt ihn einige Minuten einwirken und spülst ihn dann mit viel warmem Wasser ab. Lege dir ein sauberes Gesichtshandtuch bereit, denn der klebrige Honig muss vielleicht abgerieben werden.
Zur regelmäßigen Reinigung gibst du einfach etwa einen halben Teelöffel Honig auf das feuchte Gesicht und reibst es damit ein. Verwende den Honig mit kreisenden Bewegungen, wie du ein Peeling benutzen würdest. So zieht er tote Hautzellen, Schweiß, Schmutz und Talg von deiner Haut und hinterlässt sie frisch, tiefengereinigt und gut durchblutet.

Joghurt: Die darin enthaltene Milchsäure absorbiert überschüssigen Talg und reduziert so den Hautglanz bei fettiger Haut – er mattiert als ganz natürlich und ohne Chemie. Joghurt wirkt durch diese Milchsäure auch wie ein Peeling, ohne dass die Haut durch Peelingkörnchen gereizt und aufgerieben wird. Du kannst eine Schicht Joghurt als Maske auftragen und 20 Minuten einwirken lassen. Er lässt sich danach ganz einfach mit kaltem Wasser abspülen (das kalte Wasser ist wichtig, denn es zieht die Poren wieder zusammen, so dass die Haut geschützt ist). Du kannst Joghurt und Honig auch vermischen, so entsteht eine sehr luxuriöse und lecker duftende Maske, die doppelt wirkt.

Gesichts-Dampfbad: Ein bewährtes Hausmittel ohne großen Aufwand ist das Dampfbad. Mit Salz und Kamille wirkt es adstringierend, durchblutend und entzündungshemmend – so wird fettige Haut ins Gleichgewicht gebracht. Du brauchst dafür eine große Schüssel, ein Handtuch, heißes Wasser, Salz und Kamillentee oder -öl. Gib das heiße Wasser in die Schüssel und löse das Salz darin auf, Dann lass den Kamillentee darin ziehen oder füge etwas ätherisches Kamillenöl hinzu. Leg das Handtuch über die Schüssel und stecke den Kopf darunter. Deine Gesichtshaut wird nun mit den im Wasserdampf gelösten Wirkstoffen behandelt. Die Hitze öffnet die Poren und Giftstoffe werden heraus geschwitzt. Das Salz befeuchtet und reinigt, während die Kamille beruhigt und Entzündungen lindert. Danach ist deine Haut besonders sanft aber porentief gereinigt.

Heilerde-Maske: Schon vor hunderten Jahren wurde die Wirkung der Heilerde geschätzt. Das feine Pulver kann bei vielfältigen Hautproblemen helfen und ist auch gegen fettige Haut eine richtige Wunderwaffe. Du kannst Heilerde in großen Packungen kaufen und über lange Zeit benutzen, da es in Pulverform nicht schlecht wird. Die Anwendung ist ganz einfach: Gib 1-2 Esslöffel Heilerde Pulver in eine Schüssel und füge langsam kleine Mengen Wasser hinzu, bis du alles zu einer geschmeidigen Masse verrührt hast. Ist die Masse zu flüssig, lässt sie sich schwer auftragen, ist sie eher eine Paste, dann trocknet sie zu schnell. Mit der richtigen Konsistenz kannst du dir das Gesicht bestreichen und sie 5-10 Minuten wirken lassen. Warte mit dem Abwaschen nicht, bist sie komplett getrocknet ist, denn sie entzieht deiner Haut sonst nicht nur das überschüssige Hautfett, sondern trocknet sie aus. Für fettige Haut ist die Heilerde perfekt geeignet, denn sie saugt Talg auf wie ein Schwamm und nimmt dabei Schmutz, Giftstoffe und Verunreinigungen gleich mit. Beim Abwaschen kannst du deine Haut noch etwas mit der Erde abreiben, dann wirkt sie zusätzlich wie ein feines Peeling. Creme dein Gesicht danach mit einer leichten Creme ein, denn sonst ist sie zu ausgetrocknet und produziert wieder zu schnell neues Hautfett.

Bildquelle: chassenet / 123RF Standard-Bild