Fünf hilfreiche Informationen zur Teufelskralle

Wenn die Rede von der Teufelskralle ist, sind immer die beiden Unterarten der Afrikanischen Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) gemeint. Diese Pflanze firmiert im Handel auch unter dem englischen Namen Devil‘s Claw. Im Volksmund wird von der vom Aussterben bedrohten Heilpflanze nur noch die getrockneten und pulverisierten Extrakte der Speicherwurzeln verwendet – meist schlicht als Teufelskralle oder Trampel-Klette bezeichnet. Das könnte allerdings zu Verwechslungen führen. Denn eine botanische Verwandtschaft besteht trotz ähnlicher Bezeichnung weder zu den Teufelskrallen (Phyteuma), die unter den Glockenblumen-Gewächsen zu finden sind, noch mit den Teufelskrallen, die bei Gemsenhorn-Gewächsen (Martyniaceae) vorkommen.

Die medizinisch genutzte Pflanze, von der wir hier sprechen, stammt aber aus der Gruppe der Sesam-Gewächse (Pedaliaceae). Die beiden Unterarten der Afrikanischen Teufelskralle finden sich in namibischen Savannen, außerdem in Botswana, Simbabwe oder Südafrika. Für die dort genutzten Heilwirkungen sind die Inhaltsstoffe der Pflanze verantwortlich. Problematisch ist, dass diese heilwirksame Pflanze wegen der medizinischen Nutzung ihrer Wurzel von der Ausrottung bedroht ist. Sie lässt sich zudem kaum anderswo kultivieren.

Die Teufelskralle in der Volksmedizin

In den Ursprungsländern wurde die Teufelskralle im Rahmen volksmedizinischer Anwendungen viel genutzt. Die Volksmedizin ethnischer Gruppen basiert auf Erfahrungswissen und/oder Glauben. Letzteres kann für eine Placebo-Wirkung stehen – aber es kann genauso gut sein, dass die Wissenschaft die von indigenen Völkern überlieferten vermuteten Wirkungen der Teufelskralle noch nicht vollständig untersucht hat. In den Ländern Afrikas, wo die Teufelskralle in Verwendung ist, wird sie vorzugsweise bei Beschwerden wie Hexenschuss, bei Weichteil-Rheumatismus bzw. in unserer Übersetzung Fibromyalgie-Beschwerden, bei Gelenkschmerzen infolge von Morbus Crohn oder bei Kreuzschmerzen infolge einer Spondylose eingesetzt. Auch eine Polyarthritis oder eine chronisch-entzündliche oder chronisch-rheumatische Erkrankung wäre in diesen Ländern eine Indikation für die Anwendung dieser Heilpflanze.

Erkenntnisse der Volksmedizin versus Wissenschaft

Verabreicht wird die Heilpflanze in Afrika auch bei Kopfschmerzen, Wehen-Schmerzen oder Neuralgien, bei Wunden durch Geschwüre oder Furunkel und bei entzündeten Sehnen. Nicht alle hier genannten Wirkungen dieser Heilpflanze sind bisher wissenschaftlich verifiziert worden. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Erfahrungswissen der Afrikaner falsch ist. Vielmehr ist es den hohen wissenschaftlichen Standards und dem notwendigen Prozedere zu einer Anerkennung als Heilmittel zu verdanken, dass die Wissenschaft noch nicht weiter mit ihren Erkenntnissen über Teufelskrallen-Präparate gekommen ist. Unstrittig ist jedoch, dass mit Devil’s Claw bei bestimmten Erkrankungen eine nachweisbare Wirkung erzielt werden kann. Es lohnt sich also, sich intensiver mit dieser Heilpflanze zu befassen, zumal deren Extrakte sich bereits in vielen medizinischen Präparaten aus der Apotheke wiederfinden.

Die wissenschaftlich verifizierbaren Wirkungen der Heilpflanze

Die Afrikanische Teufelskralle interessierte natürlich auch die Wissenschaft. Diese ist immer auf der Suche nach neuen Heilmitteln. Das Endziel der wissenschaftlichen Suche ist oft eine medizinische Standardisierung oder eine Herstellung der wichtigsten Wirkstoffe einer Heilpflanze als Extrakt oder synthetisches Produkt. Letzteres ist reiner. Es entspricht eher unseren modernen medizinischen Standards. Synthetische Präparate können außerdem in der Wirkung potenziert oder sinnvoll ergänzt werden. Daneben bleibt meist das Original-Produkt bestehen, das in den Ursprungsländern traditionell weiterhin genutzt wird. Die Wissenschaft hat mittlerweile verifiziert, dass die Anwendung von Teufelskrallen-Extrakt als Heilmittel bei allen Beschwerden am Skelett- und Muskelapparat Sinn macht. So können die Trockenextrakte dieser Pflanze beispielsweise als begleitendes Therapeutikum bei Arthrose zu Verwendung kommen. Sinnvoll ist die Behandlung mit Teufelskrallen-Extrakt auch, wenn anders bedingte Mobilitätseinschränkungen vorliegen. Der medizinische Nutzen von Devil’s Claw bei Schmerzen, die durch Erkrankungen oder Abnutzungserscheinungen am Bewegungsapparat auftreten, ist wissenschaftlich gesichert. Gesichert ist die Verwendung von Devil’s Claw aber auch bei bestimmten Verdauungsbeschwerden. Um die etwas seltsamen Anwendungsbereiche der Teufelskrallen-Extrakte zu erklären, hier fünf hilfreiche Tipps zur Verwendung dieser Heilpflanze.

1. Die Anwendung der Teufelskralle bei Verdauungsproblemen

Die Trockenextrakte der afrikanischen Heilpflanze sind auch bei dyspeptischen Beschwerden am Verdauungsapparat eine große Hilfe. Dazu gehören unter anderem Bauchschmerzen nach dem Essen, ein anhaltendes Völlegefühl, Übelkeit oder Erbrechen, aber auch Sodbrennen und Blähungen nach dem Verzehr unbekömmlicher Speisen. Der Grund für lindernde Wirkungen auf das Verdauungssystem ist in den enthaltenen Bitterstoffen der Teufelskralle zu finden. Die Pflanze wirkt durch die Bitterstoffe anregend auf die Verdauungssäfte. Sie fördert den Appetit und reguliert Störungen im Verdauungstrakt, die durch einen Mangel an Bitterstoffen verursacht werden. Aus der modernen Ernährung sind die wichtigen Bitterstoffe fast gänzlich verschwunden. Wir finden sie nur noch in wenigen Gemüsen, Salaten oder in einem Kräuterbitter enthalten. Der Bitterwert der Teufelskralle wurde mit 6.000 gemessen. Das bedeutet, dass ein Gramm Teufelskrallenwurzel in 6.000 Millilitern Wasser noch bitter schmeckt. Für unsere Geschmacksnerven ist Bitterkeit einer der stärksten und am intensivsten wahrgenommenen Geschmacksreize. Für unsere Verdauungsorgane sind pflanzliche Bitterstoffe aber dennoch unverzichtbar. Bereits durch den bitteren Geschmack der Teufelskrallen-Extrakte, der an den hinten auf der Zunge liegenden Geschmacksknospen wahrgenommen wird, wird eine Kette von Ereignissen im Organismus ausgelöst. Reflexartig wird sie Sekretion der Speicheldrüsen erhöht. Der vermehrte Speichelfluss wiederum regt die Sekretion der Magensäure an. Er sorgt in Leber, Galle, Darm und Bauchspeicheldrüse für verstärkte Aktivitäten. Dadurch werden die aufgenommenen Speisen und Speisefette schneller verdaut. Das erklärt auch das traditionelle Trinken von Magenbitter nach fetten oder schwer verdaulichen Speisen.

2. Die Wirkung der Teufelskrallen-Extrakte auf das Organsystem

Bitterstoffe, wie sie in der Teufelskralle zu finden sind, beeinflussen auch das vegetative Nervensystem. Der Sympathikus wird durch die Bitterstoffe im Teufelskrallen-Extrakt aktiviert. Der Parasympathikus hingegen wird zugleich beruhigt. Das wiederum beruhigt auch die Organe. Beides zusammen ermöglicht eine bessere Regulierung der Verdauungsfunktionen. Die vermehrt ausgeschüttete Gallenflüssigkeit sorgt für eine schnelle Entlastung des Verdauungstrakts. Daher können die Bitterstoffe in der Teufelskralle durchaus Effekte haben, die Appetitlosigkeit lindern oder bei Völlegefühl und Blähungen eine Linderung der Beschwerden einleiten. Die Darm- und Magenperistaltik wird durch die Bitterstoffe der Heilpflanze angeregt. Belastende Nahrungsanteile können dadurch schneller verdaut werden. Verstopfungsprobleme werden gelöst. Auch diese Erkenntnisse sind wissenschaftlich bestätigt. Das erklärt, warum die Teufelskralle sowohl eine Anwendung bei Verdauungsbeschwerden hat, als auch bei degenerativen Erkrankungen am Bewegungsapparat – beispielsweise abnutzungs- oder belastungsbedingten Schmerzen in der Lendenwirbelsäule – als unterstützende Therapie eingesetzt werden kann. Wichtig ist jedoch, die Extrakte der Teufelskralle nie einzusetzen, wenn sich im Magen-Darm-Trakt Geschwüre gebildet haben. Der Grund dafür ist, dass diese Pflanze für eine erhöhte Blutungsneigung sorgen kann.

3. Die Behandlung von Schmerzen mit Teufelskralle

Bei der Verwendung von Devil’s Claw bei Schmerzzuständen durch muskuläre Probleme oder degenerative Abnutzungserscheinungen am Skelett kommen die die antiphlogistischen bzw. entzündungshemmenden, die abschwellenden und die schmerzlindernden Eigenschaften der Heilpflanze zur Wirkung. Zwar sind sie schmerzlindernden Inhaltsstoffe der Devil’s Claw-Extrakte eher schwach wirksam – aber oft lindert schon die entzündungshemmende Wirkung der Inhaltsstoffe Schmerzen. Die Behandlung von typischen Beschwerden wie Weichteil-Rheuma bzw. Fibromyalgie oder Arthrose-Beschwerden macht also Sinn. Die heilsame Wirkung der Teufelskralle kann beispielsweise durch eine Tee-Mischung erfahren werden. Um die Behandlung von Rückenschmerzen, Nervenschmerzen, Ischias-Beschwerden oder Hexenschuss effektiver zu machen, werden dem bitter schmeckenden Teufelskrallen-Extrakt häufig zusätzlich entzündungshemmende oder entkrampfende Extrakte anderer Pflanzen hinzugefügt – zum Beispiel Trockenextrakte der Weidenrinde, des Lavendels oder des Efeus und Sternanis-Extrakt. Bei Muskel- und Gelenkbeschwerden werden Badezusätze mit Devil’s Claw angeboten. Bei diesen sind zugesetzte Pflanzenextrakte wie Rosmarin zu finden. Alternativ kann Cajeput-Öl für eine Linderung der Beschwerden sorgen.

4. Teufelskrallen-Extrakte im Handel

Die afrikanische Heilpflanze ist mittlerweile auf breiterer Basis in Verwendung, als den meisten Menschen bewusst ist. Ein Präparat mit Teufelskrallen-Extrakt findet sich beispielsweise in der Homöopathie. Es wird dort allerdings eher selten verordnet. Die Indikationen des homöopathischen Präparates mit dieser Pflanze sind aber klar: Die homöopathischen Globuli oder Flüssigverabreichungen werden vorzugsweise bei Bandscheibenproblemen, Arthrose-Beschwerden, Gelenkproblemen, Entzündungen am Knie oder bei Rückenschmerzen verordnet. Zur Anwendung bei den bereits genannten Beschwerden kommen Trockenauszüge der Afrikanischen Teufelskralle in diversen Medikamenten, die jede Apotheke führt. Die Wirkstoffe aus dem Teufelskrallen-Extrakt finden sich in Form von Film- oder Brausetabletten, Kapseln oder Pulvern sowie in Salben und Tee-Zubereitungen wieder. Oftmals wird der Extrakt aus der Pflanze zur unterstützenden Therapie eingesetzt, selten als alleiniges Heilmittel. Letzteres lässt eher auf eine Selbstbehandlung schließen. Interessant ist auch die Verwendung von Teufelskrallen-Extrakt in der Tiermedizin. Bei Hunden oder Pferden treten ebenfalls Probleme wie Arthritis oder Arthrose an den stark strapazierten Gelenken auf. Nun darf aber nicht jeder Rennstall-Besitzer den Teufelskrallenextrakt bei seinen Pferden verwenden. Er gilt nämlich wegen seiner schmerzlindernden Eigenschaften als natürliches Dopingmittel.

5. Gibt es Nebenwirkungen oder Kontraindikationen zu beachten?

Bei der Anwendung der Extrakte bei Verdauungsbeschwerden gelten Geschwüre als Kontraindikation. Auch bei der Behandlung anderer Zustände mit Extrakten dieser Pflanze kann Vorsicht geboten sein. Es kann bei der Einnahme zu Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, aber auch zu Kopfschmerzen kommen. Was hingegen sehr selten beobachten wird, sind Überempfindlichkeits-Reaktionen auf die enthaltenen Inhaltsstoffe. Diabetiker sollten wissen, dass die Einnahme von Extrakten der Teufelskralle zu einem kurzfristigen Anstieg des Blutzuckers führen kann. Dieser ist der Aktivierung der Bauchspeicheldrüse zuzuschreiben. Menschen, die eine Veranlagung zur Gallensteinbildung haben, können unter vermehrten Gallensteinen leiden. Dafür sind die gallensaftfördernden Eigenschaften der Devil’s Claw-Extrakte verantwortlich. Eine längerfristige Behandlung mit Teufelskrallen-Präparaten sollte nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, wenn ohnehin oder durch eine Marcumar-Behandlung eine erhöhte Blutungsneigung besteht. Aus demselben Grund sollen schwangere Frauen die Einnahme der bitteren Extrakte aus den getrockneten Speicherwurzeln der Pflanze meiden. Treten bei der Einnahme der Trockenauszüge ungewohnte Entzündungsanzeichen auf, sollte das Präparat abgesetzt und vorsichtshalber ein Arzt aufgesucht werden.

Fazit

Die bitteren Teufelskrallen-Extrakte haben bereits ihren Weg in unseren Alltag gefunden. Sie sind heutzutage in vielen medizinischen Präparaten auf pflanzlicher Basis anzutreffen. Dieser Umstand belegt, dass die Volksmedizin indigener Völker häufig über medizinisches und pharmakologisches Wissen verfügt, das in geeigneter Form in die moderne Medizin eingegliedert werden kann. Für die beschriebenen Verwendungen sind Teufelskrallen-Extrakte ein geeignetes Hilfsmittel. Nicht immer ist eine medizinische Behandlung verzichtbar, da die bitteren Extrakte bei stärkeren Schmerzzuständen oder anhaltenden Verdauungsproblemen oft nur als Begleittherapie sinnvoll sind. Bei anhaltenden gesundheitlichen Problemen sollte auf jeden Fall abgeklärt werden, was diese verursacht hat.

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