Nasenkorrektur – 7 Punkte, die beachtet werden sollten

Bei den Römern galt eine markante Adlernase als vornehm und hätte Cyrano de Bergerac keinen überdimensionierten Zinken im Gesicht gehabt, hätte er Roxane vielleicht nie mit wunderschönen, poetischen Liebesbriefen verzaubert, sondern sich wie sein Rivale auf sein Aussehen verlassen.

Schiefe, krumme, zu breite, zu lange oder zu große Nasen sind für ihre Träger ein unübersehbares Problem. Eine Nasenkorrektur verspricht Abhilfe, kann aber auch mehr Probleme schaffen, als sie löst. Auf keinen Fall sollte dem Patienten die Operation schon an der Nasenspitze anzusehen sein, sondern letztere soll trotzdem noch natürlich wirken.

Diese sieben Punkte sollten auf jeden Fall vor der Nasenkorrektur geklärt sein.

1. Ist eine operative Nasenkorrektur tatsächlich notwendig?

Tatsächlich kann eine Schiefnase oder Hakennase das Selbstbewusstsein stark beeinträchtigen, sogar so weit, dass Depressionen, sozialer Rückzug und schwere Minderwertigkeitskomplexe die Folge sind.
Eine auffallende Nase lässt sich weder wegschminken noch mit Kleidung oder Schmuck verdecken. Eine Operation, bei der Nasenhöcker beseitigt, die Nasenflügel geschmälert oder die Nasenspitze neu modelliert wird, kann natürlich helfen, muss aber nicht.

Wer sein Lebensglück von einer „perfekten Nase“ abhängig macht, wird auch nach der Nasenkorrektur nicht automatisch erfolgreich, charmant, witzig und sexy. Die Operation hilft dabei, sich selbst wieder attraktiv und liebenswert zu finden und das stärkt das Selbstbewusstsein. Fehlendes Talent kann sie nicht ersetzen und auch mit einem neuen Näschen wird aus Susi Müller keine zweite Heidi Klum!
Ob die Nase wirklich zu groß, zu krumm oder zu breit ist, liegt oft im Auge des Betrachters. Mitunter steht eine psychische Störung, die Dysmorphophobie, hinter dem Wunsch nach einer Nasenkorrektur. Betroffene sind überzeugt, körperlich unnormal zu sein oder körperliche Defekte aufzuweisen, wie etwa eine Schiefnase. Tatsächlich gibt es diese Defekte aber nur in der eigenen Wahrnehmung, während die Umwelt das eigene Aussehen als völlig normal und unauffällig wahrnimmt.
Medizinische Indikationen für eine Nasenkorrektur
Eine durch einen Unfall entstellte Nase, eine beeinträchtigte Nasenatmung aufgrund einer deformierten Nasenscheidewand oder eine abnorme Nasenform stellen spezielle Indikationen für eine Nasenkorrektur dar. Das gleiche gilt für angeborene Nasenfehlbildungen wie eine Nasen-Gaumen-Lippenspalte. Bei einer angeborenen Spaltnase ist eine Nasenkorrektur nicht nur aus ästhetischer Sicht unumgänglich, sondern auch aus medizinischen Gründen angezeigt.
Verkrümmte Nasenscheidewände, stark verengte Nasenlöcher oder Schiefnasen beeinträchtigen die Nasenatmung, mitunter ist sie sogar unmöglich. Atemprobleme verringern jedoch die Schlafqualität, was zu körperlicher und geistiger Erschöpfung, einem geschwächten Immunsystem und anderen Krankheiten führt. Außerdem sind bei einer krankhaften Nasenverengung Atemwegsinfekte und (chronische) Nebenhöhlenentzündungen häufig, worunter die Lebensqualität leidet.
Bei kleineren Defekten ist inzwischen auch eine Nasenkorrektur OHNE Operation möglich. Kleine, schwach ausgeprägte Nasenhöcker oder kleinen Unebenheiten auf dem Nasenrücken werden dabei mit einem sog. Dermal Filler unterspritzt. Meist wird Hyaluronsäure benutzt.
Für die Unterspritzung ist nur eine einzige Behandlungssitzung und nur lokale Betäubung nötig. Der Patient kann sofort nach der Nasenkorrektur nach Hause, Schwellungen oder Blutungen sind kaum zu befürchten. Ob eine Nasenkorrektur ohne OP möglich ist, entscheidet der Arzt im Einzelfall.

2. Welches Ergebnis soll mit der Operation erzielt werden?

Bei einer medizinischen Indikation soll hauptsächlich die Nasenatmung wiederhergestellt oder verbessert werden, die Nasenscheidewand wird begradigt oder die Spaltnase wird neu modelliert.

Bei einer rein ästhetischen Nasenkorrektur wird die Nase neu modelliert. Je nach Ausgangslage soll sie begradigt, verschmälert, verkürzt oder anders geformt werden. Doch nicht jeder Wunsch ist machbar und ein guter Operateur wird seinen Patienten dahingehend beraten. Wer sich eine komplette Typveränderung erhofft, wird enttäuscht. Kein seriöser Operateur wird einen Patienten zu Michael Jackson „umschnitzen“ und wer mit einer markanten Adlernase die Praxis betritt, wird sie höchstwahrscheinlich nicht mit einer niedlichen Stupsnase wieder verlassen.
Ein solch radikaler Eingriff wäre chirurgisch unsinnig, da zu viel Knorpel, Gewebe und auch Knochen entfernt werden müsste und das Risiko von Infektionen, Narbenbildung und dauerhaften Beeinträchtigungen der Nasenfunktion zu hoch wäre.
In einem ausführlichen Vorgespräch wird mit dem Patienten gemeinsam geklärt, was möglich und sinnvoll ist. Ziel ist immer ein ästhetisches Gesamtbild, bei dem sich die Nase ästhetisch in die Proportionen des Gesichtes einfügt.
Die meisten Schönheitschirurgen verwenden dazu auch spezielle Computerprogramme, die anhand von Bildern des Patienten die künftige Veränderung simulieren und so ein Bild vermitteln, wie sein Profil nach der OP höchstwahrscheinlich aussehen wird.
Bei einer klassischen Nasen-OP kann der Chirurg:

  • die Größe oder Breite vermindern (Nasenverkleinerung),
  • den Nasenrücken verbreitern, verkleinern oder verschmälern (z.B. bei einer Höckernase),
  • eine Schiefnase begradigen (häufig wird gleichzeitig auch die Nasenscheidewand begradigt),
  • einen eingesunkenen Nasenrücken wiederaufbauen (z.B. bei einer Sattelnase)
  • die Nasenflügel verfeinern,
  • den Winkel zwischen Nase und Oberlippe verändern
  • die Nasenspitze neu modellieren.

3. Nasenkorrektur – welcher Chirurg ist der Beste?

Eine Nasenkorrektur oder Rhinoplastik gehört zu den häufigsten Schönheitsoperationen, ist aber ein anspruchsvoller chirurgischer Eingriff und daher nicht billig. Werden mit der Nasenkorrektur rein ästhetische Ziele ohne medizinische Indikation verfolgt, muss der Patient die Kosten selbst tragen.
Da sind Angebote aus dem benachbarten Ausland, aus Thailand oder Indien verlockend, wenn dort die Operation nur noch die Hälfte kosten soll. Wer jedoch nur auf den Geldbeutel achtet, kann unter Umständen richtig auf die Nase fallen.
Nicht nur, dass die Ausbildungsstandards im Ausland mitunter gravierend von denen deutscher Fachärzte abweichen, auch Hygiene und medizinische Ausrüstung entsprechen womöglich nicht deutschen Standards.
Ein guter Schönheitschirurg zeichnet durch einige Punkte aus:

  • Der Chirurg ist auf Nasenkorrekturen spezialisiert und beherrscht dementsprechend auch verschiedene Operationstechniken. Im Idealfall ist er nicht nur Facharzt für Plastisch-Ästhetische Chirurgie, sondern auch HNO-Arzt. Die Bezeichnung „Facharzt für plastische Chirurgie“ gibt allein schon Aufschluss über die Qualifikation, da sie anders als der Begriff „Schönheitschirurg“ eine mindestens 6-jährige Facharztausbildung voraussetzt.
  • Der Arzt verfügt über langjährige OP-Erfahrung vor allem im Bereich der HNO-Chirurgie und hat entsprechend viele Nasenkorrekturen erfolgreich durchgeführt.
  • Der Arzt gibt bereitwillig Auskunft über die Anzahl der von ihm durchgeführten Nasenkorrekturen und zeigt Vorher-Nachher-Bilder seiner „Arbeit“.
  • Der Arzt verwendet moderne OP-Techniken und Schnitte, möglichst ohne Tamponaden. Die sogenannte chondroplastische OP-Technik ermöglicht es, den Nasenknorpel direkt umzuformen und die so begradigte Nasenscheidewand durch eine spezielle innere Nahttechnik zu fixieren. Die verwendeten Fäden lösen sich nach etwa drei Monaten von selbst auf. Lästige Tamponaden, die die Nasenatmung verhindern, sind daher nicht nötig und das Gewebe wird durch die Naht drei Monate lang fixiert und gestützt, während die Tamponaden nur wenige Tage stützen. Das begünstigt die Heilung und schließt eine Verformung des Knorpels während des Heilungsprozesses nahezu gänzlich aus.
  • Vor der Nasenkorrektur bietet der Arzt ein umfassendes Beratungsgespräch an, in dem er die Beweggründe und Wünsche des Patienten ermittelt. Er nimmt dessen Vorstellungen ernst, setzt aber den Hoffnungen auch realistische Grenzen. Mithilfe von Fotos und Computersimulationen wird das erstrebte und mögliche Operationsergebnis dargestellt.

Achtung: Das Computerbild ist keine exakte Vorhersage des späteren Ergebnisses, dies sollte der Arzt dem Patienten mitteilen!
Der Arzt muss den Patienten auch über die Risiken und Nebenwirkungen einer Rhinoplastik aufklären. Bei minderjährigen Patienten bezieht der Arzt den Erziehungsberechtigten in das Beratungsgespräch ein und versucht festzustellen, ob sich der Patient der Tragweite einer Nasenkorrektur bewusst ist und wodurch der OP-Wunsch ausgelöst wurde.

  • Der Chirurg erklärt den Ablauf der Operation und die verwendeten Techniken. Er nimmt sich Zeit, alle Fragen zu beantworten. Der Patient lernt auch den Anästhesisten und eventuell andere an der Operation beteiligte Personen kennen. Sind noch Fragen offen, bietet der Chirurg auch ein zweites Beratungsgespräch an.
  • Vor der Operation wird das Naseninnere endoskopisch untersucht, um Geschwüre, Polypen oder Entzündungen rechtzeitig zu entdecken. Mit der Rhinomanometrie misst er die Druckverhältnisse im Naseninneren beim Atmen. Struktur und Aufbau sowie die Dicke der Haut und des Gewebes werden genau vermessen.
  • Der Arzt erkundigt sich umfassend nach Vorerkrankungen, chronischen Erkrankungen, Medikamenten und anderen die Operation beeinflussenden Umständen.

Hat der Patient nach dem Vorgespräch überdies ein gutes „Bauchgefühl“ beim Arzt seiner Wahl, steht der Nasenkorrektur nichts mehr im Wege.

4. Was gilt es rund um den OP-Termin zu beachten?

Da die Operation gewöhnlich in Vollnarkose erfolgt, darf 6 Stunden vor der Operation weder gegessen noch getrunken werden. Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, wie beispielsweise Aspirin, sind schon einige Tage vor der OP verboten. Das Rauchen sollte zumindest eingeschränkt werden, da Nikotin die Wundheilung verzögert.
Wegen der Narkose kann der Patient nicht sofort nach dem Eingriff nach Hause, sondern muss zumindest für eine Nacht in der Klinik bleiben.
Werden Tamponaden verwendet, ist für mehrere Tage keine Nasenatmung möglich.
Da das Gesicht einige Tage geschwollen ist, ist der Patient ist also nicht gesellschaftsfähig. Außerdem müssen mindestens 14 Tage ein Verband und eine Nasenschiene, meist eine Thermoplastschiene, getragen werden, um das Nasengewebe zu stabilisieren und das Eindringen von Keimen zu verhindern. Arbeitnehmer müssen sich für einige Wochen krankschreiben lassen.
Das endgültige Ergebnis steht übrigens erst etwa sechs Monate NACH der OP fest, da sich die Nasenform durch die Wundheilung noch geringfügig verändern kann.

5. Was passiert während der Nasenkorrektur?

Zunächst wird der Patient in Narkose versetzt, außerdem werden im Nasenbereich gefäßverengende Medikamente injiziert, um Blutungen und Schwellungen zu minimieren.
Anschließend setzt der Arzt die notwendigen Schnitte. Gewöhnlich wendet der Chirurg dabei die geschlossene Operationstechnik an, bei der die Schnitte im Naseninneren liegen und Knorpel, Knochen und Gewebe durch die Nasenlöcher bearbeitet werden. Diese Methode wird meist zur Begradigung oder Verkleinerung von Nasen angewandt oder zur Korrektur einer Sattelnase.
Bei einem offenen Zugang wird zusätzlich ein v-förmiger Schnitt am Nasensteg gesetzt und die darüber liegende Haut von der Nasenspitze und den -flügeln angehoben. So erhält der Operateur einen besseren Einblick in die sensiblen nasalen Strukturen. So werden etwa Schiefnasen begradigt oder ausgeprägte Höcker entfernt.
Zum Verschmälern von Nasen wird etwas Haut und Gewebe außen an den Nasenflügeln entfernt, die Nähte werden in den natürlichen Gesichtsfalten an Wangen und Nasenflügeln „versteckt“.
Häufig müssen Nasen neu modelliert und aufgebaut werden. Dazu entnimmt der Chirurg körpereigenes Knorpelgewebe aus dem Ohr, der Hüfte oder der Rippe. Kann körpereigenes Material nicht in ausreichender Menge gewonnen werden, kommen künstliche Gewebe zum Einsatz.
Die OP selbst dauert etwa 2 – 3 Stunden, im Anschluss bleibt der Patient über Nacht stationär im Krankenhaus. Nach der OP sollte überdies mit Umschlägen oder Kühlkissen gekühlt werden, um Schwellungen oder Blutungen zu minimieren. Die Fäden für die Nähte werden nach etwa sieben Tagen gezogen, sofern es sich nicht um selbst auflösende Fäden handelt

6. Wie lässt sich der Heilungsverlauf günstig beeinflussen und welche Folgewirkungen

kann eine Nasenkorrektur haben?
Nach einer Nasenkorrektur sind einige Verhaltensregeln zu beachten, die sich auf den Heilungsverlauf auswirken. So sollte in den ersten vier Wochen auf Sport und anstrengende körperliche Tätigkeiten verzichtet werden, dazu zählt auch allzu wildes Toben mit dem Nachwuchs. Auf Sportarten mit einem erhöhten Sturzrisiko wie Radfahren, Klettern, Reiten oder Ballsportarten muss noch länger verzichtet werden, denn ein Schlag auf die Nase hätte fatale Folgen.
Manchmal nutzen die beste Nachsorge und größte Vorsicht nichts und es kommt zu Komplikationen:

  • Blutungen sind bei Nasenkorrekturen nicht unüblich.
  • In seltenen Fällen kann es zu Infektionen und Wundheilungsstörungen kommen, unschöne Narbenkönnen sich bilden.
  • Schwer heben oder intensives Naseschneuzen ist tabu, denn dadurch erhöht sich der Druck in der Nase und die Nähte könnten reißen. Besser ist es, das Sekret vorsichtig abzutupfen.
  • Durch Blutansammlungen in der Nasenwand ist eine Ernährungsstörung des Knorpels möglich, bis hin zum Absterben.
  • Sind die Nähte nicht richtig ausgeführt oder die Nasenwand nicht richtig fixiert, kann es zu einem Absinken der Nasenspitze kommen oder zur Bildung eines kleinen Höckers.
  • Sehr oft kommt es hingegen zu Taubheitsgefühlen in Nase, Wange oder Oberlippe oder zu Berührungsempfindlichkeit, was aber in der Regel nach einigen Wochen bis Monaten von alleine wieder weggeht.

7. Was kostet eine Nasen-OP?

Die Kosten hängen zunächst von der Ausgangssituation und der gewünschten Veränderung ab. In Deutschland liegen die Kosten einer Nasenkorrektur zwischen 3000 und 7000 Euro.
Liegt eine medizinische Indikation für den Eingriff vor, übernehmen die Krankenkassen diese Kosten ganz oder zumindest teilweise. Bei einer Nasenkorrektur aus rein ästhetischen Gründen, einer Schönheitsoperation also, trägt der Patient die Kosten zu 100% selbst.
Viele Ärzte oder „Schönheitskliniken“ bieten daher Finanzierungsmodelle an, mit denen die Patienten den Eingriff in Raten bezahlen oder durch einen Kredit über ein Geldinstitut finanzieren. Über die Finanzierungsmöglichkeiten sollte sich jeder Patient schon vor der Behandlung Gedanken machen. Der behandelnde Chirurg ist überdies verpflichtet, alle Kosten in einem genauen Kostenvoranschlag aufzuschlüsseln.
7. Voraussetzungen einer erfolgreichen Nasenkorrektur

  • 1. Die OP ist notwendig, der Patient ist sich über die Folgen im Klaren, der OP-Wunsch ist realistisch nachvollziehbar.
  • 2. Das OP-Ziel ist klar definiert und realistisch. Die „neue“ Nase fügt sich ästhetisch ins Gesicht ein.
  • 3. Der behandelnde Chirurg hat eine Facharztausbildung und ist mit den neuesten OP-Techniken vertraut. Der Patient wurde über Vor- und Nachbereitung und die OP selbst aufgeklärt.
  • 4. Vor der OP wird auf blutgerinnungshemmende Medikamente, Rauchen und Alkohol verzichtet. Der Patient hat für die ersten Tage nach der OP Hilfe für zu Hause!
  • 5. Geschwüre und Entzündungen im Naseninneren wurden endoskopisch ausgeschlossen. Der Allgemeinzustand des Patienten lässt eine Nasen-OP zu.
  • 6.Die Nachsorge ist gesichert, unerwünschte Folgewirkungen können minimiert werden.
  • 7. Die Finanzierung der Nasen-OP ist sichergestellt.

Hat man bei der Klärung dieser Punkte den „richtigen Riecher“ bewiesen, steht einer erfolgreichen Nasen-OP (fast) nichts mehr im Wege.

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