So findest du den perfekten Herrenduft für dich

Das Parfum – Warum dich der richtige Herrenduft attraktiv macht

Was bedeutet denn eigentlich die richtige Wahl eines Herrendufts? Anders als bei der Suche nach dem coolsten Paar Sneakers oder dem angesagten Hoodie geht es beim Herrenduft nicht um modische Trends. Natürlich kommen jeweils zur Frühjahrs- und Herbstsaison neue Männerdüfte auf den Markt und jeder hat gelegentlich das Bedürfnis etwas Neues auszuprobieren. Im Unterschied zur Lust auf eine knallige Farbe beim nächsten Polo-Shirt spielen bei der Wahl des Parfums aber andere Kriterien eine Rolle. Jeder Mann empfindet Düfte sehr individuell, da sie ganz persönlich mit seiner Haut reagieren. Der Volksmund sagt: Ich kann dich nicht riechen – und beschreibt damit intuitiv, wieso der Griff in die falsche Duftfamilie fatale Folgen haben kann.

Körperliche Attraktivität lässt sich mit Kleidung, Kosmetik und dem regelmäßigen Besuch im Fitness-Studio tunen. Duft reagiert mit dem Körper ohne unser zu tun; ob wir wollen oder nicht, er spiegelt unseren Charakter wider. Zudem bedeuten Gerüche für jeden Menschen etwas Anderes. Zitrusfrüchte zum Beispiel mögen für den einen beißend riechen, den anderen hingegen erinnern sie an die mallorquinische Orangenplantage.

Die Erotik von Männerduft

Der liebestolle Mephisto bringt es in Faust I auf den Punkt: „Schaff mir ein Halstuch von ihrer Brust, ein Strumpfband ihrer Liebeslust.“ Der Geruch eines Menschen betört. Die Pheromone können in ekstatische Leidenschaft führen. Schmetterlinge im Bauch hat, wer vom Körpergeruch des Partners nicht genug bekommen kann. Nicht umsonst spricht man von der olfaktorischen Akzeptanz zweier Körper, die dem Schritt der körperlichen Vereinigung vorausgeht. Patrick Süskind beschreibt in seinem Bestseller „Das Parfum“ den Duft als Urgewalt, der direkt ins Herz trifft und dort über Liebe und Ekel entscheidet. Markanter und prägnanter ausgedrückt: Ob es zum Sex kommt, entscheidet dein Geruch. Viel mehr Überzeugungsarbeit sollte nicht zu leisten sein, um klar zu machen, wieso der perfekt zu dir passende Herrenduft ein Must Have Accessoire ist.

Duft ist nicht gleich Duft – Basics rund um den Herrenduft

Du sprichst im Allgemeinen von Parfum, wenn du auf der Suche nach dem idealen Herrenduft bist. Aber du meinst zum Glück nicht immer wirklich Parfum, denn das wäre mittelfristig wirklich verschwenderisch. Je höher die Konzentration, desto langanhaltender ist der Duft. Der teuerste Duft, weil mit rund zwanzig prozentiger Lösung der Komposition in fast 100 Prozent Alkohol ist das klassische Parfum. Eau der Toilette enthält nur maximal zwanzig Prozent in achtzig bis neunzig Prozent Alkohol. Eau de Cologne ist mit gut fünf Prozent noch schwächer. Der schnell verfliegende Duft des After Shave ist sogar noch geringer dosiert. Wähle also je nach Anlass gezielt die perfekte Duftkonzentration. Für das Candle Light Dinner dürfen es drei Spritzer Parfum sein, im mehrstündigen Business Meeting werden dir alle Teilnehmer dankbar sein, wenn du auf das After Shave zurückgegriffen hast. Wer kennt nicht die hämischen Bemerkungen auf dem Flur oder im Aufzug: Frau Karpova scheint heute im Haus zu sein, ihr Parfum war jedenfalls heute schon da. Vor diesem Spott sind auch Männer nicht gefeit. Wenn du in der Parfümerie auf der Suche nach neuen Parfumwelten bist, ist zunächst Beratung das A und O. Kannst du die Verkäuferin nicht gut riechen, wird sie dir keine sinnvolle Empfehlung aussprechen können. Auch wenn wir auf das erste Schnuppern hin vom neuen Männerduft begeistert sind, heißt es erst einmal durchatmen und Geduld haben. Düfte entfalten ihre verschiedenen Noten inklusive der sogenannten Kopfnote nicht immer sofort. Es gilt also: Aufsprühen, Parfümerie verlassen, einkaufen, Kaffee trinken. Falls der Herrenduft auch nach dieser Zeitspanne nicht nur überlebt hat, sondern seien Entfaltung von dir als immer angenehmer erlebt wird, dann stehen die Chancen gut, dass du die richtige Duft-Begleitung gefunden hast.

Was harmoniert mit wem? Kleine Typologie der Duftstoffe, Charaktere und Outfits
Der richtige Duft unterstreicht deine Persönlichkeit und Ausstrahlung. Es gibt zwölf Duftfamilien für Herren. Sie reichen von blumig bis hin zu sportlich-frisch. Wir machen den Style-Check und versuchen eine Verbindung herzustellen zwischen Duftfamilie und Style bzw. Lebensart. Welcher Typ passt zu welchem Duft? 12-mal Mann, 12 mal Duft. Aber nicht vergessen: Die letzte Entscheidung hat deine Nase und die deines Gegenübers. Eine Typologie der Dufttypen bietet nur Anhaltspunkte für die richtige Wahl. Wir wollen introvertierte nicht vom geliebten Moschus-Parfum abhalten.

1. Der Sinnliche

Ein wenig wirkt er wie ein Dandy. Gut angezogen, niemals Mainstream und gerne ein buntes Accessoire um den Hals. Er zeigt sich verletzlich. Wenn er sich zu jemandem hingezogen fühlt, dann mit Haut und Haar. Weiche, fließende Stoffe sind seine Welt, und genauso schmeichelnd sind die aphrodisierenden Düfte, die er liebt: Geranie, Jasmin, Mimose, Neroli, Salbei oder Ylang Ylang.

2. Der Naturbursche

Karo-Hemden trägt er auch, wenn sie gerade aus der Mode sind. Stylische Gummistiefel braucht er nicht für den City Dschungel, sondern für die Runde mit seinem Bordercollie. Frauen, die auf Regenschirme bestehen, findet er affig. Wir sind doch nicht aus Zucker. Alles, was nach Wald und Laub richtet, zieht ihn dagegen an: Eichenmoos, Kiefernadel, Moschus, Ysop oder Zypresse.

3. Der Bodenständige

Er neigt zum Pragmatismus. Ein Fünf Gänge Menü kannst du von ihm nicht erwarten, aber die beste Kartoffel, die jemals über dem offenen Feuer gegrillt wurde. Und einen wärmenden dicken Pulli hat er immer im Gepäck, den er sogar bereitwillig ausleiht. Wenn es nach Erde riecht, frühmorgens oder nach dem Nachmittagsgewitter, ist er in seinem Element, deshalb steht er auf erdigen Herrenduft: Fichtennadeln, Lärche, Sandelholz oder Zedernholz.

4. Der Borderliner

Himmelhochjauchzend und auf einmal am Boden zerstört. Wundere dich nicht, wenn er wochenlang nur in Schwarz auftaucht, um dir auf einmal vom kunterbunt bestickten Seidenblouson vorzuschwärmen. Er braucht Düfte, die ihn aufbauen und ständig euphorisieren: Blutorange, Citronella, Jasmin und Vanille sind seine Welt.

5. Der Luftikus

Er glaubt an Liebe auf den ersten Blick. Passiert ihm ständig. Dabei ist er so charmant, dass ihm schnell verziehen wird. Alles ist bei ihm eben im Flow, deshalb lehnt er den Ballast von schweren Düften ab, leicht und frisch und schnell vergänglich muss es sein: Grapefruit, Lemongras, Minze, Rosmarin oder Zitrone.

6. Der Erwachsene

Er hat viel erlebt, noch mehr gesehen und weiß immer Rat. Auch ungefragt. Ob es um den Chef, den coolsten Oldtimer oder den besten Schneider für einen Maßanzug geht. Den trägt er übrigens am allerliebsten – genauso wie seinen long time favourite, SEINEN Duft. Schließlich weiß er, was er will, zum Beispiel: Asant, Galbanum, Myrrhe, Pfeffer oder Vetiver.

7. Der Gärtner

Urban farming betrieb er bereits, bevor in Deutschland jemand wusste, was das eigentlich ist. Künstliche Aromaten lehnt er ab, genauso wie Gewürze, die nicht aus der Region kommen. Ok, bei seiner geliebten Currymischung macht er eine Ausnahme. Auch dass seine Alpaka Jacke aus nachhaltiger Zucht einen weiten Weg von Nepal nach Berlin zurückgelegt hat, was solls. Bei seiner Duftwahl ist er konsequent: Bergbohnenkraut, Estragon, Oregano oder Schafgabe. Zur Not kann man die Kräutermischung auch auf den veganen Burger streuen.

8. Der Berliner

Auch bei Wahl des Dufts steht er zu seiner ekstatischen Ader. Schließlich kann man nicht jedes Wochenende im Berghain verbringen. Selbst wenn sein Outfit und seine Miene so wirken als wäre es anders. Er steht auf betörende Duftstoffe, die das Gegenüber narkotisieren, einfangen, geradezu willenlos machen könnten. Von wegen also coole Nachlässigkeit bei der Wahl. Hopfen, Immortelle, Patchouli oder die bulgarische Rose werden von ihm messerscharf dosiert, damit sie hoffentlich ihre Wirkung entfalten.

9. Der Verständnisvolle

Paartherapie? Kein Problem. Psychoanalyse? Hat schließlich schon Woody Allen erfolglos probiert. Er hat keine Angst, sich selbst besser kennenzulernen, öffnet sich anderen gerne wie eine Blume und will vor allem nicht eines: auf andere verängstigend oder einschüchternd wirken. Daran orientiert er sich auch bei seinem Parfum. Es kommt aus der Familie der Rosen: Geranie, Palmarosa, Rose und Rosenholz sind seine Favoriten.

10. Der Intellektuelle

Bei seinem Outfit macht er Sartre Konkurrenz. Schwarze Rollis gehen auch im Hochsommer und in der Unibibliothek darf schließlich jeder riechen, dass er nicht nur klug wirkt, sondern auch ein Meister seines Fachs bei Äußerlichkeiten ist. Sein Motto: bei mir darf die Frau schön UND klug sein. Sein Duft ist nur eines: intensiv schwer wie Iris, Moschus, Patchouli, Veilchen oder Zimtrinde.

11. Der Toyboy

Hier handelt es sich nicht um einen Background Tänzer von Madonna oder eine Backstage Figur von Jennifer Lopez. Es ist vielmehr der liebe Walker, der uns ins Kino begleitet, uns beim Überwinden unseres Katers hilft und immer dann einspringt, wenn die Einsamkeit unerträglich wird. Sein Herrenduft schreit nach Liebe, stumm, aber wie Honig. Je süßer desto willkommener. Seine Aromen sind: Anis, Honig, Tuberose oder Vanille.

12. Der Normale

Von allem ein bisschen, nicht zu schrill, nicht zu langweilig. Rote Schuhe gelten als mutig und eine Portion Pommes Frites als über die Stränge schlagen. Sein größter Faux Pas wäre es, aufdringlich zu riechen oder gar billig. Ausgewogene warme Düfte sind seine Favoriten. Ein wenig Hopfen oder Lavendel, ein bisschen Rosenholz oder e. Das muss genügen.

Fazit zum richtigen Herrenduft

Irgendwann entwickelt jeder ein Gefühl für den richtigen Duft. Manche schwören jahrzehntelang auf IHRE Komposition, manche wollen je nach Tagesform oder Anlass abwechseln. Einige hassen Düfte, nach denen gerade jeder Zweite riecht, andere lassen sich gerne von Werbung inspirieren. Viele Männer lieben Klassiker – das trug schon Humphry Bogart beim Abschied in Casablanca-, viele schwören aber auch auf Geheimtipps, die nur mühsam über den Export geliefert werden können. Je länger die Wartezeit am Zoll, desto cooler. Duft ist und bleibt Geschmackssache, bei der Orientierung hilft aber, Duftgruppen zu kennen und seine eigenen No Gos. Ob aromatisch, holzig, würzig oder frisch. Dein Duft ist deine zweite Haut.

Bildquelle: iakovenko / 123RF Standard-Bild