Wieso kann uns eine Brustvergrößerung unglücklich machen?

Frauen, die nicht mit großen Brüsten „gesegnet“ sind, träumen oft von einer deutlich größeren Oberweite – sie informieren sich über die Methoden, die am Ende dafür sorgen, dass sie den BH mit dem A-Körbchen zur Seite legen und das Modell mit dem C- oder D-Körbchen anlegen können. Aber auch dann, wenn die Frau mit der Brustform unzufrieden ist, meinen viele, dass auch dann eine Brustvergrößerung für Abhilfe sorgen kann.

Doch anders als viele erwarten, sind Frauen nicht immer glücklich nachdem sie die Brustvergrößerung überstanden haben – in einigen Fällen sind sie mit dem Ergebnis wirklich unzufrieden. Liegt es am Ende an einer falschen Erwartungshaltung oder mitunter an fehlenden Informationen, die der behandelnde Arzt womöglich verschwieg?

Es gibt nur eine nachhaltige Methode – die operative Brustvergrößerung

Frauen, die eine sehr kleine Brust haben, fühlen sich nicht „weiblich“ genug, wollen sich vor dem Partner nicht ausziehen und haben mitunter auch Schwierigkeiten bei der Wahl des richtigen Outfits. Im Vordergrund sind nämlich immer die Brust und die Tatsache, dass diese nicht die gewünschte Größe hat. Doch welche Methoden gibt es, damit die Brust größer wird? Helfen diverse Cremes und Salben tatsächlich? Wer sich näher damit befasst hat, der wird relativ schnell zu dem Ergebnis kommen, dass nur eine Brustvergrößerung mit Implantaten für eine nachhaltige Verbesserung sorgen kann. Doch auch wenn Brustvergrößerungen heutzutage nicht mehr so teuer wie vor einigen Jahren sind, so müssen die Patientinnen dennoch mit einer Summe zwischen 4.000 Euro und 7.000 Euro rechnen – wer zudem noch eine Bruststraffung braucht (oder wünscht), muss sogar eine noch höhere Rechnung begleichen.

Das Beratungsgespräch vor der Brustvergrößerung

Vorweg: Entscheidet sich eine Frau für eine Brustvergrößerung, so muss sie im Vorfeld mit dem Arzt Kontakt aufnehmen und ein Beratungsgespräch vereinbaren. Dabei schildert die Frau ihre Vorstellungen; der Arzt wird in weiterer Folge die Wünsche als umsetzbar beurteilen oder mitunter auch klar und deutlich formulieren, warum die Möglichkeit besteht, dass das Ergebnis nicht so sein wird, wie sich das die Patientin mitunter erträumt. Sehr wohl kann der Arzt auch ablehnen – stellt er fest, dass die Wünsche und Vorstellungen der Patientin nicht zu erfüllen sind oder mitunter eine Gefahr für die Gesundheit darstellen, wird er, sofern er seriös agiert, keine Operation durchführen.

Natürlich gibt es immer wieder Erfahrungsberichte von Frauen, die der Meinung sind, der Arzt hätte keine gute Aufklärungsarbeit geleistet. Es wird mit Sicherheit auch Ärzte geben, die hier das eine oder andere Detail weggelassen haben – in der Regel liegt es aber oft an den nicht präzise formulierten Wünschen und Vorstellungen der Patientinnen.

Gelegentlich kann es aber auch vorkommen, dass der Arzt der Meinung ist, eine Körbchengröße D passt nicht zum restlichen Körperbau der Frau, sodass er nur maximal ein Brustimplantat für ein C-Körbchen einsetzen werde.

Zudem muss im Vorfeld auch geklärt werden, ob die Brustimplantate vor oder hinter dem Brustmuskel platziert werden. Aber auch dann, wenn mitunter gesundheitliche Folgen nicht ausgeschlossen werden dürfen, werden Ärzte wohl auf Brustimplantate zurückgreifen, die am Ende keine Gefahr darstellen. Ärzte verweisen in diesem Fall auch gerne auf den Umstand, dass sie im Zuge des Eingriffs entscheiden, welche Implantatsgröße eingesetzt wird. Das heißt: Patientinnen müssen dem Arzt zu 100 Prozent vertrauen können. Sind sie unsicher, sollten sie einen anderen Arzt kontaktieren.

Kann auch eine Zweitmeinung eingeholt werden?

Es geht also vorwiegend um das Beratungsgespräch vor der Brustvergrößerung: Wenn hier alle Fragen geklärt wurden und auch festgehalten werden konnte, welche Vorstellungen die Patientinnen haben, können beide Seiten nur gewinnen – natürlich kann man als Frau nach dem Gespräch enttäuscht sein, wenn der Arzt mitunter meint, aufgrund der aktuellen Situation ist es besser, ein kleineres Implantat einzusetzen. Doch diese Beurteilung sollte die Patientin akzeptieren und sich nicht auf die Suche nach einem Arzt machen, der zwar die Wünsche erfüllt, am Ende aber kein zufriedenstellendes Ergebnis abliefert. Denn es hat sehr wohl auch Gründe, warum Ärzte von großen (besser gesagt: von zu großen) Implantaten abraten.

Ist Frau trotz des guten Gesprächs aber dennoch unsicher, ob sie die Brustvergrößerung bei dem Arzt durchführen möchte, bei dem die Beratung stattfand, ist es das gute Recht einer jeden Patientin sich eine Zweitmeinung einzuholen und mitunter auch zu vergleichen, welche anderen Methoden von anderen Ärzten angeboten werden. Denn natürlich kann auch die gewählte OP-Methode einen Einfluss auf das Ergebnis der Operation haben.

Wichtig ist, dass die Wahl des Arztes aber nicht vom Preis abhängt. Am Ende geht es nämlich um den Körper und auch um die Gesundheit – hier sollte keinesfalls der Sparstift angesetzt werden.

Worauf Patientinnen achten sollten

Entscheidet sich die Patientin für eine Brustvergrößerung, so wird der Arzt im Vorfeld überprüfen, ob nur Brustimplantate eingesetzt werden müssen oder ob mitunter auch eine Bruststraffung erforderlich ist. Denn eine hängende Brust wird nicht straffer, nur weil Implantate eingesetzt werden. Hängt die Brust der Patientin, so muss diese gestrafft werden – natürlich verursacht ein derartiger Zusatzeingriff höhere Kosten, jedoch kann sich die Frau dann sicher sein, mit einer straffen Brust die Klinik zu verlassen. Wer hier spart, der wird am Ende unglücklich mit dem Ergebnis sein. Seriöse Ärzte werden eine Brustvergrößerung ohne Straffung auch nicht durchführen, sofern sie meinen, eine Straffung ist notwendig.

Ein weiterer Punkt ist natürlich die Frage, ob das Implantat vor oder hinter dem Brustmuskel liegen soll. Das ist natürlich in erster Linie Geschmacksache – während Implantate vor dem Brustmuskel die Brust „unnatürlich“ wirken lassen, sorgen hinter dem Brustmuskel befindliche Implantate für eine „natürliche“ Brust. Doch es geht nicht nur um das Aussehen – es geht auch um Vor- und Nachteile. So gilt im Vorfeld abzuklären, welche Variante die „ungefährlichere“ für die Patientin ist, wobei an dieser Stelle gesagt werden muss, dass eine Brustvergrößerung eine Routine-Operation geworden ist.

Auch ist die Wahrscheinlichkeit heute relativ gering, dass das Implantat reißt – aufgrund der Tatsache, dass die Implantate heute mit einem Gel gefüllt sind, kann auch keine Flüssigkeit mehr auslaufen.

Auf Fehlersuche

Auch dann, wenn die Operation überstanden wurde und die Frau mit dem Ergebnis zufrieden ist, heißt das noch lange nicht, dass sie damit glücklich ist. Denn sehr wohl kann es zu einer wahren Sucht werden, immer wieder seinen Körper verändern zu wollen. Nicht nur Stars lassen sich mehrfach von ihrem Arzt des Vertrauens operieren – auch „normale Bürger“ lassen immer wieder neue Operationen durchführen, sodass sie noch „schöner“ werden.

Die Sucht, immer wieder Veränderungen am Körper durchführen zu lassen, sorgt natürlich für eine automatische Unzufriedenheit. Die Betroffenen suchen ständig nach Fehlern, die behoben werden sollen. Auch dann, wenn am Ende eine perfekte Brustform erreicht wurde, scheinen die Patientinnen nicht zufrieden zu sein.

Wenn das Ergebnis der Brustvergrößerung nicht den Vorstellungen entspricht

Problematisch wird es dann, wenn das Ergebnis nicht mit den Wünschen übereinstimmt. So kann die Patientin etwa unzufrieden mit der Brustform oder auch enttäuscht von der Größe sein. Denn nicht immer sehen die Brüste am Ende der Operation so aus, wie sich das die Frau vor dem Eingriff vorgestellt hat. Mitunter hilft hier ein Korrektureingriff. Das heißt, der Arzt wiederholt den Eingriff und versucht jene Kritikpunkte, die von Seiten der Patientin gekommen sind, zu beheben.
Jedoch werden derartige Korrektureingriffe nur durchgeführt, sofern es tatsächlich zum „Missverständnis“ gekommen ist oder etwaige Wundheilungsstörungen das Gesamtbild zerstört haben. Denn nur weil die Brustvergrößerung eine Routine-Operation ist, so muss das nicht bedeuten, dass etwaige Komplikationen zur Gänze ausgeschlossen werden können. Unschön verheilte Narben oder ungleichmäßig große Brüste sind selbstverständlich Probleme, die behoben werden müssen.

Wenn das neue Selbstbewusstsein für Schattenseiten sorgt

Ist die Operation gut verlaufen und das Ergebnis zufriedenstellend, so kann es durchaus dazu kommen, dass das das Selbstbewusstsein der Frau steigt. Doch genau dieses gesteigerte Selbstbewusstsein kann Schattenseiten mit sich bringen: Werden aufreizende Oberteile getragen, sodass das Ergebnis der Brustvergrößerung auch für jedermann ersichtlich ist, so ist (leider) damit zu rechnen, dass die Männer magisch von den „neuen“ Brüsten angezogen werden – Bemerkungen oder auch tatsächliche Belästigungen dürfen daher nie ausgeschlossen werden, obwohl sie in der heutigen Zeit keinesfalls mehr zum aktuellen Zeitgeist gehören sollten. Aber die Situation kann jetzt neu sein und sich fremd anfühlen – Im Zweifelsfall sogar zu erneutem unwohl fühlen führen.

Eine Brustvergrößerung sollte auch nie durchgeführt werden, nur weil der Partner der Meinung ist, die Brüste seien zu klein. Wer sich für Brustimplantate entscheidet, damit der Busen größer wird, sollte das immer für sich selbst und niemals für eine andere Person machen.

Nur dann, wenn die Frau selbst entweder mit der Brustform unzufrieden ist oder eine größere Brust haben möchte, sollte dieser Eingriff durchgeführt werden. Denn wenn die eigene Entscheidung die Grundlage einer solchen Operation darstellt, sind alle vermeidlich negativen Seiten nach der OP besser zu handhaben.