Hilft Tapen wirklich?

Jeder Fußballer und Amateursportler kennt es genauso gut wie die Profis – Das Tape, von den einen geliebt, von den anderen gehasst. Und doch taucht es überall da auf, wo junge Menschen einem Ball hinterherlaufen und nach Erfolgen jagen. Wer auf das klassische Tapen zurückgreift, kann nach einer Verletzung einen zusätzlichen Faktor zum Schutz und zur Stabilisation aufbauen. Es gibt sowohl verschiedene Arten von Material beim Tapen, als auch verschiedene Techniken, mit denen das Taping erfolgreich angewendet werden kann. Allerdings solltest du dich genau informieren, bevor du dieses Material bei dir selbst anwendest, damit du es richtig machen kannst und es dir wirklich helfen kann. Jetzt bekommst du wichtige Informationen und Tipps, damit deinem eigenen Taping nichts mehr im Wege steht.

Was versteht man unter Tapen?

Unter dem Tapen im klassischen Sinne versteht man die Fixierung eines Gelenks oder einer bestimmten Körperstelle, die mit einer engen Bandagierung zu besserem Halt und mehr Stabilität bei den nachfolgenden Bewegungen verhelfen soll. Meistens wird das Taping nach einer Verletzung angewendet, damit dem betreffenden Spieler auch im Kopf eine größere Sicherheit für die bevorstehende Rückkehr in den Wettkampf gegeben werden kann. Allerdings nutzen manche Spieler diese Technik auch während ihrer gesamten Karriere, sollte es eine Schwachstelle am Körper geben die man damit verstärken möchte. Durch neue Entwicklungen kamen in den letzten Jahren auch neue Möglichkeiten für die Sportler hinzu, was beispielsweise das sogenannte Kinesio Tape betrifft. Über diese Spezialform wirst du im Laufe des Artikels noch mehr erfahren.

Welchen Körperbereichen kann durch Tapen eine größere Stabilität verliehen werden?

Ganz allgemein gesagt kannst du jeden Körperbereich durch ein korrekt angebrachtes Taping stabilisieren und verstärken. Die klassischen Zonen, die am häufigsten durch tapen gestützt werden, sind die Sprunggelenke, Handgelenke, Finger bei einem Torwart, die Kniegelenke und muskuläre Bereiche wie die Waden und Oberschenkel. Allerdings kannst du auch Bereiche wie den Rücken, Nacken, die Oberarme und den Brustbereich tapen, der Kreativität sind hier prinzipiell keine Grenzen gesetzt. Anwenden kannst du das klassische Physiotape oder das Kinesio Tape, je nachdem ob du die betroffenen Stellen fixieren oder nur unterstützen willst. Als Körperelemente werden meist Gelenke und muskuläre Bereiche getaped. Die Gelenke wie das Sprunggelenk werden dabei fast immer mit dem normalen Physiotape fest fixiert, damit zum Beispiel ein Umknicken und ein erneuter Schaden am Bandapperat verhindert werden kann. Muskelstränge und Fasern taped man oft mit dem farbig sehr auffälligen Kinesio Tape, weil man hier die Bewegung nicht einschränken darf und so nur unterstützend kleben und tapen darf.

Wie wird das Taping richtig und effektiv angewendet?

Das Taping kann nur richtig und effektiv agewendet werden, wenn du auch für eine optimale Vorbereitung sorgst. Dies kannst du durch praktische Elemente genauso wie durch geistige Elemente machen. Zum einen ist die Vorbereitung der betreffenden Körperstelle die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Anwendung. Hier solltest du unbedingt einen kleinen Vorrat an Einwegrasierern kaufen, da du die Haut an dem zu tapenden Bereich komplett von Körperbehaarung befreien musst. Auf einer glatt rasierten Stelle der Haut klebt und hält das Material bedeutend besser, ganz egal ob du Physiotape oder Kinesio Tape anbringen möchtest. Außerdem ist die Entfernung des Tape-Verbandes nach dem Wettkampf um ein Vielfaches angenehmer, da du dir keine Schmerzen mit Haare ausreißen zufügen musst. Außerdem gibt es die Möglichkeit, mit speziellen Hautklebern und Sportklebern für einen bessern Halt auf der Haut zu sorgen. Dies ist für dich vor allem dann wichtig, wenn du durch starkes Schwitzen befürchten musst, dass dein angebrachtes Tape durch die Feuchtigkeit auf der Haut nicht halten kann und sich lösen wird. Außerdem solltest du dich auch geistig auf diese Praktik einlassen, da sich die betreffende Körperstelle natürlich nicht mehr wie zuvor anfühlen wird. Wenn du beispielsweise an deinem Sprunggelenk ein Physiotape anbringst, musst du bedenken, dass du ja trotzdem noch deinen Stutzen darüber tragen musst und anschließend mit deinem Fuß in deinem Fußballschuh stecken wirst. Es kann also leicht ein anfängliches Gefühl der Enge und Einengung entstehen, das sollte dir vorher auch im Kopf klar sein. Allerdings wird das schnell verfliegen und sobald du in Aktion bist wirst du davon wahrscheinlich nichts mehr spüren.

Wenn du diese Schritte der Vorbereitung getroffen hast bist du bereit für das Anbringen eines Tape-Verbandes (jeder kann das individuell für sich lösen, einen Einheitsweg gibt es hier nicht). Jetzt kannst du mit der Hilfe eines Physiotherapeuten oder einer entsprechenden Lektüre als Hilfe selbst zur Tat schreiten. Mittlerweile helfen auch Videoplattformen, auf denen du dir Videos von echten Profis anschauen kannst und begleitend nutzen kannst. Wenn dein Verein mit einem Physiotherapeuten zusammenarbeitet ist dies natürlich die beste Variante.

Welche Arten gibt es beim Taping und was ist das spezielle Kinesio Tape?

Eigentlich wird beim Taping nur zwischen zwei Arten unterschieden. Die eine Form ist die feste Fixierung eines Gelenks, was meistens mit dem sogenannten Physiotape gemacht wird. Dies ist mittlerweile in jedem Drogeriefachgeschäft erhältlich. Hierbei wird die betroffene Stelle mit dem Physiotape fest verbunden, was man unter tapen kennt. So wird das Gelenk gestützt und verhindert, dass es unter Belastung in eine falsche Richtung wegknicken kann. Besonders bekannt ist diese Praktik am Sprunggelenk unten am Fuß, weil durch dieses Tapen eine natürliche Stabilität gegeben wird, die sonst eher nicht vorhanden wäre.
Eine andere Form des Tapens wird mit Hilfe des sogenannten Kinesio Tape umgesetzt. Dieses Kinesio Tape gibt es meist in einem auffälligen Farbton, meistens in einem hellen Blau oder einem grellen Rosa. Dieses Tape wird in dünnen Streifen auf die Haut aufgetragen und im Gegensatz zum Physiotape nicht als fixierender Tapeverband angelegt. Mit diesen dünnen Streifen können insbesondere Muskelstränge und Sehnenstränge unterstützend beklebt werden. Diese Technik ermöglicht ein Tapen an fast allen Stellen des Körpers, da die Streifen flexibler und unabhängig voneinander auf die Haut und die entsprechenden Körperstellen gebracht werden können. Dieses Kinesio Tape soll also durch den festen Druck und Zug auf der Haut zu einem unterstützenden Gefühl führen und die gewählte Stelle so stabilisieren. Dieses Tape wird gerne an den Beinen und am Rücken benutzt.

Können auch körperliche Schmerzen durch tapen behoben werden?

Körperliche Schmerzen können mit Taping nicht wirklich weggewischt werden. Die Schmerzen können natürlich durch die Fixierung und Unterstützung verhindert werden, da bestimmte Bewegungen einfach nicht möglich sind, wenn man das Tape als engen Verband nutzt. Allerdings kann man eventuelle Schmerzen auf diese Art nicht dauerhaft beheben, weil jeder Heilungsprozess von innen heraus geschehen muss und nicht durch einen Verband auf der Haut vollzogen werden kann. Allerdings begünstigt das Tapen durch ein Ruhigstellen des Gelenks den Heilungsprozess und kann so natürlich dabei helfen, dass die Verletzung schneller wieder auskuriert ist und die Schmerzen damit auch verschwunden sind.

Wo liegen die Vorteile und welche Nachteile gibt es beim Tapen?

Die Vorteile bestehen ganz klar darin, dass man nach einer Verletzung wieder schneller in seine gewohnten Trainingsprozesse und Wettkämpfe eingreifen ein. Das Tape gibt dir als Sportler ein hohes Gefühl an Sicherheit und Stabilität, was deine Bewegungen unterstützt und die Gefahr immens verringert, dass durch eine Fehlbelastung oder eine unsichere Bewegung eine erneute Verletzung entsteht. Außerdem ist das Tape auch geistig eine große Hilfe, weil jeder Sportler nach einer Verletzung automatisch ein unsicheres Gefühl und Ängste bei seiner Rückkehr im Kopf hat. Das Tape gibt dem Sportler allerdings eine zusätzliche Versicherung im Kopf, weil nun klar ist, dass man eine zusätzliche Unterstützung besitzt und unter den normalen Umständen zumindest an dieser Stelle nichts Unvorhergesehenes passieren kann. Hier entsteht also fast schon ein Placebo-Effekt, der den Sportler tragen und angstfrei machen kann.

Wie bei jeder Technik gibt es allerdings auch beim Tapen einige Nachteile, die nicht vernachlässigt werden dürfen. So ist diese Praktik vor allem in jungen Jahren mit einigen Risiken behaftet, da der Körper noch in einer Wachstumsphase ist. Hier muss besonders darauf geachtet werden, dass keine Fehlstellungen und Fehlbelastungen entstehen. Außerdem führt das Tapen in allen Altersklassen dazu, dass sich der Körper irgendwann an die zusätzliche Stütze gewöhnt und dann damit beginnt, eigene Strukturen abzubauen und zu vernachlässigen. Dies ist deswegen so gefährlich, weil du dann nach einer zu langen Zeit keine natürlichen Stützen mehr in diesem Gelenk aufbieten kannst und nun für immer auf das Tape angewiesen bist. Es gibt viele Sportler, Profis wie Amateure, die den Moment des Absprungs vom Tape verpassen und dann ihre komplette weitere Karriere über tapen müssen und nicht mehr darauf verzichten können.

Kannst du als Amateursportler auch selbst zu Hause tapen?

Natürlich kannst du als Amateursportler auch selbst zu Hause zur Tat schreiten und dich selbst tapen. Allerdings ist es empfehlenswert, dass du die betroffenen Stellen das erste Mal gemeinsam mit einem Profi zusammen behandelst, also unter Aufsicht und Anleitung einen Verband selbst an dir anbringst. Natürlich kannst du auch Videos im Internet oder Bücher zum Thema benutzen, wenn sie aus professioneller Quelle stammen und gute Bewertungen haben. Wichtig ist nur, dass du deine Gelenke und Muskeln richtig tapest und keine Fehlstellungen förderst. Wenn du die richtige Technik anwendest wirst du im Laufe der Zeit auch eine gewisse Routine dabei erlangen und auch selbst spüren, was dir gut tut und was du eher vermeiden solltest.

Fazit

Das Tapen ist also eine große Hilfe und mittlerweile auch für jeden kostengünstig erwerbbar und leicht zu lernen. Es muss nur unbedingt darauf geachtet werden, dass die richtige Technik angewendet wird und im Sinne der Gesundheit unterstützend wirken kann. Da prinzipiell jede Körperstelle auf ihre eigene Art und Weise gestützt werden kann, ist eine ausführliche Information vorab ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Tapens. Wenn du dich also entsprechend vorbereitet und informiert hast, steht einer schnellen und gesicherten Rückkehr auf deinen Trainingsplatz nichts mehr im Wege. Wichtig ist nur, dass du rechtzeitig erkennst, wann dich dein eigener Körper wieder selbst tragen kann und du kein Tape mehr benötigst!

Bildquelle: Urheber: spotpoint74 / 123RF Standard-Bild