Reinigung und Restaurierung von Denkmälern

Denkmäler und Fassaden historischer Gebäude sind nicht selten starken Witterungseinflüssen, vielfältiger Umweltverschmutzung (Staub, Abgase, Wachstum von Mikroorganismen usw.) und leider oftmals auch mutwilligem Beschmieren – z. B. durch Graffiti – ausgesetzt. Die Reinigung und nachhaltige Pflege dieser besonders erhaltungswürdigen Bausubstanzen, die Fachkompetenz und Erfahrung erfordert, ist daher kein Betätigungsfeld für die „normale“ Gebäudereinigung. Sie gehören in die Obhut von Fachbetrieben, denn die Anforderungen in diesem sensiblen Spezialgebiet sind hoch. Es geht schließlich nicht nur um gutes Aussehen, sondern um Werterhalt. Für alle denkmalgeschützen Objekte gilt das Denkmalschutzgesetz des jeweiligen Bundeslandes. Die Reinigung von Kulturgütern gehört zu den konservatorischen Arbeiten, und ist daher auch Bestandteil von Restaurierungsmaßnahmen. Wie die Internationale Charta über die Erhaltung und Restaurierung von Kunstdenkmälern und Denkmalgebieten, Venedig 1964, festlegt, ist es das Ziel der Restaurierung – und somit auch der Fassadenreinigung – ästhetische und historische Werte zu erhalten und aufzudecken. Die Gebäudereinigung kann daher ggf. der Aufsicht der Denkmalschutzbehörden unterliegen.

Reinigen lassen durch Fachbetriebe

Unsachgemäße Behandlung kann verheerende Folgen haben, wie ein Beispiel aus Berlin zeigt. Vor einigen Jahren nahmen dort zwei wertvolle Marmorstatuen bei einer Reinigungsaktion von Graffiti durch Verwendung von falschen Chemikalien empfindlich Schaden. Selbst das Absprühen mit zu hohem Druck kann die Substanz gefährden. Für die Instandhaltung der Denkmäler sollte man daher stets einen ausgewiesenen Fachbetrieb der Denkmalpflege, am besten von der Handwerkskammer zertifiziert, wählen. Deren Experten besitzen eine ausreichende Kenntnis alter Gesteinsarten und können nach sorgfältiger Analyse der verschmutzten Substanz unter Gesichtspunkten des Denkmalschutzes die richtige Methode für die Säuberung des historischen Baudenkmals bestimmen. Darüber hinaus wird die richtige Nachbehandlung der gereinigten Flächen einer raschen Wiederverschmutzung und vorzeitigem Verfall des schutzwürdigen Kulturgutes entgegenwirken. Historische Glasfenster stellen eine besondere Herausforderung dar. Sie sind oftmals mit mikrobiell besiedelten Schmutzschichten behaftet, die vor dem Abnehmen desinfiziert werden müssen. Ein erhöhtes Gefährdungspotential für die Gesundheit des hierbei tätigen Reinigungsexperten – und zudem eine sehr zeitaufwändige Angelegenheit.

Qualifizierte Denkmalpflege dank hochentwickelter technischer Standards

Ein bevorzugtes Anwendungsverfahren zur Denkmäler- und Fassadenreinigung ist das sog. „Wirbelstrahlverfahren“. Das Wirbelstrahlverfahren arbeitet oberflächenschonend und kann im Trocken-, Nebel- und Feuchtverfahren eingesetzt werden. Besonders materialschonend werden Denkmäler durch den Einsatz von Laser-Technik gereinigt. Vor allem denkmalgeschützte Skulpturen, historische Verzierungen und Kunstwerke aus verschiedensten Materialien, wie z. B. Glas, Holz, Sand- und Kalkstein oder Metall, können mit dieser Technologie fachgerecht gesäubert werden. Ein Verfahren, das allerdings derzeit in der Denkmalpflege und Fassadenreinigung noch zu wenig eingesetzt wird. Hochdruck und Trockeneis sind ebenfalls professionelle Behandlungsmethoden, mit denen historische oder künstlerisch wertvolle Objekte fachgerecht gereinigt werden. Trockeneis entfernt nicht nur von Stein, sondern auch von Glas oder Holz Vermoosungen, Ablagerungen, Ruß oder alte Farbanstriche und wird daher auch bei Restaurierung von Denkmälern eingesetzt.

Fassaden in neuem Glanz

Für welche Methode bzw. welches Verfahren man sich im Einzelfall auch immer entscheiden mag: Denkmäler sind gelebte Geschichte. Sie stehen im öffentlichen Interesse und sind erhaltungswürdiges Kulturgut, dessen fachgerechte Reinigung mit konservatorischer Sorgfalt und Fachkompetenz durchgeführt werden muss, damit sie der Nachwelt erhalten bleiben. So können noch viele Generationen ihre geschichtsträchtige Bedeutung oder ihren Charakter als Mahnmal erfahren.

Bild: Thorsten Jutzie / pixelio.de

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