Warum haben „German Engineering“ und „Made in Germany“ im Ausland ein so hohes Standing?

Die Begriffe „German Engineering“ und „Made in Germany“ stehen weltweit als Gütesiegel für Produkte bester Qualität und hohen Werts. Deutschlands guter Ruf umfasst eine Bandbreite großer Erfindungen: von Aspirin bis Relativitätstheorie – alle von berühmten Deutschen oder Deutschstämmigen im Ausland geschaffen. Was ist es jedoch, das deutsche Marken, das Land und die Region, die sie hervorbringen, so außergewöhnlich macht? Warum haben diese beiden Siegel insbesondere im Ausland eine solche Bedeutung? Was verbindet das Ausland mit diesem Projekt bzw. diesen Begriffen? Zwei Wörter liefern die Erklärung: Disziplin und Qualität.

Der Schlüssel zum Erfolg: hohe Qualität und exzellenter Service

Deutsche Unternehmen sind überaus diszipliniert, was den Schaffensprozess, die Markteinführung und den Verkauf ihrer Marken angeht. Sie produzieren mit gleichbleibend verlässlicher Genauigkeit Produkte ausgezeichneter Qualität, bleibenden Werts und höchster Haltbarkeit. „German Engineering“ ist ein Begriff, der eng verknüpft ist mit der deutschen Automobil-Industrie, die sich eines weltweiten Erfolgs erfreuen kann, den bislang nur die japanischen Autohersteller toppen können. Zwischen den Jahren 1990 und 2000 haben beispielsweise Mercedes-Benz und BMW allein in den USA ihre Verkaufszahlen verdoppeln können. Eine nähere Betrachtung der deutschen Managementkultur bietet einen Einblick in die Gründe für Deutschlands Führungsposition in Sachen Markenqualität. Deutsche Manager legen ihren gesamten Fokus oft auf zwei Ziele: Produktqualität und Produktservice. Die Schlüsselwörter der meisten deutschen Manager und Unternehmen lauten Qualität, Reaktionsbereitschaft, Anpassungsfähigkeit, Engagement, Hingabe und Nachhaltigkeit. Ein deutscher Manager ist fest davon überzeugt, dass eine hochwertige Produktionskette und ein ausgefeiltes Qualitätsprodukt unterm Strich gewinnbringender sind als eine teure Werbe-Kampagne oder ein Aufsehen erregendes Werbe-Video.

Produktstandards und Kooperation sichern die Qualität

Auch wenn deutsche Unternehmen stets die Konkurrenz im Auge halten, so scheinen sie doch auch höhere Ziele zu verfolgen. Die Macher deutscher Marken sind weniger am preislichen Wettstreit interessiert, sondern konzentrieren sich auf die Herstellung von Produkten ausgezeichneter Qualität. Deutsche Unternehmen, egal aus welcher Region, halten sich strikt an vorgegebene Qualitätsstandards.
Deutschlands Wirtschaft und Markenexporte blicken auf eine lange Geschichte der Exzellenz zurück, unabhängig von Industrie oder Branche. Marken wie Bosch, NIVEA, Telekom oder Siemens haben sich von ihren kleinen Anfängen in Deutschland zu weltweit erfolgreichen Großkonzernen entwickelt. Doch ob Telekom oder BMW: Es ist ohne Frage Deutschlands disziplinierter Qualitätsanspruch, der sowohl in Deutschland selbst als auch im Ausland die hohe Konsumentenloyalität zu deutschen Marken inspiriert.

„Made in Germany“ – keine deutsche Erfindung!

Interessanterweise ist das Gütesiegel keine deutsche Erfindung und auch die Vermarktung des Herstellungsortes ist keineswegs eine neues Konzept. Es wurde 1877 von den Briten als Initiative zum Schutz ihrer Waren aus der eigenen Region gegen fremdländische Produkte eingeführt. Die protektionistische Kampagne erwies sich jedoch auf lange Sicht nicht als erfolgreich oder effektiv; das Gegenteil war der Fall: Britische Verbraucher hielten gezielt nach dem Label deutschen Ausschau, denn sie hielten die Qualität für besser als die der Erzeugnisse der landeseigenen Industrie. Dies wurde sich von deutschen Unternehmen nur zu dankbar zu Eigen gemacht. Beide Warenmarkierungen unterliegen jedoch keinen festen Regularien (beispielsweise der IHK) und erfolgen auf alleinige Verantwortung der Hersteller. Doch auch wenn ein Hersteller sich diese Kennzeichnungen selbst zuteilen kann, sollten doch die rechtlichen Kriterien beachtet werden, die auf den Seiten der IHK einzusehen sind.

Bild: Q.pictures / pixelio.de

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