Was genau ist Muskelkater?

Was genau ist Muskelkater – Den typischen ziehenden Schmerz, der insbesondere nach ungewohnten Bewegungen oder Anstrengungen auftritt, kennt beinahe jeder. Er tritt sowohl bei Sportlern als auch bei eher unsportlichen Menschen auf – entgegen der weitverbreiteten Meinung, ausschließlich Untrainierte würden darunter leiden.

So entsteht der Muskelkater

Lange hielt sich die Ansicht, der durch ungewohnte Bewegungen ausgelöste Muskelschmerz wäre auf die Übersäuerung der Muskulatur zurückzuführen. Mittlerweile gehen Forscher und Experten jedoch davon aus, dass stattdessen minimale Risse im Muskelgewebe die Schmerzen auslösen. In diesen zarten Rissen entstehen sogenannte Ödeme, die zum Anschwellen des Muskels führen und den Dehnungsschmerz auslösen. Besonders häufig entstehen die kleinen Faserverletzungen beim abrupten Stoppen einer Bewegung. Langes Bergabgehen oder die Landung nach einem Sprung zählen daher zu den häufigsten Auslösern.

In aller Regel regenerieren sich die Fasern vollständig

Typischerweise tritt der Schmerz nach einer ungewohnten Bewegung erst bis zu 24 Stunden später auf, beziehungsweise erreicht in diesem Zeitraum seinen Höhepunkt. Betroffene können bis zu einer Woche lang unter dem ziehenden Dehnungsschmerz leiden, der sich insbesondere dann bemerkbar macht, wenn Druck auf den Muskel ausgeübt wird oder dieser erneut stark beansprucht wird.
Nach einer dieser minimalen Faserverletzungen erholt sich der betroffene Muskel normalerweise vollständig. Sollten die Schmerzen jedoch länger als etwa zehn Tage anhalten, sollte vorsichtshalber ein Arzt konsultiert werden.

Vorbeugen durch Dehnen

Zu einhundert Prozent verhindern lässt sich der Muskelschmerz nicht. Umfangreiche Aufwärmübungen und das Dehnen der Muskeln vor dem Training kann den Schaden jedoch minimal halten. Um jedoch nicht schon während des Dehnens Schäden an den Muskelfasern zu verursachen, sollten die geeigneten Übungen vorab von einem Fachmann erklärt werden.
„Verkaterte Muskeln“ entstehen insbesondere durch ungewöhnlich intensive Belastung der Muskeln. Eine Möglichkeit dem vorzubeugen ist daher die stufenweise Steigerung des Trainings. Dies gibt den Fasern die Chance, sich langsam an die Belastung zu gewöhnen.

Tipps gegen den Muskelkater

Starke Muskelschmerzen können unter Umständen medikamentös behandelt werden. Das Problem an sich wird dadurch jedoch nicht gelindert, sondern lediglich der Schmerz unterdrückt. Mittel zur besseren Durchblutung können dem Muskel zusätzlich bei der Heilung unterstützen.
Häufig verhärten sich die verkaterten Muskeln. In diesem Fall bietet sich eine professionelle Massage an, um diese wieder zu lockern.
Saunabesuche sowie Bäder können ebenfalls Entspannung und Linderung verschaffen, um schnell wieder fit zu werden.

Den Körper gewöhnen – das Training trotz Muskelkater

Während eines akuten Muskelkaters fühlt es sich meist nicht danach an, dennoch kann weiterer Sport den Körper dabei unterstützten, die verletzten Sehnen und Muskeln zu regenerieren. Dazu kann bewusstes und vorsichtiges Training durchaus sinnvoll sein, um den Muskel langfristig an die ungewohnte Belastung zu gewöhnen. Das vorsichtige und langsame Training kann daher durchaus Sinn machen, um schnell wieder fit zu werden. Training, das vernünftig und mit verringerter Intensität durchgeführt wird, kann demnach nützlicher sein, als sich während der Schmerzphase eine sportfreie Zeit zu gönnen.

Trotzdem sollte eine Überreizung insbesondere zu dieser Zeit vermieden werden, um keine lang anhaltenden Beschwerden zu provozieren. Ist der Schmerz zu stark, kann gegebenenfalls auch auf leichtere Dehnungsübungen zurückgegriffen werden.
Damit sich die Muskelfasern an die neue Beanspruchung gewöhnen sollte in jedem Fall spätestens nach Abklingen der schlimmsten Schmerzen, weitertrainiert werden. Zwar besteht dann die Gefahr, eine erneute Überanspruchung zu provozieren, jedoch ist diese in aller Regel wesentlich erträglicher, je eher sich der Muskel an die Belastung gewöhnen konnte.

Bild: www.hamburg-fotos-bilder.de / pixelio.de

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