Was ist ADHS?

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) stellt eine Störung der Aufmerksamkeit dar. Die Beschwerden betreffen vornehmend Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene können unter der Störung leiden. In Deutschland existieren etwa 500.000 Kinder, die an ADHS erkrankt sind. Dabei tritt die Aufmerksamstörung wesentlich häufiger bei Jungen als bei Mädchen auf. Bei Erwachsenen tritt ADHS in drei Prozent aller Fälle auf. Menschen, die bereits im Kindesalter ADHS aufweisen, leben auch im fortschreitenden Alter zu 60 Prozent mit den Symptomen. Die Erkrankung existiert seit Jahrzehnten, wird in letzter Zeit jedoch häufiger diagnostiziert als zuvor. Experten gehen teilweise davon aus, dass die Zahl der Betroffenen nicht so stark gestiegen ist, wie Statistiken es vermuten lassen. Stattdessen wird Ärzten vorgeworfen, dass sie die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung zu früh erstellen.

Wodurch äußert sich ADHS?

Die Krankheit wird in vier Subtypen unterteilt, abhängig von dem Schweregrad der Beschwerden. In der ersten Stufe weisen Betroffene vor allem eine vermehrte Hyperaktivität auf, in der zweiten ist die Aufmerksamkeitsstörung stärker ausgeprägt. Der dritte Typ äußert sich durch eine Kombination von Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsbeeinträchtigung, welche im gleichen Maße vorliegen.
Die Erkrankung macht sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar. Zu diesen gehört eine leichte Ablenkbarkeit, Vergesslichkeit, emotionale Instabilität (zum Beispiel in Form von starken Stimmungsschwankungen) und Leistungsschwäche. Die Leistungsschwäche fällt insbesondere in der Schule durch eine Lese- und/oder Rechtschreibschwäche auf. Normalerweise bemerken Kinder die Symptome sehr früh. In den meisten Fällen kann die Störung anhand der Symptome bereits vor dem sechsten Lebensjahr diagnostiziert werden. Bei Kleinkindern mit ADS ist auffällig, dass diese motorisch weniger entwickelt sind wie ihre Altersgenossen. Die Herstellung von Freundschaften ist erschwert. Im Grundschulalter wirken sich die Störungen dahin gehend aus, dass es betroffenen Kindern schwer fällt, dem Unterricht zu folgen, ohne diesen zu unterbrechen. Neben Aggressionen und Ungeschicklichkeit leiden oft die schulischen Leistungen unter der Erkrankung. In der Pubertät dominieren Emotionen wie Angst, Depression, Aggression und mangelndes Selbstwertgefühl die Betroffenen.

Welche Ursachen stecken hinter den Beschwerden?

Bis heute konnten die genauen Ursachen der Störung nicht identifiziert werden. Ärzte gehen jedoch davon aus, dass unterschiedliche Faktoren für die Erkrankung verantwortlich sein könnten. Zum einen wird eine erbliche Komponente vermutet. Weitere Ursachen könnten durch Schwangerschaft oder Geburt entstanden sein. Hierbei handelt es sich um erworbene Auslöser, die nicht vererbt wurden. Nikotin- und Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft könnten somit teilweise an der Störung schuld sein. Ärzte gehen davon aus, dass ein solches Verhalten die Entstehung von ADS begünstigt, sie aber nicht vollkommen verursacht. Als letzter Hauptfaktor werden das psychosoziale Elemente gesehen. Bestimmte Lebensereignisse sollen das Potenzial besitzen, die Störungen zu beeinflussen. Hierzu gehört beispielsweise die Trennung der Eltern.

Was passiert bei der Diagnose?

Die Diagnose der Erkrankung erfolgt sehr häufig während dem Besuch der Schule. Hier haben die Symptome die größte Chance, sich zu entfalten. Besteht der Verdacht von ADS hilft dem Arzt zur Erstellung der Diagnose insbesondere die Lebensgeschichte des Kindes. Dabei müssen die Symptome in einem ausgeprägtem Maß existieren. Neben der Untersuchung des Kindes erfolgt auch ein Gespräch mit den Eltern.
Die Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen muss nicht immer erfolgen. Bevor eine Therapie eingeleitet wird, sollte das Grad der Beschwerden durch einen kompetenten Arzt und Psychologen eingeschätzt werden. Dabei steht vor allem die Bekämpfung von Aufmerksamkeitsbeeinträchtigung und Hyperaktivität im Mittelpunkt der Behandlung. Während eine Heilung ausgeschlossen ist, soll die Therapie die Lebensumstände dahingehend verändern, dass Betroffene dazu in der Lage sind, sich sozial zu integrieren und eine Ausbildung zu absolvieren.

Wie können die Beschwerden therapiert werden?

Die Therapie der Störung kann auf unterschiedliche Weise stattfinden. Anstatt direkt zu Medikamenten zu greifen, empfiehlt es sich, zunächst andere Maßnahmen zu testen. Zunächst sollte das gesamte Umfeld des Kindes über die Erkrankung aufgeklärt werden. Zu diesen gehören auch Lehrer oder das Personal des Kindergartens. Nur so ist es den Pädagogen möglich, das Kind seinen Störungen entsprechend zu behandeln und zu fördern. Darüber hinaus sollte ein Elterntraining stattfinden, in dem die Erziehungsberechtigten den Umgang mit der Erkrankung lernen. Diese Maßnahmen können bereits dabei helfen, die Beschwerden zu lindern. Falls keine Besserung auftritt, empfiehlt sich eine Verhaltenstherapie des betroffenen Kindes oder eine Psychotherapie. Diese tritt ein, sobald neben einer erhöhten Aktivität und einer mangelnden Aufmerksamkeit weitere Symptome wie eine Angststörung auftauchen. Die unterschiedlichen Methoden sollten von einer ausreichenden sportlichen Aktivität begleitet werden.

Bild: Stephanie Hofschläger / pixelio.de

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