Was ist eine Sonnenfinsternis?

Es wurde dunkler, es wurde kälter, die Vögel verstummten – und plötzlich wurde dem kleinen Menschen wieder bewusst, wie groß die Naturgewalten sind. Aber jetzt ist die Sonnenfinsternis schon wieder vorbei …
Im Kern dauerte auch die Sonnenfinsternis vom Vormittag des 20. März nur wenige Minuten. Deutschland registrierte eine Teilfinsternis – es wurden etwa zwei Drittel bis vier Fünftel der Sonne vom Mond verdeckt. Während die totale Finsternis in einem verhältnismäßig kleinen Gebiet über dem Polarmeer sichtbar war, konnte man über Europa, Grönland, dem Nahen Osten, Nordafrika und dem westlichen Asien eine Teilfinsternis beobachten.

Die Entstehung der Sonnenfinsternis

Entstehen kann eine Sonnenfinsternis nur zu Neumond. Dabei steht der Mond zwischen der Sonne und der Erde. Dass jeden Monat Neumond ist, ist allerdings kein Grund für die Entstehung einer monatlichen Sonnenfinsternis. Denn die Bahn des Mondes ist der Erdbahn gegenüber leicht gekippt. Deshalb wandert der Neumond zumeist unter- oder oberhalb der Sonne vorüber. Es gibt sogenannte Knotenpunkte, an denen sich die Ebenen von Erdbahn und Mondbahn schneiden. Nur hier können Sonne, Mond und Erde genau in einer Reihe zueinanderstehen – und nur wenn der Neumond ganz genau an einem der zwei Knotenpunkte steht, entsteht eine Sonnenfinsternis.
Schiebt sich der Mond dann vollständig vor die Sonnenscheibe, entsteht eine totale Sonnenfinsternis – der Monddurchmesser ist scheinbar größer als der der Sonne. Eine totale Sonnenfinsternis war in Deutschland allerdings nicht zu beobachten. Erleben konnte man sie heuer in einem 400 Kilometer schmalen Streifen auf dem Nordatlantik – auf Spitzbergen und den Färöer-Inseln. Während der gesamte Kernschatten diese Gebiete für etwa 2 Minuten überstrich, wurde es vollkommen dunkel. So dauerte das Naturschauspiel in Tórshavn, der Hauptstadt der Färöer-Inseln, zwei Minuten und 18 Sekunden.
Übertrifft der Sonnendurchmesser den des Mondes aufgrund der jeweils elliptischen Umlaufbahnen, bleibt der äußere Rand der Sonne sichtbar – man spricht von einer ringförmigen Sonnenfinsternis.
Ringförmig-totale Hybridformen sind sehr selten: Reicht der Kernschatten des Mondes am Anfang und zum Schluss nicht bis zur Erdoberfläche, sondern lediglich in der Mitte seiner Bahn, entsteht eine solche hybride Sonnenfinsternis. Sie ist im mittleren Verlauf total, anfangs und zum Ende aber ringförmig.
Teilweise, hybrid oder total – das Naturschauspiel sorgte für allerlei Befürchtungen.

Befürchtungen

Dass man sein Augenlicht nicht mit der Sonnenglut konfrontieren soll, ist wohl allgemein bekannt. Nichtsdestotrotz wollten verschiedene Zeitgenossen das Naturschauspiel auch diesmal wieder unzureichend oder sogar ungeschützt beobachten. So tauchten Geschädigte in den Augenkliniken auf, gottseidank in kleinerer Zahl als nach der letzten Finsternis von 1999. Dennoch sind schädliche Folgen möglich, wie sich später herausstellen könnte.
Vollkommen unbegründet war die Befürchtung von Stromausfällen, hatte die Sonnenfinsternis doch Energiewende-Gegnern im Vorfeld Anlass genug gegeben, einen Energie-Blackout zu beschwören. Dem spannenden Moment des Energieabfalls am Anfang und der am Ende wieder dazukommenden Einspeisung, konnte mit ausreichend konzipierten Regelenergien der Netzbetreiber begegnet werden.
Bliebe noch die Beklommenheit der Esoteriker. Sie befürchteten auf der unsichtbaren, „feinstofflichen“ Ebene sehr deutliche Signale. So sollte das sogenannte Raja-Tama durch das Aussetzen der Sonnenenergie ansteigen. Diese negativen Energiefelder machten die Finsternis zur regelrechten Prüfung für spirituell veranlagte Menschen. Ein starkes Raja-Tama würde Teufeln, Hexen und Dämonen Tür und Tor öffnen, sodass Unfälle und verschiedene Katastrophen eintreten könnten.
So raten also Esoteriker zu kontinuierlicher spiritueller Praxis, die kurzfristig vor negativen Energien schützen und langfristig die nächste Sonnenfinsternis im Oktober 2022 vorbereiten soll. Vollkommen dunkel wird es dann allerdings immer noch nicht – dafür muss man bis zum 03. September 2081 warten.

Bild: Urs Flükiger / pixelio.de

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