Welche Risiken kann ein Facelifting mit sich bringen?

Ein Facelifting ist ein operativer Eingriff zur Straffung der Haut im Gesichtsbereich und wird deshalb auch als Gesichtsstraffung bezeichnet. Die Operation zählt zur plastisch-ästhetischen Chirurgie und dient der Verjüngung des Gesichts. Obwohl Haut und Gesichtsmuskeln vor allem im fortgeschrittenen Lebensalter erschlaffen, suchen immer mehr jüngere Patienten/innen einen Schönheitschirurgen auf. Mithilfe verschiedener Operationstechniken wird die Haut bei einem Full- oder Teil-Facelifting gestrafft. Das erste operative Facelifting mit dem Ziel, dem Alterungsprozess entgegenzuwirken, fand bereits Anfang des 20. Jahrhunderts statt. Das Ergebnis einer Gesichtsstraffung ist ein jünger aussehendes und natürlich wirkendes Gesicht. Allerdings gibt es bei diesem operativen Eingriff auch Risiken, die zu einer maskenähnlichen Haut im Gesicht führen können.

Was ist eine operative Gesichtsstraffung?

Für viele Menschen besitzt ein attraktives Äußeres einen hohen Stellenwert. Eine jugendliche Ausstrahlung und ein faltenfreies Gesicht können die Erfolgsaussichten in Beruf erhöhen und Kontakte zum anderen Geschlecht verbessern. Das Facelifting ist im Grunde eine Straffung der gewünschten Hautzone durch die Entfernung von überschüssigem Gewebe. Abhängig von der angewandten Technik und dem Umfang der zu behandelnden Körperfläche wird zwischen einer operativen Korrektur von Stirn, Brauen, der unteren und oberen Augenlider, des Mittelgesichts, des Halses und einem kompletten Facelifting unterschieden. Das Ziel einer Gesichtsstraffung ist ein jugendliches Gesicht, wobei der Verjüngungseffekt circa 10 Jahre anhält. In den meisten Fällen bleibt die Mimik des Gesichts erhalten und es sind keine sichtbaren Narben zu sehen. Eine Gesichtsbehandlung, die eine Fettabsaugung im Bereich des Gesichts und des Halses beinhaltet, wird vor allem an Personen über 40 Jahren durchgeführt. In diesem Lebensabschnitt werden die ersten Spuren des natürlichen Alterungsprozesses sichtbar. Diese zeigen sich im Absacken der Wangen, wobei sich Hängebacken ausbilden, der zunehmenden Faltenbildung im Gesicht und am Hals sowie in tiefen Nasolabialfalten zwischen Nasenflügel und Mundwinkel. Zusätzlich zum genetisch bedingten Alterungsprozess gibt es schädigende Faktoren, die eine Faltenbildung beschleunigen. Dazu zählen neben starker Sonneneinstrahlung auch Übergewicht, hoher Alkohol- und Nikotingenuss, häufiger Schlafmangel und eine niedrige Flüssigkeitszufuhr. Da die Haut mit zunehmendem Alter immer dünner wird, sind Falten und Augenringe leichter sichtbar.

Wie läuft ein Facelifting ab?

Wenn die Entscheidung für ein Facelifting getroffen ist, erfolgt ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem Arzt. Der Schönheitschirurg sollte dabei umfassend über den Verlauf der Operation, eventuelle Risiken und Nebenwirkungen sowie über die Erfolgsaussichten der Gesichtsstraffung informieren. Werden alle Fragen des Patienten zu dessen Zufriedenheit beantwortet, ist dies ein Zeichen für Professionalität und Seriosität der Praxis. Von einem guten Schönheitschirurgen wird erwartet, dass dieser bei Vorliegen von Kontraindikation wie bestimmten Vorerkrankungen oder Verletzungen von einem operativen Eingriff abrät. Dies gilt auch für den Fall, in dem eine Schönheitsoperation unnötig ist, beispielsweise wenn eine jugendliche Patientin ihr Gesicht subjektiv als nicht schön empfindet. Mit einem Facelifting lassen sich keine psychischen Probleme lösen. Vor dem Eingriff darf einige Wochen lang nicht geraucht werden. Auf die Einnahme von Medikamenten wie Aspirin oder Marcumar muss in den Wochen vor dem OP-Termin ebenfalls verzichtet werden. Eine Gesichtsstraffung wird entweder unter lokaler Betäubung, während der Patient im Dämmerschlaf liegt oder in Vollnarkose durchgeführt, wobei das örtliche Betäuben bestimmter Körperareale hauptsächlich bei kleineren Eingriffen angewandt wird. Bei einem operativen Facelifting wird das Skalpell an der Schläfenregion angesetzt, während der Schnitt hinter dem Ohr bis zur Nackenregion verläuft. Bei einer Gesichtsstraffung erfolgt eine Fettabsaugung des überschüssigen Gewebes.

Welche Operationsmethoden gibt es beim Facelifting?

Für die Straffung der Gesichtszüge stehen neben der Fettabsaugung unterschiedliche Operationsmethoden zur Verfügung. Der sogenannte SMAS-Lift (Superficial Musculo Aponeurotic System-Lift) ist ein effektives Verfahren, bei dem die Haut sowie das darunterliegende Bindegewebe und die Gesichtsmuskulatur voneinander gelöst werden. Anschließend wird die Hautschicht angehoben und in ihrer ursprünglichen Position vernäht. Mit dieser Methode soll hängender Gesichtshaut entgegengewirkt werden. Aufgrund des fortschreitenden Alterungsprozesses sackt diese Bindegewebsschicht nach unten weg und führt zu schwammigen Gesichtszügen. Bei einem Mini-Lift wird nur die Haut gestrafft. Diese Methode hat keinen langfristigen Effekt, da bedingt durch die Haut-Elastizität der ursprüngliche Zustand nach einer gewissen Zeit wieder eintritt. Ähnlich wie beim SMAS-Lift werden auch beim Hals-Wangen-Lifting die einzelnen Haut-, Gewebe- und Muskelschichten voneinander getrennt. Bei diesem Verfahren verläuft der Schnitt beginnend von der Schläfe zum Ohrläppchen und anschließend bis zur Grenze zwischen Nacken und Hinterkopf. Die Mittelgesichtsstraffung ist eine spezielle Methode zur Straffung der Wangen, Lider und Mundwinkel.

Der Schnitt wird hier vom Schläfenbereich ausgeführt. Im Rahmen eines Faceliftings kann ebenfalls ein Stirnlifting oder Augenbrauenlifting erfolgen, bei dem tiefe Augenbrauen angehoben sowie die Stirn geglättet werden. Nach der Fettabsaugung überschüssiger Haut werden Brauen und Stirnhaut angehoben. Dieser Eingriff erfolgt heute vorwiegend endoskopisch im Rahmen der minimal-invasiven Chirurgie. Eine Gesichtsstraffung dauert abhängig vom Umfang des zu straffenden Gesichtsareals und der damit verbundenen Fettabsaugung circa drei bis fünf Stunden. Nach der Operation wird ein Kopfverband getragen, der nach drei Tagen entfernt wird. Entlang der Schnittlinien bilden sich nach dem Eingriff haarfeine Narben. Im Anschluss an ein Facelifting kann es im Kopfbereich zu Schwellungen und Blutergüssen sowie zu Spannungsgefühlen und Sensibilitätsstörungen kommen. Die Fäden oder Klammern werden nach vierzehn Tagen gezogen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Wunden gut verheilt und keine Schmerzen mehr spürbar.

Welche Methode eignet sich für welchen Patienten?

Die Entscheidung über die geeignete Methode wird vom Chirurgen gemeinsam mit dem Patienten getroffen. Zur Korrektur von Zornesfalten genügt bereits ein Stirnlifting, bei dem gleichzeitig die Augenbrauen angehoben werden. Bei einer erschlafften Wangenregion stellt das Mini-Lifting die geeignete Methode dar, um Falten entgegenzuwirken und dem Gesicht ein frisches Aussehen zu verleihen. Dieses Verfahren beschränkt sich auf die Straffung der Wangen und des darunterliegenden Gewebes. Ein klassisches Facelifting schließt die Behandlung von Schläfen, Wangen und Hals ein. Brauen und Lider werden mit minimalinvasiven Verfahren korrigiert, wobei außerdem Fettpölsterchen entfernt werden. Während einer Wangen- und Halsstraffung werden die Falten am Mund jedoch nicht erreicht. Das Resultat dieser Schönheitsoperation hängt auch von der Hautelastizität ab. Umso elastischer die Haut im Gesichts- und Halsbereich ist, desto besser fällt das Ergebnis eines Faceliftings aus. Die meisten Patienten/innen, die ein Facelifting durchführen lassen, sind im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Die Operation kann aber auch in höherem Alter problemlos durchgeführt und nach etwa zehn Jahren wiederholt werden. Meinungsumfragen zufolge sind die meisten Patienten/innen mit dem Ergebnis der Operation sehr zufrieden. Dennoch gibt es einige Risiken, die vor der Entscheidung für ein Facelifting bedacht werden sollten.

Die Risiken des Faceliftings

Neben allgemeinen Operationsrisiken, die bei jedem operativen Eingriff auftreten können, gibt es eine Reihe spezifischer Risikofaktoren, die speziell nach einem Facelifting vorkommen. Grundsätzlich gilt die operative Gesichtsstraffung als sehr sicheres und komplikationsarmes Verfahren. Allerdings sollte der Eingriff von einem qualifizierten und zertifizierten ästhetisch-plastischen Chirurgen durchgeführt werden. Beim Vorgespräch müssen dem Arzt eventuell bestehende Allergien sowie Medikamentenunverträglichkeiten (Narkosemittel) mitgeteilt werden, um Risiken während des Eingriffs auszuschließen. Blutergüsse und Schwellungen, die nach einem Facelifting auftreten, verheilen meist von selbst. Wenn bei der Operation feinste Hautnerven durchtrennt werden, ist die Haut im betroffenen Körperareal für einen gewissen Zeitraum taub. Empfindungsstörungen verschwinden in der Regel innerhalb weniger Wochen von allein. Beim Auftreten einer Nachblutung kann es zu einer erheblichen Schwellung des Gesichts kommen. In Einzelfällen entzündeten sich Wunden oder die Heilung verzögerte sich aufgrund von Wundheilungsstörungen. Wundinfektionen werden mit der Gabe von Antibiotika behandelt. Bei einem Facelifting besteht die Gefahr einer Verletzung der Gesichtsnerven. Wenn der Eingriff von einem qualifizierten Operateur durchgeführt wird, ist das Risiko jedoch sehr gering. Befolgt der Patient/in die ärztlichen Anweisungen vor und nach dem operativen Eingriff, treten nur selten Komplikationen auf.

Wie bei jeder Operation können auch bei einem Facelifting spontane Probleme auftreten, die vorher nicht bekannt waren. In der Vergangenheit klagten einige Patienten über Haarausfall im Schläfenbereich oder Spannungen der Kopfhaut. Bei diesen Symptomen handelte es sich um vorübergehende Erscheinungen. Zu den schwerwiegenden Folgen, die allerdings selten sind, zählen asymmetrische Operationsergebnisse sowie geschädigte Nervenbahnen, die mit anhaltender Taubheit einzelner Gesichtspartien einhergehen. In ungünstigen Fällen kommt es zu einer schlechten Narbenbildung. Durch eine übermäßige Hautstraffung entsteht der gefürchtete Maskeneffekt. Dabei wird die Mimik im kleineren oder größeren Ausmaß geschwächt und das Gesicht behält einen künstlichen Ausdruck.

Für eine möglichst natürliche Erscheinung darf die Haut nicht zu stark gestrafft werden. Eine zu schwache Straffung hat hingegen einen zu schwachen Effekt auf die Gesichtszüge. Durch ein Facelifting kann der biologische Alterungsprozess der Haut nicht aufgehalten werden, die Operation wirkt jedoch verjüngend auf den Gesichtsausdruck. Ein positives Ergebnis zeigt sich an einer glatteren Stirn sowie einer offen und frisch wirkenden Augenpartie. Der Vorteil eines guten Faceliftings besteht darin, dass es nicht auffällt, weil das Gesicht natürlich, frisch und erholt wie nach einem Urlaub wirkt

Welche Komplikationen können bei einem Facelifting auftreten?

Unschöne Narben, Infektionen, Schmerzen und dauerhafte Spannungen im Gesichtsbereich sind Komplikationen, die bei einer fachgemäßen Durchführung der Operation eher selten auftreten. Vereinzelt kam es nach dem Eingriff zu Durchblutungsstörungen, die dadurch bedingt waren, dass Patienten in den ersten Wochen nach der Operation rauchten, obwohl die Ärzte das Rauchen nach dem Facelifting untersagten. Eine permanente Störung der Gesichtsmuskulatur, die als Folge von Verletzungen des Gesichtsnervs auftritt, ist äußerst selten. Der Heilungsverlauf nimmt nach einem Facelifting etwa drei Wochen in Anspruch. Das endgültige Ergebnis der Schönheitsoperation ist circa drei Monate nach dem Eingriff sichtbar.

Fazit

Das Facelifting ist eine grundsätzlich ungefährliche Methode der Gesichtsstraffung, die seit Jahrzehnten erfolgreich durchgeführt wird. Vor dem Operationstermin wird das geeignete Operationsverfahren mit dem Schönheitschirurgen im Rahmen einer umfassenden Beratung besprochen. Wer sich vor und nach dem Eingriff genau an die Anweisungen des Arztes hält, muss nicht mit Nebenwirkungen rechnen. Durch den Einsatz modernster Operationstechniken bestehen nur sehr geringe Risiken. Dennoch ist ein Facelifting eine Operation, die nur bei Vorliegen triftiger Gründe durchgeführt werden sollte.