Wer sind die Boko Haram?

Die Organisation Boko Haram wurde in Maiduguri, Borno, im Osten von Nigeria, im Jahr 2002 gegründet. Als Gründungsvater wird Mohammed Yusuf angeführt. Die Organisation galt in den ersten Jahren als fundamentalistische islamistische Gruppierung, welche die säkulare Gesellschaftsform der westlichen Welt ablehnte. Seit dem Beginn ihrer gewaltsamen Akte, hat die Boko Haram niemals ein Ultimatum oder eine Forderung gestellt. Lediglich am 1. Januar 2012 forderte die Organisation alle Christen im nördlichen Teil Nigerias auf, innerhalb von drei Tagen das Land zu verlassen. Sollten sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, würden die nigerianischen Christen die Konsequenzen tragen und getötet werden.

Die Gründung des islamischen Staats Boko Haram in Nigeria

„Jama´atu Ahlis Sunna Lidda´awati wal-Jihad“ – der offizielle Name der Organisation – bedeutet: „Personen, die sich der Verbreitung der Lehre des Propheten und des Jihad verschrieben haben“. Boko Haram hingegen setzt sich aus den Begriffen „westliche Bildung“ bzw. „westliche Gesellschaftsform“ und „religiös strikt verboten“ zusammen. Vorwiegend setzte sich die Organisation gegen die westliche Bildung ein und hatte mit der Ideologie, die westliche Lebensweise abzulehnen, relativ großen Zuspruch. Im Jahr 2009 folgte ein bewaffneter Aufstand mit dem Ziel, dass inmitten Nigeria ein islamischer Staat entstehen solle. Doch das Militär Nigerias konnte den Aufstand verhindern, wobei rund 800 Menschen (größtenteils der Boko Haram) getötet wurden. Die Gründerväter Alhaji Baba Fugu und Mohammed Yusuf wurden verhaftet; beide starben in Polizeigewahrsam.

Die Angriffe auf das Polizeihauptquartier und die UN

Mit Jahresanfang 2010 verübte die Organisation immer wieder Anschläge. Vorwiegend vollziehen die Mitglieder der Terror-Organisation ihre Anschläge mittels Schusswaffen und Bomben. Mit den Übergriffen auf das Hauptquartier der Polizei (16. Juni 2010) sowie dem Hauptquartier der UN in Abuja, erlangte die Terror-Organisation erstmals internationales Aufsehen. Die Organisation kämpft noch immer für die Errichtung eines islamistischen Staates, wobei die Kämpfe rund um Borno, Adamawa und Yobe stattfinden. Im Jahr 2012 wurde bekannt gegeben, dass die Organisation aufgeteilt wurde und nun als „Jamb“ sowie „Ansaru“ agiere. Jedoch stellte sich diese Meldung als falsch heraus. Des Weiteren gab es immer wieder Anschuldigungen, dass die Terror-Organisation in Verbindung zur „Al Quaida“ stehe. Jedoch ist auch diese Meldung falsch. Während die „Al Quaida“ internationale Terror-Ziele verfolge, beschränkt sich die Boko Haram, bis auf den Anschlag auf das Hauptquartier der UN, auf zivile Ziele, welche innerhalb Nigerias liegen.

Die USA klassifizierte die Gruppierung als „Terrororganisation“

Die USA versuchten im Jahr 2013 die Organisation als klassische „internationale Terrororganisation“ zu klassifizieren. Der Großteil der nigerianischen Christen ist überzeugt, dass jene Klassifikation in weiterer Linie dazu führe, dass die radikale Terror-Organisation mehr Menschen gewinnen könne, da die Ablehnung gegen den Westen gesteigert werde. Jedoch ist nicht bekannt, dass die Organisation auf derartige Anschuldigen reagiert hätte. Wobei die jüngeren Ereignisse immer wieder gezeigt haben, dass Jihadisten vorzugsweise Terrorziele anvisieren, die sich den USA „unterordnen“. Auch das Gerücht, dass die Organisation aus dem Westen ihr Geld beziehe, kann – zum derzeitigen Stand der Dinge – nur als unwahr angenommen werden.

Unterstützt die Politik die Organisation mit Geldern?

Woher die Organisation jedoch ihr Geld beziehe, ist bislang noch nicht geklärt. Es gibt sehr wohl Indizien dafür, dass vorwiegend örtliche kriminelle Aktivisten die Organisation unterstützen. Zudem muss man auch davon ausgehen, dass Banküberfälle, welche durch Mitglieder der Organisation durchgeführt werden, als Einnahmequelle der Boko Haram dienen. Es gibt jedoch auch Hinweise, dass finanzielle Unterstützung aus den umliegenden Ländern (etwa Saudi Arabien) fließt, welche mit ihrer Politik die Bildung eines islamischen Staats fördern.

Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

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