Wie viel Spenden die Deutschen im Jahr?

Durch die Ice Bucket Challenge ist das Thema „Spende“ derzeit in aller Munde. Wie steht es aber in Deutschland um die Bereitschaft zum Spenden? Was wird gespendet und welche Projekte werden besonders unterstützt? Doch zuallererst …

…was heißt Spende?

Was eine Spende ist, weiß im Grunde jedes Kind. Man versteht darunter für gewöhnlich eine freiwillige Zahlung an eine wohltätige Einrichtung zu einem guten Zweck. Was nicht gleich jedem Kind einfällt: Spenden sind nicht immer finanzieller Natur. Neben Geldspenden gibt es auch Sachspenden: Prinzipiell kann man alles spenden. Allerdings haben Sachspenden gegenüber Geldspenden entscheidende Nachteile. Erstens muss eine Organisation über große Vorratslager verfügen, um diese in relevanter Menge überhaupt auch nur in Empfang nehmen zu können. Zweitens ist es sehr schwierig, solche Spenden zu transportieren. Man denke nur an Projekte, die Menschen im Ausland – zum Teil auf der anderen Seite des Globus – zugutekommen sollen! Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass Spendenorganisationen in aller Regel an Geldspenden interessiert sind.

Die Kleiderspende

Was die Bedeutung von Sach-Spenden betrifft, gibt es eine bemerkenswerte Ausnahme: die Kleiderspende. In Deutschland werden jährlich zwischen 500 000 und 750 000 Tonnen Altkleider gesammelt. Obwohl die Kleiderspende in den letzten Jahren aufgrund von Betrugsfällen zunehmend in die Kritik geraten ist und obwohl Unternehmen mehr und mehr daran interessiert sind, in das lukrative Geschäft mit den Altkleidern einzusteigen, bleibt die Kleiderspende fürs Erste eine der wichtigsten deutschen Spenden überhaupt.

Wie viel Geld wird jährlich gestiftet und welche Projekte sind am bekanntesten?

Wie viel genau in Deutschland jährlich gespendet wird, ist unbekannt, da es keine offizielle Spendenstatistik gibt. Studien, die sich mit dem Spendenverhalten der Deutschen befassen, kommen zu dem Ergebnis, dass deutsche Spender in den letzten Jahren alljährlich zwischen drei und sechs Milliarden Euro an wohltätige Organisationen gezahlt haben – eine Zahl, die sich in der freien Wirtschaft sehen lassen könnte.
Geld-Spenden kommen ganz unterschiedlichen Gruppen im Rahmen von verschiedenen Projekten zugute. Viele Spender haben ein besonderes Interesse daran, dass Kinder in Not von ihrem Geld profitieren. So gelten die SOS-Kinderdörfer als größte deutsche Spendenorganisation. Gleich den zweiten Platz belegt UNICEF. Anders als die SOS-Kinderdörfer konzentriert sich UNICEF darauf, Kinder in Entwicklungsländern zu versorgen und zu fördern. Eine andere wichtige und sehr bekannte Spendenorganisation ist die Caritas.

Die Vielfalt der Spendenorganisationen zeigt ein Projekt wie Via. Via ist die Entsendeorganisation im weltwärts-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Anders als SOS-Kinderdörfer, UNICEF, Caritas und viele andere Spendenorganisationen unterstützt Via mithilfe der Spendengelder nicht unmittelbar Not leidende Menschen, sondern finanziert Aufenthalt und Arbeit junger aus Deutschland stammender Menschen in Entwicklungsländern. Schließlich ist darauf aufmerksam zu machen, dass nicht jedes Projekt, das Spendengelder sammelt, auf die Versorgung von Mitmenschen ausgerichtet ist; einige Organisationen – wie etwa der WWF – sind dem Naturschutz gewidmet. Wenn auch die sozialen Spendenorganisationen natürlich insgesamt sehr viel höhere Einnahmen verzeichnen, als die dem Tier-, Umwelt- und Naturschutz gewidmeten, belegen die rund 455 000 Unterstützer allein des WWF, dass sich auch dieser Bereich bei den Deutschen großer Anteilnahme erfreut.

Besonders interessant sind natürlich auch die Online-Spenden-Projekte, wie kauf-ein-zeig-herz.de, clicks4charity.net und schulengel.de, bei denen der User Geld für bedürftige Projekte bzw. Schulen spenden kann, ohne selbst Geld in die Hand zu nehmen. Die Spenden generieren sich aus Affiliate-Provisionen, die durch eine erfolgreiche Vermittlung eines Kunden generiert werden. Das sollte sich jeder mal anschauen, der sowieso gerne online shoppen geht, und interesse hat, bedürftige Organisationen zu unterstützen.

Bild: Initiative Echte Soziale Marktwirtschadt IESM / pixelio.de

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