Zuwanderung in Deutschland

Zuwanderung ist eines der Themen, welches die deutschen Medien und Politik immer wieder beschäftigt. Im Rahmen der Frage nach Integration, Flüchtlingen oder der schrumpfenden Bevölkerung Deutschlands gewinnt die Migration immer mehr an Bedeutung. Das deutsche Sozialsystem basiert zu einem großen Teil auf dem Generationenvertrag, der außer der Balance zu geraten scheint: die deutsche Bevölkerung schrumpft seit Jahren, Frauen gebären im Durchschnitt nur noch 1,4 Kinder. Somit existieren zukünftig mehr Senioren als junge Menschen, wodurch das gesamte System unter Druck gesetzt wird.

Aus der demographischen Entwicklung resultiert, dass in einigen Jahrzehnten ein prozentual wesentlich geringerer Teil an arbeitsfähiger Bevölkerung die Renten, medizinische Versorgung und andere Aspekte einer immer älter werdenden Bevölkerung zahlen muss. Um zu erkennen das die Rechnung nicht aufgeht, muss sich niemand mit weiteren Zahlen und Studien beschäftigen. Damit das System auch zukünftig funktioniert, benötigt Deutschland vor allem eins: Zuwanderung. Dabei gehen Experten jedoch davon aus, dass sogar durch eine rege Migration die abnehmende Bevölkerung nicht vollkommen gestoppt werden kann, so lange die Sterberate die Zahl der Geburten übersteigt. Bis 2060 soll das Volk Deutschlands laut Prognosen auf 68 bis 71 Millionen Menschen sinken. Aufgrund potentieller Veränderung ausschlaggebender Faktoren wie Anzahl der Kinder pro Frau möchte sich jedoch kaum eine Studie verbindlich festlegen. Als bewiesen gilt jedoch, dass eine starke Zuwanderung die Wirtschaft auch in der Zukunft unterstützen wird.

Wie viele Menschen gelangen nach Deutschland?

Im Rahmen von Flüchtlingsdebatten und Asyl kommt es regelmäßig zu Diskussionen, welche die Einwanderung von Ausländern kritisch betrachten. Dabei ist die Wirtschaft zum einen auf Fachkräfte angewiesen, zum anderen auf potentielle Steuerzahler. Insgesamt werden jährlich 500.000 Zuwanderer aus Drittstaaten benötigt, um die momentane Entwicklung zu stoppen. Deutschland gilt seit Jahren als Einwanderungsland. Der höchste Stand an Zuwanderern wurde 1992 verzeichnet: insgesamt verließen 1,5 Millionen Menschen ihre Heimat, um sich in Deutschland niederzulassen. Während die Einwanderung bis 2008 konstant sank, nimmt sie seit 2009 wieder zu. 2013 klettert die Zahl auf ungefähr 1,2 Millionen Zuwanderer. Die reale Einwanderung wurde bei etwa 469.000 Personen festgelegt, müssen von der generellen Zuwanderung noch jene Menschen abgezogen werden, die Deutschland in demselben Zeitraum verlassen.

Woher kommen die Zuwanderer?

Die Herkunft der Einwanderer ist breit gefächert. Die Mehrheit, 62 Prozent, stammt aus dem europäischen Ausland. Besonders viele Personen kommen aus Polen, Bulgarien und Rumänien. Des Weiteren lässt sich ein Zuwachs aufgrund südeuropäischer Staaten verzeichnen. Hier sind insbesondere Italien, Spanien und Griechenland zu nennen. Häufiger Grund für eine Auswanderung der südeuropäischen Regionen ist die schlechte Wirtschaftslage in den Herkunftsländern. Die humanitäre Zuwanderung in Form von Asylanten ist um 70 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahr. Dabei handelt es sich ausschließlich um Menschen aus Regionen, die als nicht sichere Herkunftsländer eingestuft werden. Im Gegensatz zu Einwanderern aus der EU liegt hier kein Visa vor, woraus eine eventuelle Abschiebung nicht ausgeschlossen werden kann. Diese tritt in der Regel dann in Kraft, wenn sich die Umstände im Herkunftsland gemildert haben und keine Verfolgung mehr vorliegt.

Kann Zuwanderung den Prozess stoppen?

Die deutsche Bevölkerung wird immer älter und nimmt im weiteren Verlauf stark ab, weil die Geburtenrate die Sterbefälle nicht vollständig kompensieren kann. Findet nun eine Zuwanderung statt, so kann ermöglicht werden, dass die Bevölkerung nur bis zu einem bestimmten Punkt sinkt. Kommen vor allem junge Menschen nach Deutschland, so lässt sich eventuell ebenfalls die Geburtenrate erhöhen. Dennoch benötigt eine demographische Entwicklung eine lange Zeitspanne, um sich merklich zu verändern. Deswegen gehen Experten davon aus, dass sich die momentan stattfindenden Trends auch in kommenden Jahrzehnten halten werden.

Das bedeutet, dass bis 2060 jeder dritte Einwohner Deutschlands über 65 Jahre alt sein wird. Im Vergleich dazu kommt heutzutage auf 4 unter 65 Jährige eine Person, welche das Limit überschreitet. Parallel zu diesem Trend bedeutet die Entwicklung laut einer Studie eine Abnahme der erwerbstätigen Schicht um 23 bis 30 Prozent. Die Differenz zwischen den Zahlen ist abhängig von der zukünftigen Einwanderung und Integration auf dem Arbeitsmarkt von Migranten. Daraus ergibt sich, dass Wirtschaft und Politik gewissermaßen darauf angewiesen sind, dass die Zuwanderungszahlen konstant bleiben.

Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

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