
1. Als Volontär nach dem Schulabschluss Erfahrungen im Ausland sammeln
Ein Auslandsaufenthalt nach dem Abitur ist eine gute Gelegenheit, etwas Abstand von den Abschlussprüfungen zu gewinnen und selbstständiger zu werden. Für viele Schülerinnen und Schüler ist ein Auslandsaufenthalt der erste Meilenstein nach dem bestandenen Abitur. Gerade wenn Sie sich nach dem Abitur noch unsicher sind, wie Ihre weitere Karriere verlaufen könnte, kann ein Volontariat neue Perspektiven bieten. Auch wenn noch eine Wartezeit bis zum Beginn der Ausbildung oder des Studiums überbrückt werden muss, bietet sich ein Auslandsaufenthalt an. Ein Aufenthalt in einem anderen Land kann bedeuten, dass Sie im Rahmen eines Praktikums oder eines Freiwilligeneinsatzes arbeiten. Viele Arbeitgeber und Organisationen unterstützen ihre Volontäre dabei, indem sie die Unterkunft organisieren und Sprachkurse anbieten. Die Freiwilligen arbeiten in sozialen, ökologischen und kulturellen Bereichen und unterstützen regionale Organisationen. Vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern suchen viele Organisationen Helfer, um Projekte umzusetzen. Schon vor der Suche nach einem Freiwilligeneinsatz sollten Sie sich grob für einen Bereich und mögliche Einsatzländer entscheiden. Es gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie das Volontariat gestaltet werden kann. Nicht zuletzt ist das eine finanzielle Frage. Wichtig ist es aber auch, schon im vorher den Zeitrahmen festzulegen. Nicht zuletzt entscheiden sollten Sie nach den persönlichen Sprachkenntnissen und Präferenzen. - ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) - ein geförderter Freiwilligendienst - ein nicht geförderter Freiwilligendienst Je nachdem, welcher weitere Karriereweg eventuell geplant sein könnte, kann schon das vorangegangene Volontariat eine wichtige berufliche Erfahrung sein. Durch ein Volontariat erwerben Sie Kompetenzen, die in Ihrer Schullaufbahn wahrscheinlich kaum eine Rolle spielten. Abseits von Benotungen, die in Schule und Studium allgegenwärtig sind, können Sie sich hier bei einer sinnvollen Tätigkeit einbringen und Ihnen unbekannte Arbeitsbereiche kennenlernen. Wer nach dem Abi nicht unbedingt ins Ausland möchte, kann ein Freiwilliges Soziales Jahr natürlich auch im eigenen Land absolvieren. Dabei werden nicht weniger wertvolle Einblicke in das Arbeitsleben gewonnen, als beim Volontariat in einem anderen Land.
2. Erfahrungen durch ein Praktikum nach der Schule sammeln
Die Entscheidung für eine Berufsausbildung oder ein Studium fällt nicht leicht. Nach dem Abschluss stehen viele Abiturienten vor der Frage, wie Ihr Wunschberuf in der Praxis aussieht. Zwar sind Studienfächer oder Inhalte der Ausbildung oft bekannt, aber der Berufsalltag selbst beinhaltet andere Aufgabenstellungen. Wenn Sie sich zu Ihrem Wunschberuf noch gar keine Vorstellung machen können, wie die tägliche Arbeit abläuft, könnte ein Praktikum hilfreich sein. Nicht zu vergessen sind dabei auch die Kontakte, die Sie im Praktikum knüpfen werden. Verläuft das Praktikum erfolgreich, könnten die Kontakte zum Unternehmen sich später als hilfreich erweisen. Dabei ergeben sich oft weitere Möglichkeiten, beispielsweise auf eine Tätigkeit als Werkstudent. Die meisten Unternehmen, aber auch öffentliche und soziale Einrichtungen bieten Möglichkeiten, in den Berufsalltag zu schnuppern. Bei der Suche nach einem Praktikum finden Sie viele Stellen durch öffentliche Ausschreibungen. Lohnend ist es oft auch, einfach beim Unternehmen nachzufragen und bei positiver Antwort eine Initiativbewerbung zu schreiben. Dabei können in der Regel gleich die Arbeitsbedingungen mit dem Praktikumsplatz geklärt werden. Ein Praktikum kann von wenigen Wochen bis hin zu einem Jahr dauern. Schon vor der Praktikumssuche können Ihnen folgende Fragen helfen, eine geeignete Stelle zu finden: - Welche Bereiche interessieren mich? - Welche Schulfächer haben mir Spaß gemacht? - Welche Stärken habe ich? - Welche Schwächen habe ich? - Welche Kompetenzen möchte ich ausbauen? Ein Praktikum sollte Ihren Interessen entsprechen, aber auch Ihren persönlichen Kompetenzen. Sie sollten sich deswegen nicht hinreißen lassen, ein Praktikum in einem Bereich anzutreten, der Ihnen nicht liegt. Damit sich ein roter Faden im Lebenslauf abzeichnet, sollte das Praktikum Ihren Berufswünschen entsprechen. Dadurch zeigen Sie künftigen Arbeitgebern, dass Sie sich umfassend in Ihrem Wunschbereich weiterbilden möchten. Sogenannte „Soft Skills“, wie das Arbeiten in Projekten und Teams, sind Pluspunkte bei Bewerbungen. Neben den durch die Schule vermittelten Kenntnissen lohnt es sich, auch diese Fähigkeiten weiter auszubauen. Ein freiwilliges Praktikum, das der Berufsorientierung dient, wird in der Regel entlohnt. Wenn das Praktikum länger als drei Monate dauert, besteht außerdem Sozialversicherungsschutz. Das Praktikumsgehalt ist in der Regel nur gering, sodass es unter Umständen nicht dazu reicht, die Lebenshaltungskosten zu decken. Vor Antritt des Praktikums sollten Sie sich unbedingt in den Praktikumsvertrag einlesen und zu Ihren rechtlichen Ansprüchen als Praktikant informieren. Wer nach dem Abi ein Jahr überbrücken muss, kann natürlich auch verschiedene Praktika nacheinander machen. Dadurch bieten sich noch mehr Möglichkeiten, Arbeitserfahrungen zu sammeln.3. Als Au-pair ins Ausland nach dem Abitur
Viele Menschen entscheiden sich nach dem Abitur für einen Einsatz als Au-pair. Ein Au-pair wohnt bei einer Familie und unterstützt diese im Alltag. Das Au-pair bekommt dafür ein Zimmer, Essen und Taschengeld. Wie der Aufenthalt aber genau aussieht, wird in einem Vertrag mit der Gastfamilie geklärt. In der Regel bleibt ein Au-pair ein Jahr bei der Gastfamilie. Die meisten Au-pair finden eine Stelle über eine Agentur, bei der sich auch die Familien anmelden können. Die Agentur vermittelt zwischen Bewerbern, die zueinander passen können und regelt die rechtlichen Schritte. Dadurch haben sowohl das Au-pair als auch die Gastfamilie Sicherheit, falls es mit dem Zusammenleben nicht funktioniert. Für Absolventen, die länger ins Ausland möchten, ist eine Stelle als Au-pair gut geeignet. Das gilt insbesondere, wenn Sie sich weiterhin Familienanschluss wünschen. Viele Gastfamilien nehmen das Au-pair in ihren Alltag auf und lassen es an ihrem Leben teilhaben. Dabei sollte natürlich die Chemie stimmen. Das Zusammenleben mit Menschen und der familiäre Umgang sollte Ihnen deswegen liegen. Die meisten Gastfamilien wünschen sich ein Au-pair, das sich in ihre Leben einbringt. Gerade wenn Sie als Au-pair Kinder betreuen, ist die Stelle mit viel Verantwortung verbunden. Im Gegenzug dazu erhält das Au-pair meistens wertvolle Einblicke in das Leben in einem anderen Land. Gerade zum Vertiefen der Sprachkenntnisse ist eine Stelle als Au-pair gut geeignet. Viele Gastfamilien fördern ihr Au-pair auch beim Besuch einer Sprachschule oder anderer Bildungsangebote.
4. Eine Berufsausbildung nach dem Abitur
Nach dem erfolgreichen Abitur denken viele Abiturienten zuerst ans Studium. Doch auch Abiturienten sollten eine Ausbildung in Betracht ziehen. Im Gegensatz zum Studium an der Universität sind Ausbildungen meist praktischer ausgerichtet. Für viele Abiturienten lohnt es sich deswegen, durch eine Ausbildung einen Bereich erst einmal kennenzulernen. Nach dem Abschluss der Ausbildung besteht dann immer noch viele Möglichkeiten, sich durch ein Studium oder anderweitig fortzubilden. Absolventen von Ausbildungsberufen haben dabei oft viele Vorteile gegenüber den unerfahreneren Studenten ohne Berufserfahrung: Sie besitzen bereits Kenntnisse ihres Fachbereichs und können ihre Kompetenzen ins Studium einbringen. Auch haben Studenten mit einer abgeschlossenen Ausbildung weniger Druck im Studium, da sie durch ihren Abschluss bereits eine Sicherheit besitzen. Die Möglichkeit, erst einmal eine Ausbildung zu machen, sollten Sie deswegen immer in Betracht ziehen. Während der Berufsausbildung bekommen Sie bereits Ihr erstes Gehalt. Dadurch stehen Sie nach dem Abitur schneller auf eigenen Beinen, ohne auf finanzielle Unterstützung angewiesen zu sein. Der finanzielle Vorteil unterscheidet sich deutlich vom kostenintensiven Studium. Das ist meist nur durch die Unterstützung der Eltern und Fördermittel möglich. Nach der Berufsausbildung können Sie sich so erst einmal entscheiden, ob Sie sich weiter fortbilden möchten oder erst einmal arbeiten. Ob eine Ausbildung für einen Beruf notwendig ist, hängt immer vom Wunschberuf ab. In vielen technischen Berufen ist die Ausbildung eine sinnvolle Zwischenstation, in der praktische Fähigkeiten erlernt werden. Aber auch in sozialen und medizinischen Berufen ist die Ausbildung ein guter Einstieg, durch den Sie Einblicke in den Alltag gewinnen. Beispielsweise kann eine Krankenpflege-Ausbildung eine gute Überbrückung bis zum angestrebten Medizin-Studium sein. Die theoretischen, praktischen und sozialen Kompetenzen, die dabei erlernt werden, werden im späteren Studium und Berufsleben hilfreich sein und Sie von anderen Studenten unterscheiden. Darüber hinaus ist die Berufsausbildung eine gute Entscheidungshilfe, gerade bei arbeitsintensiven Studiengängen, wie dem der Medizin.5. Studium nach dem Abitur
Der klassische Weg nach dem Abitur ist es, ein Studium anzuschließen. Viele Abiturienten arbeiten schon in der Schulzeit auf ihr Wunschstudium hin und wissen genau, welchen Studiengang sie belegen möchten. Wissen Sie bereits, welches Studium Sie anstreben, ist es kein Fehler, direkt nach dem Abitur durchzustarten. Vielleicht haben Sie bereits Erfahrungen in einem Schülerpraktikum gesammelt und für eine bestimmte Fachrichtung entschieden. Auch im Studium gibt es die Möglichkeit, einen Auslandsaufenthalt, ein Praktikum oder ein Urlaubssemester einzulegen. So sind Sie im Studium nicht ausschließlich an Ihre Universität gebunden und können durchaus öfter einen Tapetenwechsel vornehmen. Zudem gibt es viele verschiedene Studiengänge, die sich teilweise enorm überschneiden. Hier eine Auswahl zu treffen ist schwieriger als man denkt. Für Abiturienten stellt das Studium oft eine große Umstellung dar. Bereiten Sie sich darauf vor, dass Sie ab jetzt selbstständig für Ihre Leistungen verantwortlich sind. So gut wie alle Universitäten besitzen jedoch eine gutes Hilfsnetzwerk, das Studenten in allen Lebenslagen unterstützt. Für Abiturienten, die gut organisiert sind, ist der Übergang ins Studium deswegen meist gut machbar. Wichtig ist, im Zweifel die richtigen Stellen zu kennen und dort nach Hilfe zu fragen. Schon vor dem Studium gilt es deswegen einige Fragen zu klären. - Wie finanziere ich mich? - Kann ich Förderungen beantragen? - Wo möchte ich wohnen und was kostet die Miete? - Welche Lebenshaltungskosten erwarten mich? - Gibt es Kosten für mein Wunschstudium? Ein Studium ist sehr zeit- und kostenintensiv. Selbst ohne Studiengebühren muss das Leben finanziert werden, was vielen Abiturienten nicht leichtfällt. Sind Sie sich nicht sicher, ob das Studium Ihren Wünschen und Ihren Karriereplänen entspricht, sollten Sie sich nicht einfach hineinstürzen. Meist ist es kein Problem, Veranstaltungen und Seminare zu besuchen und mit den Universitätsmitarbeitern zu sprechen. Scheuen Sie nicht, die Fakultäten anzusprechen und nach Beratungsterminen zu fragen. Klären Sie dabei zum Beispiel, welche Anforderungen gestellt werden oder welche Berufsbilder sich aus dem Studium ergeben. Auch der Vergleich die gleichen oder ähnlichen Studienfächer unterschiedlicher Universitäten lohnt sich: Die Ausrichtungen unterscheiden sich oft stark. Schon vor Antritt des Studiums können Sie durch die Wahl einer Universität und einer Fakultät eigene Schwerpunkte setzen.